Cooper (Chris Marquette) wird gerade aus seinem langweiligen Bürojob gefeuert, als ein ohrenbetäubender, schmerzhafter Pfeifton erklingt und alles schwarz werden lässt. Als Cooper mehrere Tage später erwacht, findet er sich und alle Kollegen in Kokons eingesponnen, riesige Insekten haben die Herrschaft übernommen. Gemeinsam mit ein paar anderen Überlebenden versucht er vor den aggressiven Krabbelviechern in Sicherheit zu gelangen …
Creature-Horror-Filme haben sehr häufig mit dem Problem zu kämpfen, dass sie sich aufgrund budgetärer Limitierungen zwangsläufig als selbstironischer Trash verkaufen müssen, was im Jahre 2009 nur noch bedingt komisch ist. INFESTATION beweist, dass es auch anders geht. Statt auf Funsplatter setzt Rankin ganz auf gut getimten Wortzwitz und glaub- und liebenswürdige Charaktere und darf sich so rühmen, einen der schönsten und witzigsten B-Monsterfilme der letzten Jahre inszeniert zu haben, der selbst seine offenkundigen “Fehler” zu seinem Vorteil einzusetzen versteht. So gibt es mindestens einen etwas sehr unvermittelten Szenenwechsel, der darauf schließen lässt, dass eine Szene unfreiwillig weichen musste, aber selbst das trägt nur zum kruden Charme des Films bei, der hiermit allen Freunden des Monsterfilms wärmstens empfohlen sei.
Was meinst Du denn mit “eine Szene mußte weichen”?
Ansonsten Zustimmung. Überraschend gelungen, gerade in der skizzenhaften Charakterisierung der Figuren und den Effekten. Die Fluchtszene der beiden typischen Helden am Anfang – whoah. Das rappelte schön im Karton. Besonders gut hat mir der Trick mit dem gebrochenen Bein gefallen, wo man sich natürlich sofort fragte, wie sie den die restliche Spielfilmzeit durch die Gegend schleppen wollen. Toll gelöst.
Zu deiner Frage: Der Schnitt unmittelbar bevor Ray Wise zum ersten Mal auftritt, wirkte auf mich reichlich holprig. Eben noch sitzt Cooper im Wohnzimmer und spricht davon, dass sein Vater verpuppt sei, dann gibt es einen Schnitt und Vater und Sohn unterhalten sich als wäre nichts gewesen. Das mag auch Ausdruck des von mir erwähnten “kruden Humors” sein, ich weiß es nicht genau. Letztlich waren es aber genau solche Kleinigkeiten, die den Film für mich sehr lebendig gemacht haben.
Ist mir jetzt nicht negativ aufgefallen, dieser Schnitt. Fand das eher interessant, weil es sein Zögern vorher für mich pointiert hat. Man merkte ihm deutlich an, daß er, am Ziel angekommen, gar nicht so recht wußte, ob er seinen Vater wirklich aufwecken möchte. Was man später auch nachvollziehen konnte. Interessant fand ich auch an dieser Stelle, wie er die Rolle seines Vaters übernahm (“Eigentlich sollten wir hier gar nicht sitzen.”) und gleichzeitig dies bemerkte. Vielleicht hat er ihn deshalb aufgeweckt – weil er seines Vaters Attitüde eh schon internalisiert hatte. Nee, eigentlich bin ich zufrieden, daß man mir das Auspacken nicht noch einmal gezeigt hat.