Ein neuer Eintrag in die derzeit mächtig schwappende Welle von Kinderhorror-Filmen, ein Psychothriller oder ein DER EXORZIST-Ripoff? DOROTHY MILLS ist alles das und noch ein bisschen mehr, aber nichts so richtig. Die DVD kommt am 27.11., meine Rezension schon heute. Klick hier.
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der exterminator ist tot
Im Alter von nur 60 Jahren ist Robert Ginty, Hauptdarsteller des fantastischen THE EXTERMINATOR und zahlreicher weiterer Actionfilme der Achtzigerjahre sowie Fernseh- und Theaterregisseur am vergangenen Montag seinem Krebsleiden erlegen. Ginty war sicherlich nie ein Star, aber doch jemand, der die amerikanische Filmlandschaft in den Achtzigern mit seinen stets überzeugenden und engagierten Auftritten auch in kleinen Filmen wie MISSION … KILL, THE EXTERMINATOR 2 oder RETALIATOR mitgeprägt hat. Ein Revival wird er sicherlich ebenso wenig erleben wie seine Filme den Fernsehsendern Stoff für eine Retrospektive bieten werden. Aber hier, knapp 9.000 Kilometer von Gintys letzter Ruhestätte entfernt, ist jemand sehr traurig …
podcast: the children
An dieser Stelle sei nachträglich noch der Podcast vom zweiten FFF-Tag in Köln nachgereicht. Gemeinsam mit Leena Peters, Matthias Huber und Florian Frommer diskutiere ich über Tom Shanklands fiesen Kinderschocker THE CHILDREN. Hier kann man ihn hören.
podcast: cabin fever 2
Mit ein bisschen Verspätung hier noch der Link zum CABIN FEVER 2-Podcast auf F.LM, den ich mit Matthias Huber, Alex Klotz und Florian Frommer eingesprochen habe.
nemesis 4: cry of angels
So. Zunächst einmal ein Geständnis: Ich habe NEMESIS 4: CRY OF ANGELS nicht zu Ende gesehen. Es ging einfach nicht. Er ist zwar weitaus weniger offensiv schlecht als der unmittelbare Vorgänger, aber in seinem ganzen Entwurf massiv befremdlich. So sehr, dass man ihn fast schon wieder dafür loben könnte. Was ist passiert? Nachdem Pyun NEMESIS 3 noch damit finanzierte, dass er am Morgen des jeweiligen Drehtags den Schulkindern auflauerte und ihnen das Geld für das Butterbrot abzockte, scheint er bei Teil 4 seiner Cyborg-Saga auch darauf verzichtet zu haben. NEMESIS 4 wurde, damit eine auch heute noch blühende Tradition begründend, im preiswerten Ostblock gedreht und auch sonst knauserte man an jeder Ecke. Die ausufernden Actionsequenzen, die man in Teil 1 und 2 noch ausgiebig bewundern konnte, gibt es hier nicht und als ob Pyun diesen Fakt noch unterstreichen wollte, löst er seine minutenlangen Dialoge in schmucklosen Großaufnahmen im Schuss/Gegenschuss-Verfahren auf. Von den missratenen Computereffekten aus dem Vorgänger wollte er sich aber dennoch nicht ganz trennen und die Cyborgs tragen alle ein Make-up, das aussieht wie eine bösartige Schuppenflechte.
NEMESIS 4 ist unglaublich geschwätzig und dazwischen irritierend schlüpfrig. Sue Price’ Charakter der Alex ist zur Superprostituierten mutiert, die abtrünnige Cyborgs beschläft und dann umbringt. Es gibt einer Cyborgsex-Szene, die an Cronenberg erinnert und auch sonst reitet der Film sehr auf seinem Körperdiskurs herum, zumeist aber sieht man Alex in pittoresken Abrisshäusern sitzen, über das unergründliche Sein nachdenkend, dann und wann (ziemlich häufig in einem Film, der nur aus dann und wann zu bestehen scheint) ihre durch Anabolika verformte Physis darbietend. So mutet der Film streckenweise an wie eine Masturbationsvorlage für Bodybuilding-Fetischisten: Tatsächlich kommt man nicht umhin, eine eigene Form der Ästhetik in den Bildern zu erkennen, nur dummerweise sollte ein Film im Idealfall mehr sein als ein Fotoband. Wie gesagt: zwar sehr eigentümlich, aber nichtsdestotrotz ausgesprochen mies.
Zu Beginn sieht alles noch recht interessant aus: Teil 3 knüpft unmittelbar an den Vorgänger an und stellt wieder Alex (Sue Price) in den Mittelpunkt, die mitten in der Wüste aufwacht, ohner Erinnerung daran, was mit ihr geschehen ist. Irgendwann trifft sie dort auf Farnsworth (Tim Thomerson), der, wie wir aus dem ersten Teil wissen, ein Cyborg ist und nichts Gutes mit Alex im Schilde führt. Eine Ohnmacht der Heldin leitet den Hauptteil des Filmes ein, der eine Rückblende ist und gleichzeitig ihre zurückkehrende Erinnerung repräsentiert.
Und hier läuft der Film dann endgültig auf. Im Gegensatz zu Teil 2 gibt es kaum auflockernde Actionelemente, der Film besteht überwiegend aus Dialogen und die Motivation, diesen zu folgen, nimmt mit zunehmender Laufzeit ab. NEMESIS 3: TIME LAPSE ist so einer dieser Filme, bei denen man den Machern unterstellen möchte, dass sie das Ziel während der Dreharbeiten völlig aus den Augen verloren haben und sich irgendwann nur noch dachten: Scheiß was drauf. NEMESIS 3 wäre niemals ein guter Film geworden, aber er hätte immerhin ansehbar ausfallen können. Selbst dieses Minimalziel wurde aber meilenweit verfehlt, und das vollkommen fahrlässig. Schuld sind die wirklich unbeschreiblich miesen visuellen Effekte, die absurderweise noch nicht einmal nötig gewesen wären. Man hätte die meisten von ihnen einfach weglassen können, dem Film wäre dadurch nichts genommen worden, im Gegenteil, er hätte davon profitiert.
Beispiele gefällig? Die Cyborgs laufen alle mit primitiv ins Bild kopierten grünen Flecken auf den Augen herum, damit man sie erkennt (was die Idee eines Cyborgs ziemlich ad absurdum führt), Farnsworth verwandelt sich unmotiviert in eine Computeranimation, die vermuten lässt, der Film sei zehn Jahre früher entstanden, und zu allem Überfluss hat irgendjemand auch noch einen Narren an diesem alten Windows-Bildschirmschoner gefunden, der das Bild wie durch eine Lupe verzerrt. Dieser Effekt wird in NEMESIS 3 benutzt, um eine Art Kraftfeld darzustellen, das die Cyborgautos während der Fahrt umgibt. In den entsprechenden Fahrszenen sieht das aber nun so aus, als würden die Cyborgs sich in unförmigen Seifenblasen fortbewegen. Es muss wohl nicht erwähnt werden, dass das einer Verfolgungsjagd so ziemlich jegliche Dynamik nimmt. Aber man muss noch nicht einmal so sehr ins Detail gehen: Die Spezialeffekte sind schlicht und ergreifend potthässlich, so hässlich, dass man sie eigentlich mit Fackeln und Mistgabeln aus dem Dorf treiben möchte. Es ist unmöglich von dieser Hässlichkeit zu abstrahieren, wenn man NEMESIS 3: TIME LAPSE sieht. Der Film ist hoffnungslos zerstört.
Als 1995 BAD BOYS erschien, ein auch rückblickend doch erstaunlich blasses und beinahe anachronistisches Vehikel, ahnte man noch nicht, dass dessen Regisseur Michael Bay in den kommenden 15 Jahren Gegenstand ausgesprochen hitziger Diskussionen sein würde. Sein Debüt schien weder große Zuneigung noch echte Abneigung zu rechtfertigen: Es war eigentlich herzlich egal. Doch mit seinem in den Folgefilmen „perfektionierten“ aufdringlichen Inszenierungsstil, der die viel beschrieene Videoclip-Ästhetik in ein kaum noch für möglich gehaltenes Extrem trieb, seinen plump entwickelten Geschichten und Charakteren, die selten mehr als bloß Anlass und notwendiges Übel für die Auswüchse des auf Spektakel setzenden Eventkinos sind und den politisch-ideologisch zumindest streitbaren Aussagen seiner Filme machte sich Bay schnell zur Zielscheibe für die Kritik einer eher puristischen Filmkritik. Demgegenüber gab es aber immer auch die (wenigen) Apologeten, die Bay für missverstanden hielten, seine Filme für geradezu subversiv, seine Ästhetik für maßgeblich und modern statt derivativ. Zwischen genau diesen Extremen ist auch TRANSFORMERS anzusiedeln. Die Verfilmung einer Spielzeugreihe und Trickfilmserie aus den Achtzigerjahren vereint alles, was Bay je nach Perspektive entweder hassenswert oder aber grandios macht. Mehr noch: Er scheint diesen Zweispalt selbst anzugreifen.
Die infantile Geschichte um zwei außerirdische Rassen von gigantischen Superrobotern, die auf der Erde die Schlacht um das Schöpfungsinstrument „Allspark“ austragen, und um einen Jungen, der in diese Schlacht mit hineingerät und darüber zum Mann wird, erfordert vom Zuschauer völlige suspension of disbelief, totale Hin- und Selbstaufgabe. Wenn man diese Leistung nicht erbringt, dann ist TRANSFORMERS schon in den ersten Minuten gescheitert. Erleichtert werden soll diese Hingabe durch Bays liebstes erzählerisches Werkzeug: die Überrumpelung durch Akkumulation. TRANSFORMERS ist formal wie inhaltlich ein Film mit einer kaum zu leugnenden Technikobsession, egal, ob das nun die Roboter selbst oder die gigantomanischen Effektsequenzen sind, mit denen sie zum Leben erweckt werden, die ständigen Ausflüge in Computer-, Überwachungs- und Waffentechnologie oder die Liebe der jugendlichen Hauptfigur Sam (Shia LaBeouf) zu seinem Auto (ebenfalls ein Transformer). Bezeichnenderweise wird selbst das menschliche Objekt seiner Begierde, Mikaela (Megan Fox), mit demselben voyeuristischen Blick umgarnt wie die glänzende Karosserie seines Sportwagens – oder umgekehrt.
Aber es ist genau diese Direktheit des Films, die ihn zum besten Werk Bays macht. Die Transformers sind die Verkörperung einer Kleine-Jungs-Fantasie, die kaum noch einen narrativen Rahmen braucht. In TRANSFORMERS geht es um riesige Maschinen, um Stahl und Waffen – das war’s. Im das menschliche Auge und die Aufnahmefähigkeit vollkommen überfordernden Showdown kommt das am deutlichsten zum Ausdruck: Dort erreicht Bay einen Abstraktionsgrad, der bemerkenswert ist. Es geht nicht mehr um Konflikte, nur noch um Bewegung. Genausogut könnte man sich einen seitenlangen Binärcode oder aber Vektoren anschauen. Wollte man Bays Film jedoch auf dieses Spektakel reduzieren, täte man ihm Unrecht: Es steckt nämlich trotz allem unheimlich viel Inhalt hinter dieser Story, die auf einem Bierfilz notiert immer noch reichlich Platz ließe; ein absolutes Paradoxon, und genau das macht TRANSFORMERS so sehens- und bemerkenswert. Paradigmatisch für den Film ist der „Allspark“: ein gigantischer Würfel, der die Fähigkeit hat, unbelebte Materie zum Leben zu erwecken (Bays persönliche Muse?). In einer Szene wird ein Mechanismus in Gang gesetzt, der dazu führt, dass dieser wolkenkratzergroße Würfel sich selbst auf eine handliche Größe zusammenfaltet. So funktioniert der ganze Film: Würde man sich die Mühe machen, könnte man ihn immer weiter auseinanderfalten. Die Roboter sind Katalysatoren, um allerhand Diskurse anzustoßen und diese immer wieder umzuwandeln. Vom Kriegsfilm mit Nahostbezug verwandelt sich TRANSFORMERS in einen Coming-of-Age-Film mit Spielberg-Anleihen und dann schließlich in ein Fantasyspektakel, nur um zum Ende hin die Kurve in Richtung eines apokalptischen Kriegsfilms zu nehmen. Von unvermeidlichen Alienverschwörungstheorien über 9/11-Anspielungen und Rassendiskursen bis hin zu typischen Americana – ein Junge und sein erstes Auto/seine erste Freundin – wird hier ein enorm weites Feld abgedeckt, ohne dass es überkonstruiert wirken würde. Selbst der Bay-typische plumpe Pennälerhumor scheint hier stets mit der tongue in cheek inszeniert zu sein.
Mit den TRANSFORMERS scheint Bay also genau das Mittel gefunden zu haben, dass alle seine sonstigen Verfehlungen in Tugenden transformiert. Oder doch nicht?
PS. Weil mir bei Betrachtung der Blogstatistiken aufgefallen ist, dass dieser Text wie wild angeklickt wird (es ist der meistgelesene in meinem Blog), während mein Beitrag zum Sequel so gut wie gar keine Hits bekommt – was mir einfach nicht ganz einleuchten mag –, poste ich hier nochmal für alle möglicherweise Interessierten den Link zu ebenjenem. Viel Vergnügen!
Frank Martin (Jason Statham) ist professioneller Fahrer. Normalerweise ist es seine Aufgabe, heiße Ware zu befördern oder Fluchtwagen zu fahren, derzeit hat er einen vergleichsweise gemütlichen Auftrag: Er ist Chauffeur für den kleinen Jack (Hunter Clary), den Sohn des Staatsbeamten Jefferson Billings (Matthew Modine). Als Jack entführt wird, ist es für Frank selbstverständlich, sich auf die Suche nach ihm zu machen. Doch hinter der Entführung verbirgt sich mehr als eine Lösegelderpressung …
Von den vielen Vertretern des „neuen“ Actionkinos, war TRANSPORTER einer der besten. Das lag zum einen daran, dass mit Corey Yuen ein Hongkongverteran für die Inszenierung zuständig war und mit Jason Statham ein exzellenter Hauptdarsteller für diese Rollen zur Verfügung stand, der zu Yuens Stil passte wie die Faust aufs Auge. TRANSPORTER wandelte ungemein sicher auf dem schmalen Grad zwischen der von mir oft kritisierten zur billigen Ausrede verkommenen Selbstironie des postmodernen und der Direkt- und Unvermitteltheit des klassischen Actionkions.
TRANSPORTER 2 von Leterrier (2nd Unit Director des ersten Teils) gelingt diese Gradwanderung naturgemäß weniger gut: Sein Film rauscht in atemberaubender Geschwindigekt an einem vorbei und bläst einen viel heiße Luft ins Gesicht. Dennoch ist das Sequel immer noch ausgesprochen unterhaltsam, weil es a) gar keinen Hehl daraus macht, wenig mehr in Schilde zu führen, als seine Zuschauer auf eine Achterbahnfahrt zu schicken, b) diese Achterbahnfahrt dann auch wirklich sehr rasant und kurzweilig ist und c) Jason Statham nach wie vor wie ein Fels inmitten der ganzen Hektik thront. Teil 3 muss ich dringend nachholen.
bücherregal vol. 3

dvd-regal vol. 11
Hideo RINGU Nakatas auf dem Fantasy Filmfest gezeigter neuer Film L CHANGE THE WORLD war zwar nicht ganz das Gelbe vom Ei (und vielleicht sogar noch weniger als das, ich bin mir da nach wie vor nicht ganz sicher), aber immerhin hat er mir Appetit gemacht auf die beiden DEATH NOTE-Filme, die ich beim FFF 2007 habe sausen lassen. Und da sind sie nun:


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