Autor Archive für Oliver
Chev Chelios (Jason Statham) ist gerade aus einem Flugezug gestürzt und aus mehreren Tausend Metern auf den Asphalt geprallt, aber mitnichten tot. Deshalb kratzen ihn auch die Mitglieder der chinesischen Mafia vom Boden: Ihr Chef steht vor einer Herztransplantation und weil er von der enormen Widerstandsfähigkeit von Chelios gehört hat, will er nun dessen Herz haben. Als Chev nach erfolgter Operation mit einem künstlichen Herzen aufwacht und man sich als nächstes an seinem Gemächt vergreifen will, befreit er sich und macht sich auf die Suche nach dem echten Organ. Doch dabei kommt ihm die neue Pumpe immer wieder in die Quere, weil sie regelmäßig neu aufgeladen werden muss …
Als ich über den ersten Teil geschrieben habe, hatte ich anscheinend einen etwas humorlos-verkniffenen Tag. Inhaltlich stehe ich zwar immer noch hinter meinem Text von damals, dennoch würde ich CRANK heute wohl etwas anders bewerten oder aber zumindest einen anderen Ansatz wählen. Natürlich ist das eine ziemlich krude Jungsfantasie, die Neveldine und Taylor da zusammengedrechselt haben, aber doch eine, die durch ungebremste Wildheit und einen ungebrochenen Gestaltungswillen verfügt. Nach CRANK: HIGH VOLTAGE würde ich sogar soweit gehen, den Regisseuren zu unterstellen, ein avantgardistisches Meisterwerk abgeliefert zu haben. Von vorn bis hinten ist ihr Film mit visuellen Effekten, kreativen Inszenierungseinfällen und stilistischen Experimenten so vollgestopft, dass Oliver Stones NATURAL BORN KILLERS dagegen wie ein Vertreter des Neorealismus aussieht. Erstaunlich ist, dass CRANK: HIGH VOLTAGE dabei absolut homogen bleibt, seine Verfremdungseffekte dem Zuschauer nicht vor den Kopf stoßen, sondern im Gegenteil dazu führen, ihn tiefer in den Film hineinzuziehen. CRANK: HIGH VOLTAGE ist Körperkino vom Feinsten, ein sinnlicher Rausch, eine Adrenalinspritze ins Herz, eine Operation am offenen Hirn. Der Actionheld wird in einer letzten Übersteigerung – und schließlich Verwerfung – der Körpermaschinen des Actionfilms auf die Aspekte des Maschinellen reduziert: Der Körper ist das vom Helden quasi getrennte Werkzeug, das gewartet werden muss, damit es reibungslos funktioniert. Jason Statham ist brillant als Chev Chelios, der Mann, der selbst gegen den Tod eine Kneipenschlägerei beginnen würde und seinem ihm nun nicht mehr uneingeschränkt gehorchenden Körper nur noch einen immens starken Willen entgegenhalten kann. Ihm zur Seite steht der unter dem „Full-Body-Tourette “-Syndrom leidende Venus (Efren Ramirez), der immer wieder von unvorhersehbaren Krampfanfällen geschüttelt wird und gerade deshalb zum unberechenbaren Kämpfer wird. Es ließe sich anhand der beiden CRANK-Filme sicherlich ein fruchtbarer Diskurs zum Thema „Körper im Actionfilm“ führen, ich möchte es an dieser Stelle beim Hinweis belassen und auf die großartige Sequenz hinweisen, in der sich der Kampf zwischen Chelios und seinem Gegner in eine Balgerei á la GODZILLA verwandelt: Menschen tragen Gummimasken und zerstören die sie umgebende Pappmaché-Landschaft, in der auch kleine erschrocken guckende Plastikpassanten nicht fehlen dürfen. CRANK: HIGH VOLTAGE mag man mancherorts vorwerfen, er betreibe nichts als Effekthascherei und täusche mit seinem formalen Feuerwerk nur über die Einfalt des Scripts hinweg. Das ist falsch. Wer genau hinsieht, wird einen immens pointierten Actionfilm erkennen, der hinsichtlich seiner Verfremdungseffekte Maßstäbe setzt und Kino als das zelebriert, was es sein soll: als überwältigende Bilderflut. Mich hat er komplett weggespült.
Zum Junggesellenabschied fährt der Ehemann in spe Doug (Justin Bartha) mit seinen beiden besten Freunden Phil (Bradley Cooper) und Stu (Ed Helms) sowie seinem Schwager Alan (Zach Galifianakis) nach Las Vegas. Am Morgen nach der rauschhaften Nacht wachen Phil, Stu und Alan nicht nur in einem vollkommen verwüsteten Hotelzimmer auf, in dessen Badezimmer es sich zudem ein Tiger bequem gemacht hat, sie bemerken auch bald, dass Doug spurlos verschwunden ist. Weil alle drei schwer mit den Nachwirkungen des Gelages und akutem Gedächtnisverlust zu kämpfen haben, müssen sie die Ereignisse der vorigen Nacht mit Mühe und Not rekonstruieren, um ihren Freudn zu finden und pünktlich zur Hochzeit nach Hause zu bringen. Und sie stellen bald fest, dass sie beim Feiern nichts haben anbrennen lassen …
Mit THE HANGOVER habe ich ungefähr dasselbe Problem wie mit Philipps OLD SCHOOL: Beide Filme sind recht sparsam mit ihren Gags und entlassen den Zuschauer mit dem Gefühl, ihr Potenzial nicht vollkommen ausgereizt wurde. Vielleicht ist das aber auch eine ausgesprochene Stärke beider Filme: Dass sie eben nicht in ein heilloses Gagfeuerwerk münden, dem die Narration komplett untergeordnet wird, sondern eine Geschichte erzählen, die ihr komisches Potenzial aus der Konfrontation der Figuren mit absurden Situationen bezieht. THE HANGOVER hat einen sehr gleichmäßigen Flow, eine sehr „saubere“ Dramaturgie, was durchaus untypisch für eine Komödie ist, die sich normalerweise viele Ruhepausen und „Nummern“ gönnt und den roten Faden gern zugunsten wilder Slapstickeinlagen opfert. Philipps inszeniert auch THE HANGOVER eher wie ein Drama, mit dem Unterschied, dass es hier nie um Leben oder Tod geht, sondern alles eine gewisse Leichtigkeit behält. Getragen wird das nicht zuletzt von den Darstellern, die ihre schematischen Figuren – Phil ist der attraktive, unverantwortliche Draufgänger, Stu der ängstlich-biedere Pantoffelheld und Alan schließlich das leicht psychotische Partyanimal – zum Leben erwecken und vor der Beliebigkeit retten. Interessant ist auch, wie Philipps seine Geschichte aufbaut: Die exzessive Party selbst – eigentlich Zentrum eines solchen Films – wird ausgespart, Einzelheiten kommen nur sporadisch ans Licht und zum Schluss deuten nur ein paar Fotos an, was passiert ist. Das ist wohl auch einer der Gründe, warum man als Zuschauer - wie die Protagonisten – das Gefühl hat, bei THE HANGOVER das Wesentliche verpasst zu haben. Aber gerade dieser Kniff verleiht dem Film das gewisse Etwas, das ihn von anderen, vergleichbaren Komödien unterscheidet, seine Glaubwürdigkeit und bewahrt zudem die Würde der Figuren. Je mehr ich über den Film nachdenke, umso besser gefällt er mir eigentlich. Wenn man mit korrigierter Erwartungshaltung an THE HANGOVER herangeht – einen komischen Film statt einer tumben Krawallkomödie erwartet – wird man sein Glück wohl finden. Ich muss den demnächst noch einmal schauen, um ihn richtig einschätzen zu können.
Buchveröffentlichung
Im April des kommenden Jahres erscheint bei Bertz+Fischer das Buch „Killer/Culture – Serienmord in der populären Kultur“ in der von Marcus Stiglegger herausgegebene Reihe „Medien/Kultur“. Als Herausgeber und Mitautoren fungieren Stefan Höltgen, Chefredakteur von F.LM – Texte zum Film und deutscher Serienmord-Spezialist (seine Dissertation zum Thema wird bei Schüren in der Reihe Schnittstellen unter dem Titel „Serienmord im Film“ erscheinen) sowie Michael Wetzel.
Zum Inhalt: „Der Serienmord ist von Anfang an kein alleiniger Gegenstand der Kriminalistik. Die Täter faszinieren die Öffentlichkeit seit Jack the Ripper derartig, dass sich etliche kulturelle Bereiche den Serienkillern angenommen haben und an ihrer Ästhetisierung arbeiten: Neben Literatur und bildender Kunst sind dies vor allem Film, Comics, Pop-Musik, Videospiele und Fernsehserien. Der Sammelband Killer/Culture stellt die verschiedenen Zugangsweisen zum Serienmord in der Kunst und den Medien vor und analysiert die breit gefächerten Beispiele in kriminologischer, soziologischer, psychoanalytischer, zensur-, begriffs- und kunstgeschichtlicher Perspektive: Damit liegt einer der ersten Versuche vor, das Phänomen in seiner ganzen kulturellen Breite darzustellen.“ (Quelle: F.LM – Texte zum Film)
Das erwähne ich hier nicht zuletzt deshalb, weil ich selbst einen Essay zum Buch beisteuern durfte. Zu viel möchte ich noch nicht verraten, nur so viel, dass mein „Fachgebiet“, der Actionfilm (der Achtzigerjahre), eine entscheidende Rolle spielt. Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, freue mich auf die Veröffentlichung und hoffe natürlich, dass einige meiner Leser das Buch kaufen werden.
Stefan Höltgen/Michael Wetzel (Hgg.):
Killer/Culture. Serienmord in der populären Kultur
Berlin: Bertz+Fischer 2010
160 Seiten (Paperback), 19,90 Euro
Auf DVD erscheint dieser Tage ein Tierhorrorfilm mit Wildschwein-Content: der zweite nach Russell Mulcahys RAZORBACK. Für F.LM habe ich den Film besprochen. Interessenten klicken hier.
In den nächsten Tagen wird mein Blog wieder zum Schauplatz wilder Verlinkungen nach F.LM, wo einige DVD-Rezensionen von mir anstehen. Beginnen werde ich den Reigen mit meinem Text zu Zulawskis unbeschreiblichem POSSESSION, der dieser Tage seine überfällige deutsche Erstveröffentlichung via Bildstörung erfährt. Die DVD hat man als Mensch mit gutem Geschmack natürlich bereits im Schrank stehen und freut sich darüber wie ein Kind, meinen Text sollte man trotzdem lesen. Und zwar hier.
Als seine Tochter Kim (Maggie Grace) von ihren Plänen berichtet, mit einer Freundin nach Paris zu reisen, ist der ehemaliger Geheimagent Bryan Mills (Liam Neeson) alles andere als begeistert. Letztlich beugt er sich dem Willen seiner geschiedenen Frau Lenore (Famke Janssen), doch seine schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten sich, als die beiden Mädchen in die Hände von Menschenhändlern fallen. Bryan macht sich sofort auf die Reise nach Paris, um seine Tochter zurückzuholen, koste es, was es wolle. Dafür bleiben ihm jedoch nur 96 Stunden …
Die Renaissance des Actionkinos geht auch mit TAKEN weiter, einem wahrlich furztrockenen Vertreter des Rachekinos, das einst humorlos von Charles Bronson verwaltet wurde. Anders als jedoch dessen „rechtschaffener“ Bürger Paul Kersey, der durch persönliche Verluste und die daraus resultierende Ohnmacht zum Vigilanten wird, ist Neesons Mills ein Profi, der jederzeit ganz genau weiß, wie weit er gehen kann und muss, um sein Ziel zu erreichen. Mit äußerster Präzision und Effizienz geht er gegen seine Gegner vor und lässt keinen Zweifel daran, wer am Ende der „last man standing“ sein wird. TAKEN ist dann auch nicht im herkömmlichen Sinn spannend: Es ist eher die Bewunderung für eine Figur, die geradezu die Verkörperung des Begriss „Kompromisslosigkeit“ zu sein scheint, für die geradlinige Zielstrebigkeit, die er an den Tag legt, und natürlich die Befriedigung, wenn Dreckschweine ins Gras beißen, die den Film am Laufen hält. Das macht schon offensichtlich, dass TAKEN ein polarisierender Film ist, der als Gesellschaftskritik missverstanden schwer im Magen liegen dürfte, aber er macht aus dieser Tatsache keinen Hehl: Für den US-Amerikaner Mills hört die Zivilisation an der eigenen Grenze auf, die Albaner vermehren sich und ihr schmutziges Geschäft mit der Geschwindigkeit einer Epidemie, ein junges Mädchen muss hinter jedem fremden Gesicht einen miesen Menschenhändler vermuten – das ist der provokative Dreisatz, den Morel hier vollführt. Dem Regisseur dabei zu folgen, sich seiner Manipulation auszusetzen, ist nicht nur der Schlüssel zum Gefallen, sondern auch der zum Vertsändnis des Hauptcharakters, dessen zivilisierte Fassade rasant bröckelt, als es ihm ans Eingemachte geht. Das Konzept der Menschlichkeit ist leider nicht besonders belastbar …
Weil ich gerade eh etwas schreibfaul bin, passt es ganz gut, dass ich GOLDENE ZEITEN bereits zum zweiten Mal gesehen, schon zwei Mal über ihn geschrieben und - wie ich nach Überfliegen meiner beiden alten Texte festgestellt habe – dem bereits Gesagten nach dieser Zweitsichtung rein gar nichts Neues hinzuzufügen habe. Ich verweise deshalb auf meine DVD-Rezension bei F.LM und meinen alten Filmtagebuch-Text. Viel Vergnügen!
Die Bankangestellte Christine Brown (Alison Lohman) ist einfach zu weich für ihren Job, wie ihr ihr Chef immer wieder weismachen will. Weil Christine sich und dem Chef das Gegenteil beweisen will, bleibt sie hart, als ein armes altes Mütterchen bei ihr um einen neuen Kredit bettelt, weil sie sonst auf der Straße sitzt. Ein folgenschwerer Fehler, denn das alte Mütterchen ist eine Hexe, die Christine mit einem teuflischen Fluch belegt. Die Visionen und Attacken der nächsten Tage sind nur ein kleiner Vorgeschmack auf das Schicksal, das Christine bevorsteht: Gelingt es ihr nämlich nicht, sich innerhalb von drei Tagen von dem Fluch zu befreien, wird sie für alle Ewigkeit in der Hölle schmoren …
Zwischen all den Remakes alter Horrorklassiker und den nicht minder langweiligen Aufgüssen bewährter Erfolgsrezepte mutet Sam Raimis Rückkehr zu seinen inszenatorischen Wurzeln richtig frisch an. Mit dem Okkult-Sujet hat er sich ein im zeitgenössischen Horrorfilm geradezu stiefmütterlich behandeltes Thema ausgesucht (sieht man mal von diversen Teufelsfilmen ab), das demzufolge unverbraucht daherkommt und von Raimis Modernisierungsversuchen weiter profitiert. DRAG ME TO HELL dürfte wohl vor allem von Tourneurs NIGHT OF THE DEMON inspiriert worden sein, dessen Atmosphäre einer stetig präsenten, unabwendbaren Bedrohung Raimi sehr geschickt wiederbelebt. Raimi – mit seinem EVIL DEAD entscheidender Mitinitiator eines Wandels hin zu einem grafischeren Horrorfilm – belässt es nicht bei diffusen Andeutungen und vagen Hinweisen, sein Fluch plagt sein Opfer mit allen Mitteln moderner Effektkunst und erhält so eine echte Schlagseite Richtung Körperkino. Diese Kombination aus somatisch wirkenden Schocks, breit ausgespielten Schreckensszenarios und dem Kniff einer an einen Countdown erinnernden Spannungsdramaturgie hat zumindest mir beim Sehen ziemlich zugesetzt. Zumal auch die Bedrohung durch die Hölle, die für einen aufgeklärten Zuschauer nur schwer nachvollziehbar ist und ältere Filme dieses Themas heute eher gemütlich-naiv erscheinen lässt, in DRAG ME TO HELL ein unmittelbar wirkendes und reichlich furchteinflößendes Gesicht erhält. Obwohl Raimi als sehr humorvoller Regisseur bekannt ist und selbst ein EVIL DEAD nach fast 30 Jahren kaum anders als als Slapstick zu betrachten ist, mutet DRAG ME TO HELL doch ziemlich böse an. Es gibt nicht viel, an das man sich als Zuschauer klammern darf. Sein bitteres Ende steht dem Film insofern zwar gut zu Gesicht, nimmt ihm leider aber auch einiges von seiner Singularität, weil sie ihn klar als „Kind seiner Zeit“ markiert. Das ist ein bisschen schade, weil DRAG ME TO HELL sonst so sympathisch neben der Spur liegt, ohne dabei jedoch ostentativ „crazy“, „abgefahren“ und „anders“ sein zu müssen. Man merkt ihm einfach an, dass sein Regisseur nicht bloß Genrefan, sondern ein -kenner und -liebhaber ist. Wohl auch deshalb gelingt es ihm wie derzeit keinem anderen, die hohen Weihen des Hollywood-Bombasts und die symptahischen Unzulänglichkeiten des Exploitationfilms ohne Reibungsverlust in Einklang zu bringen. DRAG ME TO HELL ist das beste aus beiden Welten.
Es ist nicht wirklich nachvollziehbar, warum sich nicht schon vorher eines der großen Animationsstudios des klassischen Monster- oder Science-Fiction-Films angenommen hat. vor allem ersterer ist doch geradezu prädestiniert für eine Umsetzung im vergleichsweise jungen Genre des Animationsfilms, mit seiner Fokussierung auf unheimliche, riesenhafte Gestalten und sonstige Special Effects. Stattdessen bekommt man wieder und wieder dieselben anthropomorphisierten Säugetiere vorgesetzt, die sich in kaum weniger genormten Konflikten wiederfinden und sicherlich mit dazu beitragen, dass der Animationsfilm für viele schlicht „Kinderkram“ ist und bleibt. MONSTERS VS. ALIENS macht schon im Titel keinen Hehl daraus, dass er sich sehr bewusst darüber ist, welche klaffende Lücke er zu schließen gedenkt – und seine Sache nicht schlecht, auch wenn er wiederum kaum mehr bietet als das bekannte narrative Gerüst von den verlachten Außenseitern, die sich bewähren müssen.
Susan Murphy (Reese Witherspoon) wird an ihrem Hochzeitstag von einem Meteoriten getroffen und wächst daraufhin auf die Größe eines Wolkenkratzers an. An ein normales Leben ist für sie nicht mehr zu denken, schon gar nicht als sie überwältigt und in einen geheimen Bunker gesteckt wird, den sie mit einigen weiteren „Monstern“ teilen muss, die die Regierung vor den Menschen geheim halten will: Dr. Cockroach (Hugh Laurie) ist ein Wissenschaftler, der bei einem missglückten Experiment nicht nur die Fähigkeiten einer Kakerlake, sondern auch deren Kopf erhalten hat, The Missing Link (Will Arnett) ist eine Mischung aus Menschenaffe und Fisch, die man in einem Eisberg gefunden hat, B.O.B. (Seth Rogen), das fehlerhafte „Erzeugnis“ eines Lebensmittelkonzerns, ist ein unzerstörbarer gallertaartiger Schleimklumpen und Insectosaurus schließlich ein durch radioaktive Strahlung massiv angewachsenes Insektenwesen. Als der Außerirdische Gallaxhar (Rainn Wilson) eine Invasion der Erde startet, müssen die Monster beweisen, dass sie zu etwas gut sind …
Viel zu sagen gibt es eigentlich nicht: MONSTERS VS. ALIENS bietet familienfreundliche Unterhaltung, die zwar kaum für große Überraschungen sorgt, jedoch über 90 Minuten angenehm unterhält, in seinen Animationen überzeugt und darüber hinaus einige nette Gags serviert. Wer ein Faible für das Science-Fiction-Kino der Fünfzigerjahre und speziell den Monsterfilm hat, dürfte MONSTERS VS. ALIENS zudem als recht liebevolle Hommage verstehen. Nicht nur die Figuren sind natürlich Leihgaben aus Klassikern von THE FLY über THE BLOB und ATTACK OF THE 50 FOOT WOMAN bis hin zu CREATURE FROM THE BLACK LAGOON, auch erzählerisch greift der Film zahlreiche Standards des Genres auf, seien es der eisenharte Armeegeneral, der die Gegenoffensive startet, der Präsident, der nur wenig entscheidungsfreudig ist, oder der Konflikt, der sich für Susan aus ihrer Verwandlung ergibt. Ähnlich lassen sich auch die „Effektszenen“ verschiedenen Vorbildern zuweisen: Die Katastrophe an der Golden Gate Bridge ist deutlich den Auseinandersetzungen der GODZILLA-Filme nacheimpfunden, für die Invasion der Erde ließen sich etliche Vorbilder herbeizitieren und die Infiltration des Raumschiffes durch die monströsen Helden erinnert deutlich an Emmerichs INDEPENDENCE DAY. Das alles erhebt demnach keinerlei Anspruch auf große Originalität: Als Startschuss für weitere – dann vielleicht auch etwas weniger stromlinienförmige – Animations-Monsterfilme darf man sich MONSTERS VS. ALIENS aber definitiv gefallen lassen.
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