strike commando (vincent dawn, italien 1987)

Veröffentlicht: Oktober 27, 2008 in Film
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Vietnam: Bei einem Einsatz der Spezialeinheit „Cobra Force“ wird diese komplett zerschlagen, nur ihr Anführer, der eisenharte Sergeant Michael Ransom (Reb Brown), überlebt und landet schwer verletzt bei einigen vietnamesischen Bauern, die ihn gesund pflegen. Weil die bösen Russen ihm auf den Fersen sind, versucht er auch seine Wohltäter in Sicherheit zu bringen. Das misslingt. Ransom schwört Rache …

An STRIKE COMMANDO zeigt sich ganz gut, was ich eben über den Niedergang des Italokinos sagte. Bruno Mattei war immer in vorderster Front dabei, wenn es darum ging, erfolgreiche amerikanische Konzepte zu verwursten, Stil, Herz oder gar Geist waren da meist eher zweit- und drittrangig. STRIKE COMMANDO – zu deutsch COBRA FORCE – ist ein nur halbherzig getarntes Rip-off von Cosmatos‘ RAMBO: FIRST BLOOD PART 2, der teilweise einstellungsgleich kopiert, dessen Klasse aber nicht einmal annähernd erreicht wird, und erreicht in diesem Versagen doch wieder eine ganz eigene Größe. Es ist schon beeindruckend, wie viele vollkommen Schwachsinnigkeiten hier aneinandergereiht werden: Das beginnt schon bei der Wahl des Hauptdarstellers. Reb Brown ist gar nicht mal ein so schlechter Schauspieler, als harter Hund, als der er aufgrund seiner stattlichen Figur immer wieder besetzt wurde, ist er aber so überzeugend wie eine Packung Löffelbiskuits. Wenn er sein knuffiges Bärchengesicht zu hasserfüllten Grimasse verzerrt, möchte man ihm am liebsten den Kopf tätscheln. Seine stärkste Szene hat er dann auch, wenn er einem sterbenden vietnamesischen Kind Lügenmärchen über Disneyland erzählt. Die Hingabe mit der er, tränenüberströmt und vor Rotz triefend, von Popcorn-, Honigflüssen und Gratisschokolade berichtet, legt den Schluss nahe, dass er das wirklich geglaubt hat. Das Panoptikum setzt sich in der erstklassigen Synchro fort, die einen mit markigen One-Linern á la „Die Cobra Force existiert nicht mehr. Jeder von ihnen war ein Held!“ versorgt und zudem Lacher damit erntet, dass jeder Sprecher den Nachnamen der Hauptfigur konsequent falsch ausspricht: Die sagen alle „Ramsom“. STRIKE COMMANDO ist ein nie versiegender Quell der Freude, vollends beknackt und dumm, aber durchaus mit Schauwerten ausgestattet. Richtig toll ist jedoch das Ende: Wenn man sich die Erschießung des Oberbösen Colonel Radek (Christopher Connelly) mit der Einzelbildschaltung ansieht, wird man eine handfeste Überraschung erleben, die einem diesen herrlichen Film für immer ans Herz schweißt. Ganz, ganz groß!

Kommentare
  1. […] Das Script stammt vom B-Film-Carl-Weathers Jim Gaines, den Freunde des Trashfilms etwa aus Matteis STRIKE COMMANDO und ROBOWAR oder aber aus Fragassos AFTER DEATH kennen dürften und der als eine der […]

  2. lieber_tee sagt:

    Hach ja, deine Rezensionen, die (oftmals) eine Liebeserklärung an Ultra-Trash sind verführen mich immer wieder diese „schlechten“ Filme zu schauen. Klasse.

  3. amourfoufilm sagt:

    Schau gerade…übler (unterhaltsamer) Murks 🤣

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