Nachdem dem verrückten Zahnarzt Dr. Feinstone die Flucht aus der psychiatrischen Klinik gelungen ist, lässt er sich als Larry Crawford in einem verschlafenen Nest nieder, wo er Bekanntschaft mit Jamie Devers (Jillian McWhirter) macht, für die er schnell ein amouröses Interesse entwickelt. Als ihm jedoch immer wieder seine psychische Störung und seine Vergangenheit in Form lästiger Fragen in die Quere kommen, bröckelt die mühsam aufrecht erhaltene Fassade …
Memoiren eines Splatterfans, Teil 2: Dass der erste Teil mich also etwas enttäuscht aus dem Kino entlassen hatte, entpuppte sich für die Rezeption des Sequels als Vorteil. Von falschen Erwartungen frei wohnte ich anno 1998 der Vorstellung im Rahmen des Fantasy Filmfests bei und hatte eine Ferkelsfreud an Yuznas Film. So ganz kann ich das heute nicht mehr nachvollziehen. Auch wenn THE DENTIST 2 beileibe nicht schlecht ist und einen sich an die Grenzen der Zurechnungsfähigkeit spielenden Corbin Bernsen aufbietet, dem man ansieht, wie viel Spaß es ihm bereitet hat, einmal völlig über die Stränge schlagen zu können: Insgesamt ist THE DENTIST 2 doch recht fad und kaum zwingend. Während Yuzna seinen ersten Teil über einen sehr reduzierten und gerade deshalb so effektiven Plot entfaltet, entpuppt sich das Sequel als geradezu umständlich erzählt und wird so seiner eigentlichen Stärken beraubt. Es besteht von Beginn an kein Zweifel daran, dass Feinstones/Crawfords Versuche, ein normales Leben zu führen, zum Scheitern verurteilt sind, sodass das Warten auf den Rückfall keineswegs spannend, sondern im Gegenteil ausgesprochen langweilig ist. Und weil Feinstone die Grenze zum Wahnsinn ja schon einmal beherzt übertreten hat, entfällt auch das Moment, das den ersten Teil so spannend gemacht hat: Er ist kein tragischer Held mehr, der erfolglos versucht, die Fassade der Normalität aufrechtzuerhalten, und selbst am meisten von seinen Schandtaten schockiert ist, sondern ein recht handelsüblicher Serienmörder. Es fehlt einfach die Ambivalenz, der Riss. So kann man sich nur über den allerdings mengenmäßig noch einmal reduzierten Zahnsplatter freuen und eben über Bernsens Leistung. Wenn er am Ende mit blutverschmiertem Gesicht vor seinem Badezimmerspiegel steht und einen hysterischen Lachanfall bekommt, dann ist das die mit Abstand beste Szene des ganzen Films. Der Gute hätte es verdient, dass ihm ein wirklich fähiger Regisseur mal so einen richtig saftigen Part auf den Leib schneidert. Das wird aber wahrscheinlich genauso wenig passieren, wie Yuzna einen dritten Teil seiner Zahnarzt-Reihe dreht. Zumindest letzteres ist wohl auch ganz gut so.
0 Antworten zu „the dentist 2 (brian yuzna, usa 1998)“