project shadowchaser (john eyres, usa 1992)

Veröffentlicht: August 11, 2009 in Film
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6302888786.01.LZZZZZZZ[1]Unter der Führung des Cyborgs Romulus (Frank Zagarino) stürmt eine Gruppe von Terroristen ein Krankenhaus und nimmt die dort anwesenden Angestellten und Patienten als Geiseln, weil sich die Tochter des Präsidenten, Sarah (Meg Foster), unter ihnen befinden soll. Der FBI-Mann Trevanian (Paul Koslo) weckt daraufhin den wegen Mordes zu lebenslangem Kälteschlaf verurteilten Architekten Dixon (Martin Kove), damit er dem Sondereinsatzkommando bei der Erstürmung des Gebäudes helfen kann. Doch es gibt die unvermeidlichen Pannen: Erst stürzen die Soldaten gleich zu Beginn der Mission mit dem Fahrstuhl ab, dann outet sich der einzige Überlebende, der vermeintliche Dixon, als Ex-Footballprofi Desilva. Trevanian hat den Falschen befreit und auf diesem ruht nun seine einzige Hoffnung, die Präsidententochter zu retten und Romulus unschädlich zu machen.

An der Oberfläche ist PROJECT SHADWOCHASER eine sichtbar billige Kreuzung aus DIE HARD und THE TERMINATOR, darunter jedoch ein nicht uneffektiver düsterer Sci-Fi-Actionfilm, dem die budgetbedingten und inszenatorischen Limitierungen auffallend in die Karten spielen. Es gibt keine einzige Sekunde Sonnenlicht in Eyres Film, der von einigen wenigen Establishment-Shots und der Schlusssequenz abgesehen ausschließlich in geschlossenen Räumen spielt, was beträchtlich zu seiner klaustrophobischen Stimmung beiträgt. Es ist sowieso auffallend, dass PROJECT SHADOWCHASER trotz seiner inhaltlichen Verortung im Science-Fiction-Genre eher mit Eigenschaften des Horrorfilms operiert: Der Cyborg Romulus bleibt ebenso schemenhaft wie die Umstände, die zu seiner Beteiligung an der Geiselnahme führten, und der holprige Schnitt und die logischen Brüche verleihen dem Film ebenso einen alptraumhaften Zug wie die mit zunehmender Laufzeit immer abstruser werdende Handlung. Wenn Desilva und Sarah etwa vor dem stoisch marschierenden Cyborg fliehen, nur um ihm immer wieder in die Arme zu rennen, wenn er an Orten auftaucht, an denen er (noch) gar nicht sein kann, so erinnert das nicht wenig an prägende Charakteristika etwa der FRIDAY THE 13TH- oder NIGHTMARE ON ELM STREET-Serie. (Romulus wurde dann ja auch wie seine Kompagnons Jason und Freddy zur Hautfigur einer eigenen Filmserie.) Vergleicht man PROJECT SHADOWCHASER mit dem thematisch ähnlich gelagerten T-FORCE so fällt auf, dass hier weniger die körperliche Kraft oder die herausragenden kognitiven Fähigkeiten des Cyborg gepriesen werden, sondern eben die Freiheit von jeglicher als einschränkend und hemmend empfundener Moral: Romulus ist die Schöpfung eines politischen Hardliners, der in der Öffnung Amerikas nach außen den Grund für den wirtschaftlichen und machtpolitischen Niedergang sieht und deshalb einen amoralischen Herrenmenschen – man beachte auch Romulus‘ schlohweißes Haar – erst programmiert und dann mit dem Anschlag auf das Leben des Präsidenten beauftragt. Klar, dass man dieser wahrhaft satanischen Macht nur mit uramerikanischen Werten begegnen kann: Seine finale Wiedergeburt feiert der ehemalige Footballprofi Desilva dann auch stilecht mit einer Budweiser-Dusche.

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Kommentare
  1. […] gewordene diabolus ex machina durch den Film walzt. Wieso lebt er nach den Ereignissen von Teil 1 wieder? Warum strebt er erneut nach der Weltherrschaft? Wie hat er seine Leute rekrutiert? Und wer […]

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