assassination (peter hunt, usa 1987)

Veröffentlicht: Dezember 15, 2008 in Film
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Jay Killion (Charles Bronson), Secret-Service-Veteran und seit Jahren für die Sicherheit des Präsidenten und seiner Gattin verantwortlich, wird anlässlich des Amtsantritts des neuen Präsidenten beauftragt, dessen ausgesprochen störrische Ehefrau Lara Royce Craig (Jill Ireland) zu beschützen. Diese ist dann auch schon nach kurzer Zeit auf Konfrontationskurs mit Killion. Erst als dieser mehrere mutmaßliche Attentate auf die Dame abwehrt, kommt sie zu der Einsicht, dass ihr jemand nach dem Leben trachtet. Zusammen begeben sich die beiden auf eine Flucht quer durch die USA und unterwegs erhärtet sich der Verdacht, dass der Mordauftrag direkt aus dem Weißen Haus kommt …

assassination1Bronson blüht in ASSASSINATION ähnlich auf wie in Thompsons ein Jahr später entstandenem MESSENGER OF DEATH: Man merkt ihm an, dass es ihm Spaß bereitet hat, aus dem festgefahrenen Rächerimage, dass ihm die Cannon auf den Leib geschneidert hatte, auszubrechen und eine Figur zu spielen, die zum einen wenigstens annähernd seinem damaligen Alter entsprach, zum anderen auch schauspielerisch etwas mehr bot, als mit grimmigem Gesicht Bösewichter wegzupusten. Na klar, man muss sich immer noch ziemlich strecken, um zu akzeptieren, dass ein 66-Jähriger für den Schutz der Frau an der Seite des wichtigsten Mannes des Landes verantwortlich sein soll, aber gegenüber dem nachtaktiven Vigilanten, der ganze Horden von Straftätern allein aus dem Weg räumt, ist das schon ein deutlicher Schritt Richtung Authentizitätsbemühung – und der Plan geht auf, weil Bronson auch hier körperlich noch beeindruckend frisch wirkt. Die Verschwörungsplotte bemüht gleichermaßen Elemente des Politthrillers, des Road Movies und – weniger offensichtlich, aber umso erfrischender – der Screwball-Komödie. Dessen definierenden Elemente – der Standesunterschied zwischen den Protagonisten, der an das Hin-und-Her beim Tauziehen erinnernde Schlagabtausch der beiden, bei dem mal der eine, mal der andere die Oberhand hat, das Hinauszögern des erlösenden Happy Ends, das doch von Beginn an als Gewissheit die Erwartungen bestimmt, sowie die die zwischenmenschliche Dynamik widerspiegelnde Rasanz – lassen sich allesamt in ASSASSINATION wiederfinden. Letztlich fehlt es ASSASSINATION aber am letzten Schritt – Bronson Filmpersona mit der Präsidentengattin zu veruppeln, wäre wohl ein zu harter Bruch gewesen – und so bleibt Regisseur Hunt in für Bronson-Fans halbwegs vertrauten Gefilden. Allerdings brauchte er den romantischen Aspekt seiner Geschichte auch gar nicht zu betonen, weil allein das Zusammenspiel seiner Stars, die zum damaligen Zeitpunkt bereits seit fast zwei Jahrzehnten miteinander verheiratet waren, beim Zuschauer die Ahnung schürt, dass da etwas im Busch ist: Eine Tatsache, die Hunt schlau genug ist, für sich zu nutzen.

Und wo wir schon bei Hunt sind: Der verdiente sich seine Sporen vor allem als Editor und Second Unit Director bei diversen Bond-Filmen, bevor er ON HER MAJESTY’S SECRET SERVICE selbst inszenieren durfte. Diese Herkunft merkt man auch ASSASSINATION an. Die Bond-Regisseure arbeiteten ja immer im Schatten bzw. im Dienste des Franchises, eine eigene künstlerische Vision war weder gewünscht noch gefordert. Schaut man sich die Riege der Bond-Regisseure an, so findet sich dort dann auch kaum jemand, der über den Status des guten Handwerkers hinausgekommen wäre bzw. auf eine beachtliche Karriere Post-Bond zurückblicken könnte. Zum ganz großen Wurf fehlte ASSASSINATION dementsprechend nicht nur das entsprechend ganz große Budget, sondern auch das gewisse inszenatorische Etwas. Hunt arbeitet solide, zweckdienlich und sehr geradeaus, setzt humorige Ausbrüche ebenso dosiert ein wie Actionszenen und liefert so am Ende einen Film ab, der zwar immer gefällig und amüsant ist, aber darüber nicht wirklich hinauskommt. Hier und da blitzt etwas auf, dass ein ambitionierterer Mann aufgegriffen und vertieft hätte, aber Hunt ging es eben um etwas anderes. Man darf durchaus argumentieren, dass ASSASSINATION, der seine Geschichte auf eine sympathisch unmoderne Art und Weise erzählt, mit seinem Stil eine adäquate Umsetzung erfahren hat. Gute Unterhaltung, nicht mehr, aber auf gar keinen Fall weniger.

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