cobra nero 2 (dan edwards, italien 1988)

Veröffentlicht: August 6, 2009 in Film
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Weil Detective Robert Malone (Fred Williamson) in seinem Heimatort Chicago einen Ganoven brutal umgepustet hat, wird er von seinem Vorgesetzten nach Manila strafversetzt. Dort soll er Interpol bei einem Fall beistehen, der irgendwas mit Terroristen zu tun hat …

cobra2[1]Hinter dem Pseudonym Dan Edwards verbirgt sich wieder einmal Stelvio Massi, der hier jedoch ungleich bessere Arbeit abliefert als noch beim Vorgänger. Schon die Eröffnungssequenz sorgt für mehr Stimmung als der erste Teil in 90 Minuten: Malone muss einen Verbrecher zu Fuß verfolgen und man kann gut erkennen, dass der Verfolgte absichtlich langsam läuft, um dem in die Jahre gekommenen Williamson überhaupt eine Chance zu geben. Williamson – damals schon stolze 50 – müht sich sichtlich ab, dem Kontrahenten treppauf, treppab auf den Fersen zu bleiben und dabei einen guten Eindruck zu machen, allein, es gelingt ihm nicht. Man hört förmlich, wie er Klagen über seine schmerzenden Füße und Knochen zwischen seinen Zähnen hindurchpresst, den lieben Gott dafür verflucht, dass es keinen Stuntman gibt, der ihm die Drecksarbeit abnimmt. Den maladen Eindruck macht er aber allemal wieder weg, wenn er dem Schurken mit seiner Wumme ansatzlos und beherzt das Gesicht wegschießt. So beginnt man einen Film! Zwar verschleppt Massi das Tempo danach ganz nach „bewährter“ Art des Vorgängers, doch ist COBRA NERO 2 weitaus schwungvoller und unterhaltsamer geraten. Auf den Philippinen kann man einfach keine schlechten Filme machen, davon kann Richard Harrison ein Liedchen singen (im Duett mit Godfrey Ho)! Zwischendruch knüpft Massi mit seinen saftig-derben Shootouts gar an goldene Zeiten an: Fred Williamson macht Chow Yun-Fat mit eingesprungenen Flugrollen ernsthafte Konkurrenz, die Pumpgun feiert Überstunden und zahlreichen Bösewichtern explodieren die Bäuche, Brustkörbe und Geschlechtsteile, dass es nur so eine Freude ist. Besondere Erwähnung verdient auch der Score: Zwischen carpenteresk-stimmungsvoll und hardrockig-treibend variierend, hat der Komponist Aldo Salvi einen Narren an der Cowbell gefunden, die in JEDEM, aber auch wirklich JEDEM Stück Einsatz findet, viel zu laut abgemischt wurde und bald schon zum Running Gag des Films wird, ja vom eigentlichen Geschehen vollkommen ablenkt. Herrlich!

Kommentare
  1. 3d-razor sagt:

    Und jetzt bitte noch Teil 3, der unbestritten unterhaltsamste Teil der Serie.

    • Oliver sagt:

      Film schon gesehen, Text kommt morgen. 🙂 Aber mal ehrlich: Wann haste den denn zuletzt gesehen? Ich fand den fast so langweilig wie den ersten Teil. Aber das kannst du ja morgen lesen.

  2. 3d-razor sagt:

    1. Mal im Sat 1. Nachtprogramm vor ca. 5(???) Jahren und vor Fassungslosigkeit aus dem Staunen kaum mehr rausgekommen. Danach noch ein paar Mal. Ist irgendwie ein All-Time-Fav von mir. Die ersten beiden fand ich aber auch relativ öde im Vergleich.

  3. Oliver sagt:

    OK, kann ich verstehen, dass man positiv überrascht ist, wenn man den sowas wie BLACK COBRA 3 eher zufällig im Fernsehen erwischt. Mir war der entschieden zu laff. Vom Gewaltlevel her ist der ja über weite Strecken auf A-TEAM-Niveau.

  4. […] nicht Stelvio Massi, was naheliegend wäre, weil er sich hinter dem „Dan Edwards“ von Teil 2 verbarg, sondern Edoardo Margheriti, der Sohn des italienischen Regisseurs Antonio Margheriti. […]

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