harold and kumar escape from guantanamo bay (jon hurwitz/hayden schlossberg, usa 2008)

Veröffentlicht: August 20, 2008 in Film
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Harold (John Cho) und Kumar (Kal Penn) fliegen nach Amsterdam. Weil Kumar unbedingt noch an Bord des Flugzeugs seine selbst gebaute rauchlose Bong ausprobieren muss, die ein Passagier für eine Bombe hält, landen die beiden als vermeintlichen Köpfe einer nordkoreanisch-afghanischen Al-Qaeda-Zelle in Guantanamo …

Der Vorgänger, HAROLD & KUMAR GO TO WHITE CASTLE, an den das Sequel direkt anschließt, konnte sich aus der Masse von Kiffer- und Slackerkomödien positiv hervorheben, indem er seine Protagonisten zumindest ansatzweise mit Persönlichkeit ausstattete und nicht als bloße Vehikel für abjekten Klamauk fungieren ließ. Das Sequel baut auf dieser Stärke auf und schafft es so, seinen abstrusen Plot tatsächlich glaubwürdig erscheinen zu lassen. Das liegt aber auch daran, dass Hurwitz und Schlossberger dem Zuschauer ein Schnippchen schlagen: Das, womit der Titel lockt, der Blick hinter die Kulissen von Guantanamo Bay, wird relativ schnell abgehakt. Man fühlt sich als Zuschauer vielleicht etwas geneppt, andererseits vermeiden die Regisseure eben so die Gefahr, jegliche Anbindung an die Realität zu verlieren und wiederholen damit genau das, was WHITE CASTLE ausgezeichnet hatte. Wie jener ist ESCAPE FROM GUNATANAMO BAY ein Roadmovie: Harold und Kumar müssen von Kuba nach Texas reisen, weil ein dort lebender Bekannter enge Kontakte zur Regierung pflegt und ihnen somit helfen kann, sie aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Auf dem Weg begegnen die beiden wandelnden Klischees, die allesamt zunächst enttarnt und aufgehoben, manchmal auch wieder bestätigt werden: Der Trailer des White-Trash-Ehepaares aus den Südstaaten sieht von innen aus wie eine Designerwohnung, beide sind hoch gebildet, im Keller lebt aber dennoch ein degeneriertes Kind, weil die beiden Bruder und Schwester sind; die schweren Schraubenschlüssel und Hämmer, die die Schwarzen im Ghetto zur Hand nehmen, als Harold und Kumar einen Hydranten gerammt und die Straße geflutet haben, sind mitnichten Waffen, sondern tatsächlich zur Reparatur gedacht; Präsident Bush sitzt in seinem Spielzimmer in Texas und raucht Gras, das er nur deswegen nicht legalisiert, weil ihm sein Daddy sonst Ärger machen würde; der einzige der dem Klischee voll und ganz entspricht ist Neil Patrick „Doogie Howser“ Harris: Er lebt ein Leben auf der Überholspur garniert mit Sex und Drogen und übermenschlichen Fähigkeiten. Das ist auch deshalb witzig, weil alle Akteure überzeugend agieren und das Drehbuch wie erwähnt einen großen Bogen um allzu hohle Kapriolen macht – selbst, wenn es heftig unter die Gürtellinie zielt. Wie sein Vorgänger eine gelungene Komödie, die vielleicht gerade wegen ihrer Stärken etwas zwischen den Stühlen sitzt.

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