halloween iv: the return of michael myers (dwight h. little, usa 1988)

Veröffentlicht: Juli 31, 2009 in Film
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Zehn Jahre nach dem von ihm verübten Massenmord in seiner Heimatstadt Haddonfield gelingt Michael Myers die Flucht während eines Gefangenentransports. Schnurstracks begibt er sich wieder nach Haddonfield, wo seine Nichte Amy (Danielle Harris) lebt. Als Dr. Loomis (Donald Pleasence) von der Flucht seines ehemaligen Patienten erfährt, ahnt er, dass Amy in Gefahr ist …

122555810959375200[1]Nachdem HALLOWEEN III sich vom Charakter des Michael Myers gänzlich verabschiedet  und damit die Fanscharen erzürnt  hatte, lag es an Dwight H. Little, das brachliegende Franchise zu reanimieren. Seinen HALLOWEEN IV darf man deshalb als besonders konservatives und „auf Nummer sicher“ gedrehtes Sequel betrachten, mit allen positiven wie negativen Implikationen. Wie schon Carpenter in seinem Original so konzentriert sich auch Little ganz auf den titelstiftenden Halloween-Abend und den Konflikt zwischen dem Killer und seiner Verwandten, der hier aus Gründen der Zuschauerbindung noch eine jugendliche Stiefschwester zur Seite gestellt wird. HALLOWEEN IV ist durchaus stimmungsvoll und spannend geraten, entlehnt dem Vorbild die Strategie, Myers zunächst um seine Opfer kreisen zu lassen, ihn am Bildrand oder im Bildhintergrund unbemerkt von den Protagonisten zu positionieren und so eine Atmosphäre permanenter Bedrohung zu erzeugen. So weit, so gut. Woran es HALLOWEEN IV jedoch vollkommen gebricht, ist es, dem Bekannten etwas Neues hinzuzufügen. Letztlich ist Littles Film kaum mehr als ein Update, er unterscheidet sich vom Klassiker lediglich durch die Figur des Opfers und macht nur noch einmal deutlich, dass Myers das Böse in Menschengestalt ist, dem einfach nicht beizukommen ist. Doch dass dieser Dämon nach den schon 1988 längst bekannten Sequelgesetzen operiert, ist seinem Mythos eher abträglich. Myers wird dadurch, dass das längst Bekannte noch einmal – noch dazu in inszenatorisch weitaus weniger filigraner Art und Weise – bestätigt wird, geradezu banalisiert. Hier zeigt sich ein Aspekt, den auch die folgenden Sequels bestätigen: Michael Myers ist im Grunde nicht sequelkompatibel und das hängt unmittelbar mit der Gestaltung von Carpenters Film zusammen, der Michael weder als „Charakter“ anlegt, an dessen Motivation und Psyche der Zuschauer besonders interessiert ist, noch seine Handlungen in den Fokus des Interesses rückt, wie dies beispielsweise in den FRIDAY THE 13TH-Filmen der Fall ist, die ihren Reiz aus den Creative Killings beziehen. Myers ist im Grunde genommen ein Strukturphänomen, eine Verlängerung der Form in die Handlung hinein. Was HALLOWEEN auszeichnete, war eben die Art, wie Michael als ständige Präsenz über den Bildern lag, wie sich der Film quasi aus seinem Blick generierte, nicht wie und warum er seine Opfer richtete. Teil 2 wusste über dieses Manko hinwegzutäuschen, indem er Teil 1 quasi nachträglich als „unabgeschlossen“ deklarierte und seine Geschichte zu Ende erzählte, doch Little bleibt nichts anderes übrig, als noch einmal „von vorn“ zu beginnen. Es ist ja sehr auffällig, dass sein Teil IV dem Carpenter-Original im Handlungsverlauf bis in Details hinein folgt und selbst den Grundkonflikt – Michael vs. Laurie – lediglich um eine Generation verschiebt. HALLOWEEN IV kann vor diesem Hintegrund kaum mehr als zwar ordentlich gefertigter, aber letztlich zahnloser Popcornhorror sein: Dass Michael  in seiner Spätachtzigerinkarnation mit den vorschriftsmäßig gekämmten Haaren zudem aussieht wie ein Beamter, der zudem mit der Körperhaltung eines alten Mannes geschlagen wurde, trägt dazu entscheidend bei.

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Kommentare
  1. […] fixiertes Publikum, führte zu einer sechsjährigen Zwangspause der HALLOWEEN-Reihe, die dann mit HALLOWEEN IV wie zur verspäteten Wiedergutmachung besonders konservativ fortgeführt wurde. Wenn man sich damit […]

  2. […] Dominique Othenin-Girard, Donald Pleasence, Horror, Slasher Nach dem Finale von HALLOWEEN IV ist Michael Myers mitnichten tot. Ein Jahr später taucht er deshalb pünktlich zu Halloween erneut […]

  3. […] länger verbergen. HALLOWEEN II entwickelt sich so auf die finale Enthüllung von Dwight Littles viertem Teil hin, lädt diese aber mit Bedeutung auf, anstatt sie als schnöden Schlussgag zu verheizen. […]

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