alligator (lewis teague, usa 1980)

Veröffentlicht: Juli 29, 2009 in Film
Schlagwörter:, , , ,

Als in der Kläranlage von Los Angeles abgetrennte menschliche Gliedmaßen aus dem Wasser gezogen werden, wird der Polizist David (Robert Forster) auf den Fall angesetzt. Untersuchungen ergeben schon bald, dass ein Alligator die Ursache der Verstümmelungen ist, noch dazu einer, der durch die Zufuhr von Chemikalien offenbar auf unnatürliche Größe angewachsen ist. Zusammen mit dem Neuling Kelly (Perry Lang) begibt sich David in die Kanalisation, um das Monstrum unschädlich zu machen …

poster[1]Mit ALLIGATOR gelang Lewis Teague einer der besten Tierhorrorfilme, die im Zuge des JAWS-Erfolgs entstanden – wohl auch, weil er sich darüber im Klaren war, dem großen Vorbild inszenatorisch nicht das Wasser reichen zu können. Teague legt ALLIGATOR deshalb als Hommage und Persiflage auf Spielbergs Film an, übernimmt einige Szenen beinahe deckungsgleich, erdet ihn aber im bereits voll ausformulierten Cop-Film, anstatt sich wie Spielberg mit den Ängsten des Durchschnittsmannes auseinanderzusetzen. Teagues Held klagt zwar über das sich lichtende Haupthaar und muss sich mit dem Spott der Kollegen arrangieren, ist aber sonst von echtem Schrot und Korn, ganz anders als der wasserscheue, mit seinen eigenen Ängsten und seiner Durchschnittlichkeit hadernde Sheriff Brody. Davids Abstieg in die Kanalisation von L. A. ist mitnichten der Abstieg in das eigene Unbewusste und jeglichen potenziellen Subtext scheint der mutierte Riesenalligator gleich mit den Tierkadavern verschlungen zu haben, die – mit Hormonen aus dem Tierversuchslabor vollgepumpt – in den Eingeweiden der Metropole landen. Der schönste Kniff dieses wunderbaren Films, zu dem mir jetzt gar nicht mehr viel einfällt, stammt von Drehbuchautor John Sayles: Wenn er im Prolog erzählt, wie der Horroralligator einst als Babyalligator in der Kanalisation landete, dann ermöglicht er damit dem Zuschauer, einen Perspektivwechsel vorzunehmen. Sein Film über einen Cop, der Jagd auf das Monster macht, verwandelt sich dann in einen Film über einen Alligator, der sich unter ausgesprochen widrigen Umständen im wahrsten Sinne des Wortes durchgebissen hat. „Harry Lime lives!“, wie uns ein Grafitti an der Kanalmauer sagt. „Wohl kaum“, sagt der Alligator.

Advertisements
Kommentare
  1. […] Dass Regisseur Mangine vorher als Kameramann unter anderem bei Jeff Liebermans SQUIRM, Teagues ALLIGATOR, Pyuns THE SWORD AND THE SORCERER, Sholders ALONE IN THE DARK, bei EXTERMINATOR 2 und meinem […]

  2. […] die gesamte Länge aber als ermüdend: Man hat das eben alles schon einmal gesehen. Und Teagues ALLIGATOR war dann doch etwas liebevoller und reicher in den Details. Wenn er seinen Alligator in ein Monster […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s