bedtime stories (adam shankman, usa 2008)

Veröffentlicht: Juni 3, 2009 in Film
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poster-bedtime-storiesPosterNews[1]Skeeter Bronson (Adam Sandler) ist das „Mädchen für alles“ in einem Nobelhotel in Los Angeles. Einst hatte sein Vater (Jonathan Pryce) es als bescheidenes Motel gegründet, bevor seine finanzielle Lage ihn zwang, es an den Geschäftsmann Nottingham (Richard Griffiths) zu verkaufen; nicht jedoch, ohne ihm einen Gefallen abzuringen: Sein Sohn sollte irgendwann eine führende Position einnehmen. Davon ist Skeeter denkbar weit entfernt. Doch als er eine Woche auf die Kinder seiner Schwester aufpassen soll, verändert sich sein Leben. Die Gutenachtgeschichten, die er erzählt und von den Kindern weiterspinnen lässt, werden wahr. Und so sieht er eine Chance, die ihm eigentlich zustehende Position doch noch einnehmen zu können …

Was man gegen BEDTIME STORIES vorbringen kann gleich vorweg, damit ich mich angenehmeren Dingen zuwenden kann: Es mutet schon ein bisschen fragwürdig an, wenn sich ausgerechnet ein Konzern wie Disney in seinen Filmen als von einer humanistischen Idee beseelt darstellt, gegen das böse Kapital und Großunternehmertun polemisiert und den kleinen Mann von der Straße zum amerikanischen Helden verklärt. Ich kann mir jedenfalls lebhaft vorstellen, was passieren würde, wenn ein Typ wie Skeeter den Disney-Verantwortlichen eine Idee vortragen würde – wenn es denn überhaupt dazu käme: Man darf vermuten, dass er in hohem Bogen zur Tür hinausflöge. Wenn man sich mit dieser Art der Scheinheiligkeit abfinden kann, dann ist BEDTIME STORIES trotzdem ein liebenswerter und schöner Film geworden, der Sandlers Bestrebungen, Capra als großen Moralisten des amerikanischen Kinos zu beerben (oder auch Jerry Lewis, zu dessen Filmen Sandlers Filmpersona wie auch sein Werk zahlreiche verblüffende Parallelen aufweisen), zementiert. BEDTIME STORIES behandelt einen bedeutenden Schritt in der Sozialisation des Menschen, aber noch mehr in der Entwicklung von Kultur: die mündliche Überlieferung von Geschichten, das Weitertragen und Weiter-Spinnen dieser Geschichten von einer Generation zur nächsten. Skeeter setzt seinem Neffen und seiner Nichte nicht einfach nur Geschichten vor, er involviert sie in den Prozess des Erfindens, gibt ihnen somit den Schlüssel nicht nur zur eigenen Kreativität , sondern auch zum Verständnis der Welt in die Hand. Und er profitiert davon: Es ist hier die sprühende Fantasie der Kinder, die die Möglichkeit zur Veränderung überhaupt erst liefert und Skeeter letztlich die Chance bietet, die er verdient hat.

Es ist schade, dass BEDTIME STORIES nicht mit einer etwas kreativeren Regie gesegnet wurde. Entgegen seiner Botschaft wirken manche Teile des Films leblos: Ich denke da an das Finale, dem man deutlich ansieht, dass es dabei lediglich darum ging, den Film zu einer Konklusion zu bringen. Die ganze Sequenz wirkt statisch und leblos. Könnte man die Filmcrew sehen, es würde kaum weiter negativ ins Gewicht fallen. Das ist nicht nur ein Problem dieses Films: Die amerikanische Komödie wird von bestimmten Plots dominiert, denen gegenüber die „Charaktere“ immer wieder in den Hintergrund treten müssen. Hier ist es Courteney Cox als Skeeters Schwester, die zunächst ganz buchstäblich vom Drehbuch verdrängt wird – sie muss verreisen udn übergibt desgalb Skeeter die Aufgabe, auf ihre KInder aufzupassen – und dann am Schluss zur reinen Staffage verkommt, die nur noch die vorgeschriebenen Reaktionen zeigen muss. Gerade in diesem Fall, einem Film, der die Fantasie und das Geschichtenerfinden zum Thema hat, hätte ein bisschen mehr Sorgfalt und Erfindungsreichtum nicht geschadet. Die treffende Kritik, die Shankman und Sandler an stromlinienförmiger und alles dem erzieherischen Zweck unterordnender Kinderunterhaltung formulieren, wenn sie grauenvoll fantasielose Kinderbücher wie „Squirrel kauft einen Fahrradhelm“ ins Bild rücken, verliert so leider einiges von ihrer Kraft. BEDTIME STORIES ist dann am stärksten, wenn er sich in seinen Details und Charakteren verliert, wenn er vom bloßen Zwang, den Plot fortzuschreiben Abstand nimmt. Von diesen Momenten gibt es aller Kritik zum Trotz immer noch genug.

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