house 2: the second story (ethan wiley, usa 1987)

Veröffentlicht: August 6, 2009 in Film
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house_ii_the_second_story[1]25 Jahre, nachdem seine Eltern unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen sind, kehrt Jesse (Arye Gross) mit seiner Freundin ins Haus seiner Eltern zurück. Dort liest er in einer alten Familienchronik, dass sein Ururgroßvater Jesse einst einen aztekischen Kristallschädel in seinen Besitz gebracht hatte, der jedoch seit dessen Tod spurlos verschwunden ist. Gemeinsam mit seinem Kumpel Charlie (Jonathan Stark) findet er den Schädel im Grab des toten Opas, weckt diesen dabei jedoch gleich mit auf. Verzückt von seinem neuen zweiten Leben dreht „Gramps“ (Royal Dano) infolge mächtig auf und zudem sorgt auch die Zauberkraft des Schädels für Ärger: Dimensionstore öffnen sich und nicht jeder Besucher ist Jesse freundlich gesonnen …

Mit Ethan Wiley übernahm der Drehbuchautor des Vorgängers die Regie und machte schon im Titel deutlich, dass es sich bei seinem Sequel nicht um eine horizontale Verlängerung des ersten Teils, sondern um eine vertikale handelte: THE SECOND STORY bedeutet nicht nur, dass es sich bei HOUSE 2 logischerweise um eine Fortsetzung, also eine „zweite Geschichte“ handelte, sondern auch um die „zweite Etage“ einer bereits bekannten Geschichte. HOUSE 2 verweist seinen Vorgänger also nicht in eine diegetische Vergangenheit, sondern baut auf dessen Fundament etwas Neues auf. Dies ist dann auch der Schlüssel, der einem den Film öffnet und somit darüber entscheidet, ob man ihn mag oder nicht. Fußte Miners HOUSE noch in klassischem Grusel und gothic horror, die er geschickt mit neueren und auch genrefremden Einflüssen kombinierte, so integriert HOUSE 2 Elemente des Westerns, des Märchen- und des Abenteurfilms. Das Haus ist dabei der Ort, an dem sich die Generationen treffen und austauschen, voneinander lernen und sich weiterentwickeln. War die Wiederherstellung der Familie in HOUSE noch das übergeordnete Ziel des Protagonisten und der Handlung, so ist sie in HOUSE 2 der Ausgangspunkt: Für Jesse beginnt das Leben, als er seinen Ururgroßvater wiedertrifft und so zum ersten Mal etwas über seine Wurzeln lernt. Diese Wurzeln führen ihn geradewegs in die amerikanische Geschichte, in die Pionierzeit des Wilden Westens und bestimmen ihn so nachträglich zum Amerikaner, zum Abenteurer. Die Reisen, die er mithilfe des Schädels aus seinem Haus in andere angrenzende Dimensionen unternimmt, lassen ihn wachsen – wie im Märchen bringt er von jeder Reise etwas mit – und festigen so schließlich seinen Entschluss, sich aus der Welt des Hier und Jetzt zu verabschieden. „Gramps“ hat hingegen seinen Platz in der Gegenwart gefunden, im Arm seines Ururgroßenkels kann er selig zum zweiten Mal – und also endgültig – sterben, für Jesse beginnt ein neues Leben, zu dem er nun auch den Schädel nicht mehr braucht.

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