halloween v: the revenge of michael myers (dominique othenin-girard, usa 1989)

Veröffentlicht: Juli 31, 2009 in Film
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Nach dem Finale von HALLOWEEN IV ist Michael Myers mitnichten tot. Ein Jahr später taucht er deshalb pünktlich zu Halloween erneut in Haddonfield auf, wo seine Nichte Amy (Danielle Harris) traumatisiert von den vergangenen Ereignissen in einer Kinderklinik ihr Dasein fristet. Eine telepathische Verbindung zu ihrem Onkel lässt sie jedoch dessen Nähe deutlich spüren und das ruft wiederum Dr. Loomis (Donald Pleasence) auf den Plan …

halloween5box[1]HALLOWEEN V bestätigt meine Ausführungen zu Littles viertem Teil: Man kann mit Michael Myers keinen anderen Film machen als den, den Carpenter 1978 inszeniert hatte. Zumindest keinen wirklich guten. Othenin-Girard hat die besten Vorsätze, nimmt zunächst kleinere, kosmetische und nicht uneffektive Änderungen vor, lässt etwa die gesamte erste Hälfte des Films am hellichten Tage spielen, was einen schönen Effekt hat, und unterzieht Michael einer optischen Verjüngungskur, die die Figur wieder etwas bedrohlicher erscheinen lässt als im Vorgänger. Seine ambitionierteren Einfälle sind aber allesamt fragwürdig, weil sie darauf abzielen, Michael als Menschen greifbar zu machen, das Monster zu psychologisieren, und damit verkennen, das es genau das Gegenteil war, was die Figur auszeichnete. Die telepathische Bindung zu seiner Nichte, die sich dann schließlich in eine emotionale Verbindung verwandelt (am Ende kullert gar eine Träne über Michaels Gesicht), fügt der Figur weniger hinzu als sie ihr etwas wegnimmt: Wenn Michael die Verkörperung einer bösen Kraft ist, kann er sich nicht in einen Menschen zurückverwandeln, der er niemals gewesen ist. Dass HALLOWEEN V stärker noch als sein Vorgänger als herkömmlicher Slasherfilm konstruiert ist – im Mittelteil gibt es eine lange Passage, in der die jugendlichen Besucher einer Party von Myers mittels „origineller“ Waffenwahl (Mistgabel, Sense) dezimiert werden -, gleichzeitig aber eine weitere Figur eingeführt wird, deren Identität und Funktion erst im nächsten, aufgrund des Misserfolgs von Teil 5 erst fünf Jahre später entstandenen sechsten Teil erläutert wird, lässt die ganze Ratlosigkeit der Macher erkennen, die wohl insgeheim erkannt hatten, dass sich ihr Titelheld gegen die üblichen Verwertungsmechanismen sperrte und die demzufolge irgendwie versuchen mussten, trotzdem noch einen Film zurechtzubiegen, der die Leute bei Laune halten würde. Das ist zwar nur bedingt gelungen, letztlich gilt aber dasselbe wie für Teil 4: Ich finde ihn eigentlich ganz ansehnlich.

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