don`t be a menace to south central while drinking your juice in the hood (paris barkley, usa 1996)

Veröffentlicht: August 20, 2008 in Film
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Ashtray (Shawn Williams) wird von seiner Mutter zu seinem Vater nach South Central geschickt, weil sein dort lebender Vater ihm beibringen soll, ein Mann zu werden. Das Leben in der „Hood“ bietet aber viele Sackgassen und falsche Abzweigungen auf diesem Weg, vor allem, weil Ashtrays bester Freund Loc Dog (Marlon Wayans) ein Gangbanger ist, wie er im Buche steht …

Die Wayans-Brüder liefern mit DON’T BE A MENACE eine Parodie im Stile der ZAZ-Komödien ab, die sich inhaltlich vor allem an BOYZ N THE HOOD und MENACE II SOCIETY orientiert. Wie auch in den ähnlich gelagerten Wayans-Werken – die Blaxploitation-Verarsche I’M GONNA GET YOU SUCKA! und die SCARY-MOVIE-Filme sind zu nennen – schwankt die Qualität der Pointen erheblich zwischen geschickter, cleverer Parodie und plumpem Klamauk. Die surreale Qualität eines AIRPLANE! erreichen die Wayans-Brüder eigentlich nie, ihre Filme bleiben stets den engen Grenzen des Debilhumors verpflichtet. Im vorliegenden Fall stellt sich zudem das Problem, dass das parodierte Genre schon vorher durch Klischees und Überzeichnungen geprägt war, dem durch die Hebung auf eine Metaebene nur wenig Neues hinzugefügt wird. Dennoch stellt DON’T BE A MENACE wie m. E. der zu Unrecht verpönte SCARY MOVIE einen der gelungeneren Vertreter eines eh problematischen Subgenres dar. Viele der Gags zünden einfach: Die an BOYZ N THE HOOD angelehnte einleitende Erklärung, dass jeder zehnte schwarze Jugendliche in seinem Leben mindestens einen „Growing-up-in-the-Hood“-Film durchsitzen müsse und jeder fünfte davon noch im Kino erschossen würde, legt die Messlatte für Späteres schon recht hoch, weitere Volltreffer beinhalten den Vater, der jünger ist als sein Sohn, die Erklärung des love interests Dashiki, ihr Name sei „suaheli for ‚doggystyle'“, oder der frisch aus der Haft entlassene Toothpick, der seine Knastgewohnheiten nicht ablegen kann und weiterhin alles mit Zigaretten bezahlen will. Leider gibt es auch allzu vordergründige Zoten (die breakdancende Oma) und vor allem das krasse Overacting von Marlon Wayans benötigt mehrere Sichtungen, bis man es witzig finden kann. Viele neue Erkenntnisse ringen die Wayans-Brüder dem Hood-Film nicht ab. Die wichtigste – das Ghetto ist nicht (nur) der Ort als der er im Film gezeichnet wird – hatte man vielleicht schon vorher, die andere – man solle den Klischees ruhig mit dem ihnen zukommenden Humor begegnen – ist aber auch schon nicht verkehrt in der Rezeption eines Filmgenres (und eines gesellschaftlichen Problems), die zwischen den Paradigmen „rassistische Ressentiments“ und „übertriebene Political Correctness“ neutralisiert zu sein scheint.

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