critters (stephen herek, usa 1986)

Veröffentlicht: November 19, 2009 in Film
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Die Crites, eine Rasse gefräßiger außerirdischer Pelztiere, können aus der Gefangenschaft entkommen und landen auf dem Planeten Erde, genauer gesagt in der Ödnis von Kansas, in der Nähe der Farm der Familie Brown. Die muss sich nun gegen die fast nur aus einem Maul bestehenden Biester verteidigen, bis schließlich zwei außerirdische Jäger mit dem Auftrag, die Crites zu beseitigen, landen …

Meine Erstbegegnung mit CRITTERS fand über die damals akribisch studierte “Bravo” statt, auf deren Kinoseiten der Film damals beworben wurde. Es kann nicht allzu viel später gewesen sein, dass er zum ersten Mal im Fernsehen auftauchte. Ich erinnere mich daran, dass ich den Film sehen durfte, und auch daran, dass er mir ausgesprochen gut gefiel: Das ist nun kein großes Kunststück, weil man als Kind ja fast jeden Film, für den man länger aufbleiben darf, in sein Herz schließt und mit Erinnerungen auflädt, die mit ihm selbst meist rein gar nichts zu tun haben. Aber CRITTERS hat über die Jahre tatsächlich rein gar nichts verloren, weil er einfach gut ist – und zwar auf eine sehr “reine” Art und Weise. Herek lässt keine Zweifel an seiner Intention: Er will sein Publikum unterhalten, aber ohne ihm dabei ein X für ein U vorzumachen, und das gelingt ihm. Was darüber hinaus unmittelbar begeistert, ist die bunte Mischung aus Monster-, Horror-, Science-Fiction-Film und Komödie, die völlig unbekümmert im Umgang mit ihren Einflüssen und deshalb auch vollkommen homogen ist. Das scheint mir überhaupt ein Phänomen des Films der Achtzigerjahre zu sein: dass die Genregrenzen weniger eng gesteckt und durchlässiger waren, ein kreativerer Umgang mit den einzelnen Elementen und Versatzstücken gepflegt wurde und die “Zielgruppen” toleranter für Einflüsse aus anderen Genres waren.  Aber vielleicht ist das auch nur rückblickende Verklärung einer Zeit, die ich damals ja noch gar nicht so bewusst wahrgenommen habe, ich weiß es nicht. Und mit Begriffen wie “naivem Charme” muss man eh vorsichtig sein: Die Effekte, die uns heute naiv vorkommen, waren damals alles andere als das. Fakt ist, dass CRITTERS wunderbar leichte, sympathische und originelle Unterhaltung bietet, die sich nie wichtiger macht als sie ist, und über allem Genre-Crossover nie den Kern vergisst: Schlüssel zum Erfolg sind nicht die lustigen Monster (aber auch), nicht die beiden gestaltwandelnden Außerirdischen (aber auch), nicht die Mischung dieser Elemente (aber auch), sondern die Figuren, die einfach echt wirken und mit denen man mitgeht. Das liegt vor allem an der tollen Besetzung, die CRITTERS gehörig aufwertet: Billy Green Bush, Dee Wallace Stone, M. Emmet Walsh, Scott Grimes und Terrence Mann erfüllen ihre Figuren mit Leben und Herzblut, geben ihm die Seele, die ihn von anderen, schwächeren Filmen dieser Art unterscheidet. Für mich ein kleiner Klassiker seines Jahrzehnts.

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Kommentare
  1. tumulder sagt:

    Natürlich vollste Zustimmung.

  2. Karsten sagt:

    Ich kann zur Ergänzung vielleicht noch beigeben, dass ich den Film, der damals durch die Erzählungen der anderen Kinder geisterte, erst letzens zum ersten Mal gesehen habe und dass er mich ziemlich umgehauen hat, in allen Belangen. Man hat ja nicht oft das Glück. – Denken musste ich bei der Lektüre deines Eintrags auch an einen Crossovermarkstein wie “Into the Night”, aber zu starken Aussagen bzgl. des von dir angesprochenen 80er-Phänomens möchte ich mich auch nicht hinreißen lassen.

    Zu einer aber doch: Yeah, Pelz.

  3. [...] erste Satz macht klar, dass NIGHT OF THE CREEPS der perfekte Partner für ein Double Feature mit CRITTERS ist. Beide teilen den Humor, den locker-flockigen Umgang mit verschiedensten Einflüssen, die [...]

  4. [...] Monsterchen waren nach dem Erfolg von Joe Dantes GREMLINS schwer angesagt: CRITTERS, HOBGOBLINS, TROLL und eben GHOULIES buhlten um die Gunst der Zuschauer und selbst 25 Jahre nach [...]

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