Zack (Wil Wheaton) lebt mit seiner Mutter und seiner kleinen Schwester auf der Farm seines streng gläubigen Stiefvaters Nathan (Claude Akins). Als eines Nachts ein Meteorit auf dem Grundstück der Familie einschlägt und der herbeigeholte Doktor eine Untersuchung anordnet, melden sich die üblichen Bedenkenträger, die ihre Profite davonschwimmen sehen und jegliche Sorgen wegwischen. Auch Nathan zeigt sich hoch erfreut über die riesigen Früchte, die er bald schon ernten kann. Doch die Freude währt nur kurz: Nicht nur ist sämtlicher Ertrag ungenießbar, über das Trinkwasser hat die unbekannte außerirdische Substanz auch den Weg in den menschlichen Organismus gefunden. Für Zack, der als einziger skeptisch geblieben ist, wird es zunehmend gefährlich auf der Farm seines Stiefvaters …
THE CURSE basiert auf H. P. Lovecrafts Erzählung “The Color out of Space” und steht aus diesem Grund schon seit langer, langer Zeit auf meiner virtuellen Movies-to-watch-Liste; dass ihm diverse Horrorlexika eine Vielzahl schleimiger Effekte bescheinigen, verstärkte mein Interesse nur noch. Dem hauptberuflichen Schauspieler David Keith ist mit seinem Regiedebüt ein sehr schöner Horror/Science-Fiction-Hybrid gelungen, dessen Drehbuch mit vielen guten Einfällen und spürbarer Sympathie für seine Figuren und deren Geschichte über die nicht allzu originelle Prämisse (in CREEPSHOW gibt es ein ganz ähnliches Segment) hinwegtäuscht. Während der eben von mir beschriebene HUMONGOUS alle Nebenkriegsschauplätze vermeidet und sich ganz auf seine Prämisse verlässt, also auf einem fast skizzenhaften Plot basiert, profitiert THE CURSE von seinen vielen Subplots, die ihn erst wirklich lebendig machen. Das beginnt bei dem Familienkonflikt, der nicht nur darin besteht, dass hier zwei unterschiedliche Familien zusammenfinden müssen, sondern vielmehr darin, dass der patriarchische Nathan mit seinen unnachgiebigen Wertvorstellungen aus einer anderen Zeit zu kommen scheint: Diese Konstellation lässt einen erst mit dem eigentliche Helden Zack mitfiebern, verbindet die Seuchenthematik mit einem schönen Coming-of-Age-Subtext. Hinzu kommt aber noch eine weitere, eine wirtschaftliche Ebene: Ein Grundstücksmakler hat seine eigenen Pläne mit dem Anwesen, ein großer Stausee soll hier bald entstehen und all diese Interessen konfligieren ganz erheblich mit der Bekämpfung der noch unsichtbaren Bedrohung, die von dem Meteoriten ausgeht. Man kennt das aus zahreichen anderen Filmen, trotzdem hat man hier nie das Gefühl, Standardware verabreicht zu bekommen. Zu diesem Eindruck gesellen sich zu guter Letzt die ekligen und einfallsreichen Spezialeffekte, die reichlich Gebrauch von Latex, Schleim und Maden machen und vor allem mit letzterer Zutat auf einen ihrer prominenten Urheber verweisen: Unter dem Namen “Louis Fulci” werkelte nämlich niemand geringerer als Zombieopa Lucio Fulci an den FX für THE CURSE mit und die Italo-Connection wird noch vervollständigt durch den Komponisten Franco Micalizzi und Kameramann Roberto Forges Davanzati. Vielleicht ist es auch dieser europäische Einfluss, der THE CURSE eine eigene Note verleiht und ihn davor bewahrt, sich in die Reihen allzu oft allzu gleichförmiger US-amerikanischer Horrorfilme einzuordnen: Aller über den Protagonisten erreichter Familienfreundlichkeit und quietschbunter Optik zum Trotz bleibt THE CURSE angemessen unheilvoll und reizt sein horribles Potenzial nie ganz aus, sondern lässt immer noch ein bisschen Raum für eigene Albträume. Das Warten hat sich gelohnt!
1 Antwort zu „the curse (david keith, usa 1987)“