the thin man (w. s. van dyke, usa 1934)

Veröffentlicht: September 12, 2008 in Film
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Der Erfinder Wynant (Edward Elis) verschwindet spurlos, kurz nachdem seine Tochter Dorothy (Maureen O’Sullivan) ihm ihre baldige Hochzeit verkündet hat. Sie bittet den Privatdetektiv Nick Charles (William Powell), ihr bei der Suche nach ihrem Vater behilflich zu sein. Der hatte zwar eigentlich vor, sich nur noch dem Müßiggang und dem Vertilgen teurer alkoholischer Cocktails zu widmen, doch sein detektivischer Spürsinn ist bereits geweckt – und seine reizende Gattin Nora (Myrna Loy) heizt das Feuer noch zusätzlich an …

THE THIN MAN basiert auf einer Vorlage von Hardboiled-Spezialist Dashiell Hammett, was man kaum glauben mag, wenn man den spritzig-humorvollen Esprit dieser Verfilmung mit der existenziellen Düsternis von THE MALTESE FALCON vergleicht. Zwar mäandert der Krimiplot von THE THIN MAN auf ähnlich verschlungenen Pfaden, doch sorgt das Ehepaar Charles für das entsprechende Gegengewicht. Mit Wortwitz und Schlagfertigkeit meistern sie jede Situation und verlieren im Gegensatz zum Zuschauer nie den Überblick und noch weniger die Zuversicht. So wird die Suche nach dem Verschollenen, die schließlich in die Suche nach einem Mörder mündet, zu einem großen Spaß, der von jeglicher Schwermut befreit ist. Wenn man es genau nimmt, dann ist THE THIN MAN gar kein Krimi. Die Suche nach dem Mörder, das Whodunit-Finale am großen Tisch, bei dem alle Verdächtigen versammelt sind, sind eigentlich nur Beigaben, der Rahmen, in dem wir das Ehepaar Charles erleben dürfen. Denn im Mittelpunkt stehen die Beziehung zwischen Nick und Nora – ohne Übertreibung eines der schönsten und liebenswertesten Ehe- und Liebespaare der Filmgeschichte -, ihre wunderbaren Wort- und Blickduelle und natürlich ihr Lebensstil. Es wird viel getrunken in THE THIN MAN – und in jeder Lebenslage. Das Cocktailglas, der Hochprozentige und die Sodaflasche stehen immer in Reichweite und um einen Anlass, sich einen zu genehmigen, sind Nick und Nora nie verlegen. So wird THE THIN MAN zu einem riesigen, leichten Vergnügen, das zudem in seinem Geschlechterbild und Rollenverständnis moderner ist als die meisten aktuellen Blockbuster, die Gattinnen üblicherweise zu den passiv-heulenden Anhängseln der männlichen Helden degradieren. Toll!

Kommentare
  1. […] MAN ist sehr vergnüglich und speziell für Whodunit-Freunde ein gefundenes Fressen; gemessen an THE THIN MAN, der nicht nur originell war, sondern dabei auch noch urkomisch, ist er aber leider doch eher […]

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