1947: Dem gefährlichen Schwerverbrecher Emile Buisson (Jean-Louis Trintignant) gelingt die Flucht aus dem Gefängnis. Sofort beginnt er sein blutiges Treiben fortzusetzen. Der Sureté-Polizist Roger Borniche (Alain Delon) erhält den Auftrag, Buisson zu schnappen, doch das gestaltet sich schwieriger als erwartet. Als Borniche aufgrund anhaltender Erfolglosigkeit vom Fall abgezogen wird, packt ihn der Ehrgeiz …
FLIC STORY basiert auf der Autobiografie Borniches, dessen Jagd nach dem Kriminellen mehrere Jahre dauerte. Während dieser Zeit gelang es Buisson, mehr als 100 Raubüberfälle und 30 Morde auszuüben. Deray (LE MARGINAL, LE SOLITAIRE, TROIS HOMME À ABATTRE, BORSALINO) verfilmt diese Geschichte als Mischling aus knochentrockenem police procedural und period piece wandelt damit schlafwandlerisch auf dem schmalen Grat zwischen Routine und Langeweile. Es gibt leider nur wenig, dass einen abseits der Leistung von Delon und Trintignant für den Film einnehmen würde. Gerade letzter frisst seine Szenen, in denen er mit eiskalten Augen aus seinem klobigen Schädel glotzt, geradezu auf. Delon begnügt sich dagegen damit, eine exorbitante Zahl an Kippen zu rauchen, er hat wirklich in jeder Szene ein stinkendes Lungenbrötchen zwischen den Lippen. Ein ganz großes Problem des Films ist, dass es Deray nicht gelingt, den Lauf der Zeit greifbar zu machen: Dass Borniches Jagd auf Buisson mehrere Jahre dauerte, habe ich erst aus einem Text über den Film erfahren. Nach den ganzen großartigen französischen Filmen, derer ich in letzter Zeit ansichtig wurde, stinkt FLIC STORY mehr als nur ein wenig ab. Vielleicht ein ungerechter Vergleich, denn schlecht ist Derays Film beileibe nicht. Es fehlt lediglich der letzte Clou. Erst in den letzten 15 Minuten hat man den Eindruck, Deray erwache aus der inszenatorischen Lethargie. Dann ist der Film aber auch schon wieder zu Ende. Schade drum.
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