conan the destroyer (richard fleischer, usa 1984)

Veröffentlicht: Dezember 6, 2010 in Film
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Königin Taramis (Sarah Douglas) nimmt Conan (Arnold Schwarzenegger) gefangen und verspricht ihm, seine geliebte Valeria von den Toten zurückzuholen, wenn er ein magisches Artefakt erbeutet, dass sich in den Händen des bösen Zauberers Toth-Amon befindet. Gemeinsam mit seinem Gehilfen Malak (Tracey Walter), dem riesenhaften Bombaata (Wilt Chamberlin), dem Zauberer Akiro (Mako), der tapferen Kriegerin Zula (Grace Jones) und der Prinzessin Jhenna (Olivia D’Abo) stürzt sich Conan ins Abenteuer, nur um am Ende zu erfahren, dass die Königin ihn für ihre bösen Pläne benutzt hat …

In Kurzform: CONAN THE DESTROYER kann seinem Vorgänger, Milius’ misanthropischer Nietzsche-Rezeption CONAN THE BARBARIAN nicht die Butter vom Brot ziehen, versucht dies aber auch gar nicht erst. Statt düsterer Gewalt-, Blut- und Bodenoper von epischen Ausmaßen inszeniert Hollywood-Regielegende Richard Fleischer das Sequel als kurzweilige Nummernrevue mit heftiger Schlagseite in Richtung Komödie. Conan ärgert sich erneut mit einem Kamel rum, stammelt in einer Szene besoffen vor sich hin, die in Liebe für ihn offensichtlich erblindete Jhenna bezeichnet ihn gar als “handsome” und darf sich vom als Comic Relief eigentlich überflüssigen Sidekick Malak, der wiederum der dominanten Zula Avancen macht, eine Lektion in Sachen Antiaufklärung geben lassen. Die Settings sind hübsch, erreichen aber nie die archaische Qualität des Vorgängers und selbes gilt für die Effekte von Carlo Rambaldi. Selbst der unverwüstlich-pathetische Score von Basil Poledouris, der in Milius’ Film noch wie Lava aus den Boxen floss, klingt hier irgendwie freundlich und wenn dann auch noch ein Zeichentrickdrache die Prinzessin entführt, weht gar ein Hauch von Disney durch Film, wo CONAN THE BARBARIAN noch nach Blut, Schweiß und Kot roch. Misst man CONAN THE DESTROYER an seinem Vorgänger, dann bleibt wenig Raum für lobende Worte. Wenn man sich davon aber freimachen kann, dann ist das Sequel immerhin ein leidlich spaßiger und unschuldiger Timewaster, der 95 Minuten anspruchslose Kurzweil und bunte Bildchen – courtesy of DoP Jack Cardiff – bietet. Aber – und das ist die traurige Kehrseite der Medaille – brauchte es dafür wirklich einen Mann wie Fleischer? Dessen Karriereende in den Achtzigerjahren muss man nach einer über 40-jährigen Laufbahn, während der er solche Filme hervorbrachte wie 20.000 LEAGUES UNDER THE SEA, BANDIDO, THE VIKINGS, FANTASTIC VOYAGE, THE BOSTON STRANGLER, 10 RILLINGTON PLACE, SEE NO EVIL, SOYLENT GREEN, MANDINGO oder MR. MAJESTYK als traurig und unwürdig bezeichnen. Nach CONAN THE DESTROYER kam zu allem Überfluss auch noch das Schwarzenegger/Nielsen-Vehikel RED SONJA. Schuld daran war der vor kurzem verstorbene Produzent Dino DeLaurentiis, der gute Erinnerungen an die Zusammenarbeit mit Fleischer bei THE VIKINGS hatte. Wenn man solche Freunde hat, braucht man keine Feinde.

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