living it up (norman taurog, usa 1954)

Veröffentlicht: Juni 16, 2009 in Film
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249819.1020.A[1]Beim Versuch, das traurige Wüstenkaff Desert Hole mit dem Zug gen New York zu verlassen, landet der Bahnhofsangestellte Homer Flagg (Jerry Lewis) auf einem Atombombentestgelände und zieht sich eine Strahlenverseuchung zu. Schon bald berichtet das ganze Land über den Pechvogel, dem laut erster Diagnose seines Arztes Steve Harris (Dean Martin) ein baldiger Tod bevorsteht. Dies entpuppt sich zwar schon bald als Irrtum, doch als die New Yorker Zeitungsreporterin Wally Cook (Janet Leigh) vor der Tür steht, um den vermeintlich dem Tode Geweihten in die Metropole zu holen, wo er für eine große Story ausgeschlachtet werden soll, beschließen Homer und Steve gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Als Wally Homer aus Mitleid gar ehelichen will, obwohl sie mit Haut und Haaren dem Charme Steves verfallen ist, droht das Geheimnis der beiden Schwindler jedoch ans Licht zu kommen … 

Der vierte von sechs Filmen Taurogs mit dem Duo Martin und Lewis stellt eine nur lose zusammenhängende Folge von Sketchen und Musiknummern seiner Stars dar, die an deren Glanzleistungen zu keiner Sekunde heranreichen. Das Prinzip der Verwechslungskomödie, das in leichter Variation nahezu allen gemeinsamen Filmen seiner Stars zugrunde lag, wird hier sehr müde und einfallsarm abgespult. Wo der nachfolgende YOU’RE NEVER TOO YOUNG zwar ebenfalls nicht auf einem durchgehend hohen Niveau angesiedelt ist, aber wenigstens einige spektakuläre Sequenzen und gelungene Slapstickeinlagen aufweisen kann, wird man bei LIVING IT UP selbst nach langer Suche mit der Lupe nicht fündig. Und auch als Huldigung New Yorks und dessen vergangenem Glamour taugt er mangels Originalaufnahmen nicht – Großteile des Film sind augenscheinlich in Studiokulissen entstanden. Betrachtet man Taurogs Film als Zeitgeistprodukt, so kann man zwar durchaus Gefallen an ihm finden – seine bunten Bilder und seine generelle Naivität sind herzzerreißend – doch stellen sich selbst mit viel gutem Willen recht bald Ermüdungserscheinungen ein. Höhepunkt des insgesamt erstaunlich lauwarmen Films ist bezeichnenderweise eine jener Musicalnummern, die man in den wirklich guten Martin/Lewis-Filmen für den Gang zur Toilette oder zum Kühlschrank genutzt hat. 

Beim Eintrag zu PARDNERS hatte ich noch gemutmaßt, dass das abnehmende Interesse meinerseits mit einer generellen Abnutzung des Komikergespanns zu tun hat. Meine Bewertung von LIVING IT UP taugt nun nicht gerade zur Entkräftung dieses Verdachts, trotzdem erscheint mir der Taurog-Western immer noch amüsanter als diese müde Komplettistenübung, die zu den schwächsten Filmen gehört, die Lewis und Martin zusammen gedreht haben.

Kommentare
  1. […] realisierten die beiden zwischen 1952 und 1956 insgesamt fünf Filme: JUMPING JACKS, THE STOOGE, LIVING IT UP, YOU’RE NEVER TOO YOUNG und PARDNERS. Taurog hat seinen Platz in filmischen […]

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