Archiv der Kategorie 'Zum Lesen'

07
Mai
12

marvel’s the avengers (joss whedon, usa 2012)

Dass für den Freund bunten Firlefanzes dieses Jahr kein Weg an MARVEL’S THE AVENGERS vorbeiführt, zeigt sich schon daran, dass selbst ich den Weg ins Kino gefunden habe, um ihn mir mit 3D-Brille bewaffnet anzusehen und mich selbst davon zu überzeugen, dass es sich hierbei um den CITIZEN KANE des Superheldenfilms handelt. Zwar bin ich ganz froh, dass ich mein anlässlich des grauenvollen X-MEN ORIGINS: WOLVERINE geäußertes Versprechen, Marvel-Filme zukünftig zu meiden, gebrochen habe, dennoch hapert es auch bei diesem jüngsten Werk ganz erheblich an allem, was über Krawall und Action hinausgeht. Was das heißt, könnt ihr in meiner Rezension nachlesen, die ich für Hard Sensations verfasst habe. Klick!

10
Apr
12

eraserhead (david lynch, usa 1977)

Um mich nach einigen Tagen der Enthaltsamkeit langsam wieder ans Film- und Schreiberhandwerk heranzutasten, verlinke ich hier meine fangfrische Rezension von Lynchs Spielfilmdebüt, das dieser Tage von Capelight auf DVD und Blu-ray neuaufgelegt wird. Das Wiedersehen war toll: Ganz unbemerkt hat sich ERASERHEAD über die Jahre von einem Film, den ich zunächst fast ausschließlich aus einem Bedürfnis nach Distinktionsgewinn, dann vor allem als wichtigen Startschuss einer der bedeutendsten zeitgenössischen Regielaufbahnen ganz rational gut fand, in einen verwandelt, den ich ganz ohne argumentatorische Krücke aus dem Herzen heraus wunderbar finde. Ein paar Gründe für diese Liebe nenne ich in meinem Text, besser ist es, ihn sich selbst anzusehen und eigene zu finden. Mein Text findet sich hier. Viel Vergnügen!

30
Mar
12

filmische weltreise: update

Vor ein paar Wochen hatte ich für das kommende Ostern ein Blogspecial namens “Filmische Weltreise” angekündigt: ein Filmmarathon, mit dem ich mich einmal um die Welt schauen will. 36 Filme aus ebenso vielen Ländern hatte ich gesammelt und weil mir mein Hard-Sensations-Kollege Marco Siedelmann noch einen senegalesischen Film via Youtube nahegelegt  hat, ist die Zahl auf 37 angewachsen. Eigentlich hatte ich vor, für diese Weltreise meinen anstehenden Osterurlaub zu nutzen, mich also in gerade einmal sieben Tagen rund um die Welt zu schauen. Man muss kein Mathegenie sein, um zu bemerken, dass das ein ziemlich optimistischer, um nicht zu sagen: hirnrissiger, Plan ist. Weil ich möglichst viele Eindrücke von meiner Weltreise mitnehmen möchte und nicht bloß, um im Bild zu bleiben, von Flughafen zu Flughafen jetten, mit dem Ziel, möglichst viel in möglichst kurzer Zeit zu sehen, habe ich beschlossen, die Weltreise auszudehnen – und außerdem meine Gattin mitzunehmen. Was nutzt die tollste Reise, wenn man das Erlebte mit niemandem teilen kann? Eben. Voraussichtlich am 16. April geht es ab Deutschland los und in den folgenden Tagen und Wochen werde ich mich dann möglichst regelmäßig (sprich: annähernd täglich) aus einem anderen Land melden. Und mit den vier bis sechs Wochen, die wir vermutlich für unsere Weltumrundung benötigen werden, sind wir dann immer noch schneller, als es Phileas Fogg in Jules Vernes Abenteuerroman war. Ich denke, diese Planänderung kommt auch meinen Lesern zugute, weil meine Reiseberichte so in kleineren, besser verträglichen Häppchen gereicht werden, für deren “Zubereitung” ich mehr Zeit habe. Ich bin schon voller Vorfreude, auf das, was mich erwarten wird, und hoffe, dass mich viele Interessierte in Gedanken begeleiten werden. Die Filme, die ich schaue, werde ich vorher übrigens nicht verraten.

06
Mar
12

kino-nostalgie

Das Klagen über den Niedergang der Kinokultur in Deutschland gehört zum festen Repertoire eines jeden Filmfreundes, der das zweifelhafte Vergnügen hatte, mitzuerleben, wie Ende der Neunzigerjahre die Multiplexkinos aus dem Boden schossen und den letzten noch verbliebenen Lichtspielhäusern die Existenzgrundlage entzogen. Auch hier in meinem Blog kommt dieses Thema immer mal wieder durch: Ich selbst bin in den Achtzigerjahren aufgewachsen und erinnere mich heute noch mit einem lachenden und einem weinenden Auge an die Zeit, in der man bei einem Einkaufsbummel durch die Düsseldorfer Innenstadt noch an zahlreichen verschiedenen Kinos vorbeikam, die alle ein eigenes Gesicht hatten und tatsächlich unterschiedliche Filme zeigten. In der das Kinoprogramm in der Tageszeitung noch ein bis zwei Seiten einnahm und man sich an den Aushangbildern in den Schaukästen orientierte, weil man sich nicht schon vorher alle Trailer – die damals noch einfach “Ausschnitte” oder “Vorschau” hießen – auf Youtube ansehen konnte. In der man tatsächlich noch nicht genau wusste, was wo laufen würde. In der es noch Wiederaufführungen gab und Menschen tatsächlich wegen des Films ins Kino gingen und nicht, um in Ruhe telefonieren zu können. In der Filme wie AMADEUS oder A CHORUS LINE zu kulturellen Phänomenen avancierten, in manchen Kinos jahrelang in Dauerschliefe rotierten. In der Filmplakate noch ein Artwork hatten und die Littfasssäulen der Stadt aufpeppten.

Viele Geschichten, Bilder und Erinnerungen sind an jene Zeit geknüpft, in der ich zwischen meinem sechsten und zwölften Lebensjahr die vielleicht letzten Jahre jener “alten”, vergangenen Kinotradition erlebt habe – und leider altersbedingt noch nicht voll auskosten konnte: der Besuch meines ersten “richtigen” Spielfilms, der Wiederaufführung von SIE NANNTEN IHN PLATTFUSS namens BUDDY FÄNGT NUR GROSSE FISCHE im Jahr 1982 in einem kleinen Kino in dem nordhessischen Örtchen Wolfhagen, in dem ich damals noch lebte; wenig später dann in Düsseldorf die Wiederaufführung von VIER FÄUSTE FÜR EIN HALLELUJA. Der erste ohne Eltern absolvierte Kinogang in das Dudley-Moore-Vehikel LIKE FATHER LIKE SON. Mit 12 zum ersten Mal mit zwei Mädels im Kino, in STAKEOUT, der dann eine Woche später plötzlich von FSK 12 auf FSK 16 heraufgestuft wurde (mindestens genauso wichtig wie die Mädels: die Aushangbilder zu KARATE TIGER 2 und der Bericht über EVIL DEAD 2 in der Gratis-Kinozeitung). Jener Sommertag im Jahr 1986, als ich mit einem Kumpel vor dem McDonald’s auf der Graf-Adolf-Straße auf die Bahn wartete und wir uns fragten, welchen Film sich die Menschenmassen wohl anschauen wollten, die sich vor dem Savoy gegenüber drängelten (die Wette habe ich dann verloren: Mein Tipp – TOP GUN – hatte gegen die kluge Einschätzung meines Begleiters – MÄNNER – keine Chance). Ja, richtig: Menschen standen damals unter Umständen in Schlangen vor dem Kino, um eine Karte zu ergattern! Was ist sonst noch hängen geblieben? Der Trailer zu RETURN OF THE JEDI vor THE GODS MUST BE CRAZY. Die in der ersten Hälfte der Achtziger auf Plakatwänden noch allgegenwärtigen Konterfeis von Belmondo, Spencer & Hill oder Roger Moore. Sichtungen von BACK TO THE FUTURE, NEVERENDING STORY, TEEN WOLF oder ISHTAR und natürlich von deutschen Komödien wie ZWEI NASEN TANKEN SUPER oder OTTO. Der Geburtstag, an dem meine Eltern mit mir erst in SPACE CAMP gingen und danach zu McDonald’s (wieder jenes gegenüber dem Savoy). Es liegt natürlich auch an mir und meinem (damaligen) Alter, dass ich jene Zeit heute so verkläre: daran, dass die Welt mir damals noch groß, fremd und voller Abenteuer schien. Film und Kino etwas von mir völlig Unhinterfragtes waren, reine Magie, undurchdringlich, bunt und schillernd. Aber ich glaube trotzdem, dass ein Teil dieses Reichtums heute tatsächlich verloren gegangen ist. Die Filme sind ebenso gelichförmig wie die Fassaden der Multiplexe und die Zuschauer, die ja reine Kunden geworden sind, haben sich diesem Magieverlust weitestgehend angepasst. Das Kino ist nur noch sehr bedingt ein Ort zum Träumen.

Warum ich das alles schreibe? Ich bin heute, angestoßen von diesem wunderbaren Foto, das das Foyer eines nicht genau verifizierten Düsseldorfer Kinos der Sechzigerjahre zeigt (möglicherweise handelt es sich um das UFA-Studio), auf Spurensuche gegangen und habe dabei zwei tolle Entdeckungen gemacht: Die Seite Alle Kinos, auf der man (in allerdings sehr zweckmäßig-schmucklosem Design) nach (deutschen und österreichischen) Städten sortierte Kinolisten findet und dabei immer wieder auch auf Bilder und Links stößt. Jene führen unter anderem auf das Kinowiki von Alle Kinos, wo zu den einzelnen Kinos auch historische Dokumente zitiert werden (meist aus der Zeitschrift “Der neue Film”) und sich außerdem via Google Street View anschauen kann, was heute von den ehemaligen Kinos noch übrig ist. Wer die Seiten noch nicht kennt und ein bisschen etwas für die vergangene Kinolkultur übrig hat, der kann hier Stunden verbringen und alte Erinnerungen aufleben lassen.

24
Feb
12

gandu (kaushik mukherjee, indien 2010)

Für die Filmgazette habe ich den indischen Independentfilm GANDU rezensiert, der dieser Tage unter dem Titel GANDU – WICHSER auf DVD via Bildstörung erscheint. Nicht hundertprozentig meine Tasse Tee, aber für Freunde des ungewöhnlichen Films definitiv empfehlenswert; nicht zuletzt wiel Bildstörung jede Unterstützung verdient hat. Hier kann man meinen Text lesen.

06
Feb
12

drive (nicolas winding refn, usa 2011)

Natürlich musste ich DRIVE sehen. Und natürlich habe ich ihn geliebt, wie ich in den vergangene Jahren nur wenige aktuelle Filme geliebt habe. Für die Filmgazette habe ich versucht, meiner Begeisterung Worte zu geben. Hier ist mein Text.

03
Feb
12

spalovač mrtvol (juraj herz, tschechoslowakei 1968)

Im Hause Bildstörung, der ersten deutschen Adresse für den übergangenen, unterschlagenen, außergewöhnlichen Film, ist SPALOVAČ MRTVOL erschienen, unter dem deutschen Titel DER LEICHENVERBRENNER, ein großartiger düsterromantischer Film über – wer hätte es gedacht? – einen Leichenverbrenner und seine verhängnisvolle Liaison mit den Nazis. Juraj Herz’ Film ist ein Juwel, visuell einzigartig, präzise und geheimnisvoll zugleich und eine Zier für jedes DVD-Regal. Ich habe für die Filmgazette eine Rezension geschrieben, die ihr hier lesen könnt.

27
Jan
12

contes immoraux (walerian borowczyk, frankreich 1974)

Für die Filmgazette habe ich Walerian Borowczyks erotischen Epsiodenfilm CONTES IMMORAUX rezensiert, der unter seinem deutschen Titel UNMORALISCHE GESCHICHTEN dieser Tage bei Bildstörung auf DVD erschienen ist. Eine unbedingte Pflichtanschaffung für aufgeschlossene Filmfreunde: Warum, kann man hier lesen.

25
Jan
12

mega shark vs. crocosaurus (christopher ray, usa 2010)/sharktopus (declan o’brien, usa 2010)

Für Filme mit gefräßigen Haien habe ich ein Faible, seit mich Spielbergs JAWS mit acht Jahren zum Filmfan gemacht hat. Für Hard Sensations habe ich jetzt zwei neue Vertreter dieses Subsubsubgenres rezensiert, die dieser Tage auf DVD veröffentlich wurden: MEGA SHARK VS. CROCOSAURUS und SHARKTOPUS. Einmal unfasslicher Schrott, einmal größte anzunehmende Freude. Den Text gibt’s hier. Viel Vergnügen!

20
Jan
12

von richthofen and brown (roger corman, usa 1971)

Für Hard Sensations habe ich die dieser Tage im Hause Koch Media erschienene DVD von Roger Cormans DER ROTE BARON – MANFRED VON RICHTHOFEN rezensiert. Wer Corman ins Herz geschlossen hat wie ich, für den führt an der DVD eigentlich kein Weg vorbei, auch wenn es sich dabei sicherlich nicht um seinen besten Film handelt. Trotzdem gilt: They don’t make ‘em like this anymore. Egal ob B-Film oder Blockbuster. Meinen Text gibt’s hier.




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