messenger of death (j. lee thompson, usa 1988)

Veröffentlicht: Oktober 28, 2008 in Film
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Die Frau ist nicht im Haus (was im fünften Jahr des Zusammenlebens und im dritten Ehejahr eigentlich ein unerträglicher Zustand ist), was macht man da? Ich beantwortete diese Frage für mich mit einem Charles-Bronson-Triple-Feature und kann mich nachträglich nur zu dieser Entscheidung beglückwünschen: So kann man sich einen Montagabend auch versüßen!

Zum Start gab es den vielleicht ungewöhnlichsten Film, den Bronson in den Achtzigern gemacht hat: Genervt von seinem Rächerimage und den Filmen, die ihm die Cannon auf den welkenden Leib schneiderte, rang er ihnen im Gegenzug diesen Krimi ab, in dem er den Journalisten Garret Smith spielt, der für seine Zeitung versucht, einen grausamen Mord in Mormonenkreisen aufzuklären. Was zunächst das Resultat eines eskalierten Bruderzwists zu sein scheint, entpuppt sich schon bald als Werk eines gierigen Geschäftsmanns. Die Handlung von MESSENGER OF DEATH reizt nicht zu großen Worten, auch wenn der Ausflug zu den Mormonen eine willkommene Abwechslung zu den vielfach abgegrasten Milieus darstellt. Was Thompsons Film aber in erster Linie herausragen lässt, das sind die beeindruckende Kulisse der Rocky Mountains, die von der Kamera immer perfekt ins Bild gerückt wird, der Score von Robert O. Ragland, der das Geschehen mit seinen dramatischen Streichern gehörig aufwertet, und die erstaunlich stilsichere Inszenierung des Regisseurs selbst, der hier auf den Spuren von Hitchcock und De Palma wandelt und aus dem kleinen Krimi großes Kino macht. MESSENGER OF DEATH braucht keine Gimmicks, weil Thompson aus dem ihm zur Verfügung stehenden Drehbuch das Optimum herausholt, Bronson selbst genießt es sichtbar, einmal etwas anderes machen zu dürfen, wirkt entspannt und gut gelaunt. Ein feiner Film, über den man gar nicht zu viele Worte verlieren muss, weil er einfach „nur“ gut ist. Nur die Verfolgungsjagd zwischen einem Geländewagen und zwei Tanklastzügen, die ist ziemlich unglaublich …

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