the shepherd: border patrol (isaac florentine, usa 2008)

Veröffentlicht: Oktober 8, 2008 in Film
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In einem amerikanisch-mexikanischen Grenzkaff, das von heftigen Kämpfen konkurrierender Drogenbanden gebeutelt wird, kommt ein neuer Grenzpolizist an, im Schlepptau ein Karnickel. Jack Robideaux (Jean-Claude Van Damme) geht sogleich auf Konfrontationskurs mit den Schmugglern, die die Herausforderung nur allzu bereitwillig annehmen. Doch iRobideaux ist hartnäckig, denn er hat persönliche Beweggründe für seinen Feldzug …

Isaac Florentine würde als absolute Hoffnung fürs Actiongenre gelten, wenn seine Filme nicht ein Nischendasein in Videotheken und schlecht sortierten 18er-Abteilungen der Elektrogroßmärkte fristen müssten. Seit den späten Achtzigern beackert er das Genre, dem er zuletzt vor knapp zwei Jahren mit UNDISPUTED II: LAST MAN STANDING eine Sternstunde bescherte. Sein Markenzeichen: grob skizzierte, allen Ballasts befreite Plots mit markigen Figuren, die ihre Westernherkunft kaum verleugnen können; eine unterkühlte, sachliche-desillusionierte und dabei irgendwie grimmige Stimmung und im wahrsten Sinne des Wortes handgemachte Actionsequenzen, die durch eine gegenüber aktuellen Actionfilmen sehr bodenständige Inszenierung keinesfalls an Wirkung einbüßen, sondern im Gegenteil nur noch stärker wirken. Statt Ballereien und Explosionen steht bei Florentine der Kampf Mann gegen Mann im Mittelpunkt, der mit den Mitteln des Kampfsports ausgetragen wird und von der Kamera kongenial eingefangen wird. Wie schon der Vorgänger wirkt THE SHEPHERD: BORDER PATROL so reduziert, auf die Essenz eingedampft, dass er fast als Ur-Erzählung durchgeht: Ironie schenkt sich Florentine ebenso wie eine allzu starke mythische Überhöhung und das Ergebnis mutet auf positive Weise schmucklos an. Man merkt Florentines Filmen jederzeit die absolute Überzeugung des Machers an, die völlige Hingabe für seine Geschichten und sein Genre. Er braucht keinen reflexiven Firlefanz, keine Postproduction-Orgien am Schnittcomputer und keine mördercleveren Plottwists, um seinen Film größer zu machen. Weg mit dem ganzen Schnickschnack und zurück zum Kern: ein Mann und ein Konflikt. THE SHEPHERD: BORDER PATROL steht da wie aus einem Granitblock gemeißelt: karg, hart, schroff und absolut zwingend.

PS Florentines nächste Filme sind für das Jahr 2009 angekündigt und lauten auf solche klangvolle Namen wie NINJA und UNDISPUTED III. Gut, dass 2008 fast rum ist.

Kommentare
  1. […] ein Regisseur hinter der Kamera, der sich in der Vergangenheit mit Filmen wie UNDISPUTED 2 oder THE SHEPHERD: BORDER PATROL schon einen Namen als versierter Actionfilm-Formalist gemacht hat und als treibende Kraft im […]

  2. […] Isaac Florentine habe ich hier schon mehrfach geschrieben (siehe THE SHEPHERD: BORDER PATROL, NINJA, UNDISPUTED 3: REDEMPTION). COLD HARVEST ist einer seiner früheren, ausschließlich für […]

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