death note 2: the last name (shusuke kaneko, japan 2006)

Veröffentlicht: April 6, 2009 in Film
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deathnotethelastnameTeil 1 endete, wenn schon nicht mit einem „echten“ Ende, so doch zumindest mit einer viel versprechenden Prämisse für Teil 2: Light Yagami hatte seine Intelligenz und die Möglichkeiten, die ihm das Notizbuch „Death Note“ bot, so geschickt eingesetzt, dass L. nichts anderes übrig blieb, seine zumindest temporäre Niederlage anzuerkennen – trotz der Überzeugung, in Yagami den gesuchten Massenmörder vor sich zu haben. Um den battle of intellects der beiden auf die Spitze zu treiben, bietet Yagami L. nun seine Hilfe bei der Suche nach dem Mörder an – und der nimmt an, wissend, dass Yagami wiederum alles tun wird, die eigenen Spuren zu verwischen …

Diese Prämisse und das Misslingen, sie adäquat umzusetzen, demonstrieren recht eindrücklich, was ich beim ersten Teil schon zu bekritteln hatte: Was in DEATH NOTE clever erscheint, ist letztlich nur halb so schlau. Weil das „Death Note“ und das es umgebende Regelwerk beliebig ausbaubar sind, seine Regeln unter anderem den Eingriff in die Chronologie ermöglichen, war es für die Macher relativ leicht, den Zuschauer in die Irre zu führen. Ganze Handlungsstränge konnten nachträglich als aus der Vergangenheit heraus motiviert erklärt werden; ein Taschenspielertrick letztlich, aber er ließ immerhin eine recht spannende strukturalistische Sichtweise zu. Dass die Drehbuchautoren nun aber da, wo wirkliche Cleverness gefragt wäre, versagen und nicht mehr als die Standardlösungen derSequeldramaturgie, namentlich „Wiederholung“, „Übertreibung“ und „Verdopplung“ aufzubieten wissen, belegt meine These. Die formidable Prämisse, deren virtuelle Potenz allein den Vorgänger aufzuwerten in der Lage war, löst sich im Sequel binnen Minuten in Luft auf. Weil der Zweikampf zwischen L. und Light kein solcher sein kann, solange Light inaktiv bleibt – und warum sollte er aktiv werden, wenn er sich doch beobachtet weiß -, hätte es hier einer gehörigen Portion Kreativität und Erfindungsreichtum oder aber zumindest einer glaubwürdigen psychlogischen Ausarbeitung der Hauptfiguren bedurft. Weil beides nicht vorhanden war, wird nun wie aus dem Nichts ein zweites Notizbuch und ein zweiter Vigilant eingeführt. Kanekos Film kreist über zwei Stunden lang um nichts anderes als sich selbst und nervt mit seinen ellenlang ausgewalzten Dialogszenen, die nur dazu da zu sein scheinen, um die Auflösung möglichst lange herauszuzögern und somit künstlich aufzuwerten. Letzten Endes geht der Schuss nach hinten los, denn die Auflösung ist eine maßlose Enttäuschung: DEATH NOTE hatte noch nicht einmal ein richtiges Ende, doch selbst dieses schlug den Antiklimax von Teil 2 um Längen. Schade, denn nach dem ordentlichen ersten Teil hatte ich hier etwas mehr erwartet.

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