gremlins (joe dante, usa 1984)

Veröffentlicht: Februar 16, 2011 in Film
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Ich schätze, eine Inhaltsangabe erübrigt sich hier, deshalb steige ich ohne langes Vorgeplänkel ein. GREMLINS habe ich, wie wahrscheinlich jeder, der in den Achtzigerjahren seine Kindheit und Jugend erlebt hat, etliche Male gesehen. An die Erstbegegnung kann ich mich noch gut erinnern: Ich war auf einem Kindergeburtstag eingeladen, auf dem die gemeinsame Sichtung des GREMLINS-Videos das unumstrittene Highlight darstellte. Weil wir für den Film alle noch zu jung waren (war GREMLINS auch damals schon erst ab 16 freigegeben?), forderte mich die Mutter des Geburtstagskindes auf, doch meine Eltern anzurufen und um Erlaubnis zu bitten. Das tat ich und meine Eltern erlaubten mir selbstverständlich, den Film zu gucken: Wahrscheinlich wollten sie ihrem Sohn auch die Schmach ersparen, für den Ausfall der von allen herbeigesehnten Vorführung verantwortlich zu sein. Dantes Film ist natürlich super angekommen: Wohl nicht zuletzt deshalb, weil jeder Junge insgeheim davon träumt, auch so einen kleinen Mogwai zu haben – und natürlich davon, sich auch mal so herrlich daneben benehmen zu können wie die Gremlins nach ihrer Metamorphose.

Dem erwachsenen Zuschauer offenbart sich das Treiben der kleinen Monster natürlich ungleich deutlicher als Zerrbild menschlich-nonkonformistischer Asozialität, was dem Film, der in einer prototypischen US-amerikanischen Kleinstadt-Spießeridylle angesiedelt ist, einen anarchisch-respektlosen Anstrich verleiht – die Punkfrisur des bösen Gremlin-Anführers spricht Bände. Darüber hinaus sind mir die für Dante so typischen Filmreferenzen bei dieser Sichtung besonders aufgefallen, zumal es sich nicht bloß um kleine Insidergags handelt, sondern ein richtiger Teppich aus ihnen gewoben wird. Das beginnt schon mit der Exposition, die im Stile eines Film Noirs in ein anachronistisch überformtes Chinatown führt, wo der Voice-over-Erzähler allerdings nicht auf ein besonders verkommenes Exemplar der Gattung Frau stößt, sondern eben auf einen chinesischen Trödelhändler, bei dem er den Mogwai erwirbt. Man muss schon arg blind sein, wenn einem nicht auffällt, dass alle Figuren des Films unentwegt vor der Glotze hängen – und auch wenn sie dort sicher auch von Dante geliebte Filme sehen, so ganz gesund kann dieser Dauerkonsum nicht sein. Es ist wohl wie mit den technischen Geräten, die den von den Gremlins sabotiert werden oder aber von allein den Geist aufgeben (am prominentesten sicherlich die beknackten Erfindungen des Vaters) : So lange man sich nicht in totale Abhängigkeit von diesem Schnickschnack begibt, ist alles in Ordnung. Und dass die Vorführung von Disneys SNOW WHITE AND THE SEVEN DWARVES die Vorentscheidung zugunsten der menschlichen Bevölkerung von Kleinspießersdorf bringt, rückt alles wieder gerade. Ein schöner Film, immer noch. Unglaublich, dass der fast 30 Jahre alt ist …

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Kommentare
  1. [...] Genforschung den kleinen Gizmo wiederfindet, bahnt sich die Fortsetzung der Katastrophe aus dem ersten Teil an: Die einmal mutierten Gremlins legen in Kürze das komplette Gebäude lahm [...]

  2. Thies sagt:

    Der Film lief im Kino noch frei ab 12 und zwar ungekürzt. Kann mich noch daran erinnern den Film in einer größtenteils von Kindern und Jugendlichen besuchten Sonntag-Morgen-Vorstellung gesehen zu haben. Besonders bei der Szene in der die Gremlins im Mixer oder in der Mikrowelle enden, gab es ziemlich laute Reaktionen aus dem Publikum.

  3. [...] in die die Spielzeugsoldaten einfallen, erinnert an Kingston Falls, das idyllische Neverland aus GREMLINS, die albernen Nachbarschaftsstreitereien zwischen Alans Eltern und den Fimples sind eine [...]

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