19
Nov
09

night of the creeps (fred dekker, usa 1986)

Außerirdische Parasiten, die in den Fünfzigerjahren auf der Erde gelandet sind, verursachen durch einen dummen Streich rund 30 Jahre später eine Zombieepidemie auf dem Campus der “Corman-University”. Dem Treiben stellen sich der junge Chris (Jason Lively) und der Polizist Ray Cameron (Tom Atkins) entgegen, der über mehrere Ecken mit den Ereignissen, die auf die Ankunft der Parasiten unmittelbar folgten, verbunden ist …

Schon der erste Satz macht klar, dass NIGHT OF THE CREEPS der perfekte Partner für ein Double Feature mit CRITTERS ist. Beide teilen den Humor, den locker-flockigen Umgang mit verschiedensten Einflüssen, die ehrliche Betonung des reinen Unterhaltungsaspekts und die erkennbare Liebe ihrer Macher zum Detail. Was NIGHT OF THE CREEPS von CRITTERS unterscheidet und vielleicht schon etwas den Weg in das den Achtzigern folgende Jahrzehnt weist, ist ein gewisser Metaaspekt von Dekkers Film, der sich im Gegensatz zu den Selbstreflexionsorgien der Neunziger jedoch in einem recht harmlosen Namedropping erschöpft. So sind nahezu alle Charaktere nach bekannten Genreregisseuren benannt, deren Werke man auch in NIGHT OF THE CREEPS zum Teil wiederfindet: Cronenbergs SHIVERS dürfte die wurmartigen Parasiten inspiriert haben, Carpenters THE THING steuerte den Körperfresseraspekt bei, der sich dann in einer Romero’schen Zombieseuche äußert, Sam Raimis EVIL DEAD stand bei den lustigen Splattereffekten Pate und das ganze Projekt ist unzweifelhaft vom Geist Roger Cormans beseelt, ohne dessen umfangreiches Oeuvre aus den Sechzigerjahren auch NIGHT OF THE CREEPS kaum denkbar wäre. Dieses Namedropping kommt nie über den spielerischen Charakter hinaus und bewahrt sich gerade so seine Unschuld: Hier ist keine kennerhaft-insidermäßige Cleverness am Werk, mit der listig Hinweise versteckt werden, auf dass die Nerds sich einen auf ihr Finden abwedeln könnten, sondern eine geradezu erfrischende Plumpheit. So heißt eine der Figuren James Carpenter Hooper, weil nach Benennung aller Figuren wohl noch ein Name übrig war, der unbedingt vergeben werden sollte.

Ich bin jetzt auch schon am Ende mit meinem Latein, weil es über NIGHT OF THE CREEPS im Grunde auch nicht mehr zu sagen gibt als über die eben von mir besprochenen THE MONSTER SQUAD und CRITTERS. Das ist aber – so viel sollte klar geworden sein - keineswegs negativ zu verstehen. Alle drei gehören sie zu den herausragenden Vertretern des bunten popcornig-bubblegummigen Genrekinos der Achtzigerjahre und ihren wahren Wert erkennt man, wenn man feststellt, dass sie in den vergangenen zwanzig Jahren kein bisschen ihres Reizes eingebüßt haben. Ein Wermutstropfen bleibt jedcoh, denn Fred Dekker hätte gewiss das Potenzial für mehr als die drei Filme gehabt, die er inszenieren durfte. Man darf spekulieren, dass er den Karriereschritt, den undankbaren ROBOCOP 3 zu inszenieren, bitter bereut hat. Danach war seine Regielaufbahn jedenfalls zu Ende. Wenn man sich seine beiden wunderbaren Achtzigerjahre-Filme ansieht, scheint es jedoch durchaus wahrscheinlich, dass er einfach nicht den Sprung in das nächste, ach so coole Jahrzehnt geschafft hat.


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