pretty in pink (howard deutch, usa 1986)

Veröffentlicht: Januar 4, 2011 in Film
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Andie Walsh (Molly Ringwald) lebt mit ihrem arbeitslosen Vater (Harry Dean Stanton) allein, seit die Mutter/Ehefrau sie verlassen hat. Von den reichen Kids auf ihrer Schule wird sie gedemütigt oder ganz geschnitten, bis Blane (Andrew McCarthy) des Weges kommt. Die sich anbahnende Liebe trifft jedoch auf Widerstand: Andies bester Freund Duckie (Jon TWO AND A HALF MEN Cryer), der selbst schwer verknallt in Andie ist, ist zutiefst verletzt und Blane wird vom eklen Schnösel Steff (Kevin Spader) unter Druck gesetzt. Werden die beiden den Klassendünkel überwnden können?

Howard Deutch inszeniert ohne größere Eingebungen eine moderne Aschenputtel-Variante nach einem mitelprächtigen Drehbuch von John Hughes, in der Molly Ringwald eine auf der Einkommensachse gespiegelte Version ihres BREAKFAST CLUB-Charakters gibt. Die Klassenkampf-Thematik, die in den Achtzigerjahren oft adressiert wurde – siehe hier etwa (den viel, viel besseren) TUFF TURF oder auch DANGEROUSLY CLOSE –, wird von Hughes allerdings eher plump behandelt: Man könnte den Film auch jeden wirtschaftlichen Subtextes entblättern und auf die beliebte Unterteilung in coole Jocks und geschmacksverirrte Nerds zurückgreifen, an der Geschichte würde sich nicht viel ändern. Vielleicht käme PRETTY IN PINK sogar ein bisschen besser weg, denn der Arm-gegen-Reich-Konflikt nimmt teilweise arg polemische Züge an und zeigt, dass die feinen Differenzierungen John Hughes’ Ding nicht waren. Ringwald gibt die altersweise Unschuld vom Lande mit für wenig Geld selbst genähten Klamotten, James Spader versieht den Snob mit der Subtilität einer Abrissbirne (und erinnert im Style etwas an einen wohlerzogenen Sonny Crockett) und der arme Andrew McCarthy ist zwischen den Fronten gefangen und braucht im dritten Akt dann mal die obligatorischen zehn Minuten Bedenkzeit, nach denen das Happy End für einen beziehungserfahrenen Mittdreißiger dann nicht mehr ganz so aussichtsreich erscheint. Immerhin ist PRETTY IN PINK aber recht kurzweilig, hat ein paar inspirierte Momente (ein abendlicher kurzer Spaziergang von Andie und Blane ist in wunderbares Licht gehüllt), mit Duckie einen sympathischen Loser und einen feinen Soundtrack voller Achtzigerperlen. Nicht ärgerlich also, durchausganz hübsch, aber abseits von Nostalgie aber auch recht egal.

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Kommentare
  1. [...] Palmer trifft voll ins Schwarze, Andrew Dice Clay (der zufälligerweise auch im zuletzt gesehenen PRETTY IN PINK eine kleine Rolle hat) ist ebenso perfekt besetzt wie Walter Olkewicz als versoffener, notgeiler [...]

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