deathsport (henry suso/allan arkush, usa 1978)

Veröffentlicht: Dezember 6, 2010 in Film
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In der postatomaren Zukunft des Jahres 3000 regiert der Tyrann Lord Zirpola (David McLean) in der Stadt Helix mit eiserner Hand und langsam aufweichendem Gehirn, sendet seine mit “Death Machines” (= Motorrädern mit Strahlenkanonen) ausgestatteten Schergen aus, um in der Wildnis einfache Siedler oder aber die “Range Guides”, magisch begabte Fährtenleser und Führer, ausfindig zu machen. Diese müssen sich dann zur Belustigung der Massen im “Deathsport” bewähren, einem Arenakampf, in dem sie gegen die “berittenen” Männer Zirpolas antreten. Einer dieser Range Guides ist Kaz Oshay (David Carradine). Ihm gelingt mit ein paar Mitstreitern die Flucht aus Zirpolas Fängen. Der böse Ankar Moor (David Lynch) macht sich auf die Jagd nach ihm …

DEATHSPORT sollte den Erfolg von DEATH RACE 2000 wiederholen und die Zutaten Motorräder, Schwerter, Arenafights und Endzeit versprachen einen hübschen Exploiter. Was aber letztlich das Licht der Welt erblickte ist ein konfuser Klumpatsch, der trotz unzähliger Explosionen, Motorradstunts und Schwertkämpfe so aufregend ist wie die Halbzeitpause eines Kreisligaspiels ohne Bierausschank, aber immerhin schön blöd. Kein Wunder: Nach nur zwei Wochen Pre-Production und einer geplanten Drehzeit von nur vier Wochen schmiss Regisseur Suso auch noch nach der Hälfte der Dreharbeiten das Handtuch, weil er keinen Bock mehr auf Carradine hatte, und überließ seinem Assistenten Arkush das Feld, dem es jedoch nicht gelang, das Scheitern auf allen Ebenen zu verhindern. Carradine fuchtelt mit einem Kristallschwert aus Plastik herum, trägt lange Haare und Vollbart, Cape und Lendenschurz und labert mystischen Mumpitz. Die Bösen ballern mit Waffen, die Mensch und Materie verschwinden lassen, und fahren auf Motorrädern, die klingen wie Roboterflatulenzen. Alle Nase lang fliegt etwas in die Luft, ohne dass man weiß, warum, und die visuellen Effekte verleihen dem Film in Verbindung mit dem Jerry-Garcia-unterstützten Score zwar einen psychedelischen Anstrich, sind aber vor allem mies. Eine unfassbare Szene beinhaltet von der Decke hängende Leuchtstäbe, die gegen eine nackte Tänzerin dotzen, worauf dieses sich in unerklärlichen Qualen windet. Stromschläge werden durch enervierendes Stroboskopflackern visualisiert und dann gibt es da auch noch die obligatorischen Mutanten, die mit ihren aufgeklebten Glubschaugen aussehen wie Marty-Friedman-Doubles. Das alles ergibt kein Quäntchen Sinn und sieht schmerzhaft billig aus, abgesehen von den Brüsten von Claudia Jennings. Allein “genossen” ist DEATHSPORT wahrlich kein Vergnügen, in alkoholisierter Runde dürfte er aber ungeahnte Qualitäten offenbaren.

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