project shadowchaser lll (john eyres, usa 1995)

Veröffentlicht: August 13, 2009 in Film
Schlagwörter:, , , ,

affiche[1]Die Kommunikationsstation Comstat 5, die um den Mars kreist, kollidiert mit dem Raumfrachter „Siberia“, der seit 25 Jahren verschollen ist. Als die Besatzungsmitglieder von Comstat 5 das Raumschiff betreten, fallen sie einer nach dem anderen einem Unbekannten zum Opfer. Es stellt ich heraus, dass die Besatzung der „Siberia“ von ihrem eigenen Sicherheitssystem, einem Androiden (Frank Zagarino) dahingerafft wurde, der es nun auf die Comstat-5-Leute abgesehen hat …

Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, dass eine Filmserie mit fortschreitendem Alter irgendwann im Weltraum landet. Bei der einen passiert es früher, bei der anderen später. HELLRAISER IV: BLOODLINE, JASON X, LEPRECHAUN 4: IN SPACE sollen hier als Beleg ausreichen, es ließen sich aber wahrscheinlich noch weitere Beispiele finden. Warum dieser Schauplatzwechsel? In der Schwärze des Alls hofft man, ein- und festgefahrene Konzepte von ihren Ketten zu befreien, dem Ganzen Unternehmen einen Hauch von Größe und Epik zu verleihen und sich neue Möglichkeiten zu eröffnen, die nur durch die eigenen Fantasie begrenzt sind: der Weltraum als Wille und Vorstellung sozusagen. Dass man zudem auf teure, komplizierte und unberechenbare Außendrehs verzichten und es sich ganz vor dem Blue- respektive Greenscreen bequem machen kann, mag ein angenehmer Nebeneffekt sein. Was auch immer sich John Eyres davon versprach, als er seine inhaltlich nur durch die Figur des Romulus zusammengehaltene PROJECT SHADOWCHASER-Serie für das zweite Sequel ins All verlegte: Er irrte. Gewaltig. Dieser Film ist eines jener traurigen Erzeugnisse, über die sich wirklich nichts, rein gar nichts Positives sagen lässt. Anstatt das in den beiden Vorgängern doch recht erfolgreiche „DIE HARD meets Cyborg „-Konzept weiterzuverfolgen, orientiert sich Eyres nun unverständlicherweise an Scotts ALIEN – ein wenig origineller Schachzug -, verlegt sich auf das plumpe Zehn-kleine-Negerlein-Spielchen und offenbart all die Schwächen, die er zuvor noch im Getöse kaschieren konnte. Es reicht eben nicht aus, seine Protagonisten 50 Minuten lang durch dunkle Gänge tappen zu lassen, um Suspense zu erzeugen, auch wenn ein unbedarfter Zuschauer bei Betrachtung von Scotts Film diesen Eindruck gewinnen könnte. PROJECT SHADOWCHASER III ist eine 94-minütige Geduldsprobe und Zeitvernichtungsmaschine ohne jeden Eigen- oder gar Unterhaltungswert. Das einzige, was halbwegs interessant an ihm ist, ist die Frage, wie er sich zu seinen beiden Vorgängern verhält: Ist er ein Sequel, das dann aber Teil 1 und 2 zu verleugnen scheint, oder gar ein Prequel? Einiges spricht für letztere These: Romulus – dessen Name hier nicht fällt – ist zunächst kaum mehr als ein Roboter und wird erst zur Mordmaschine, weil er von einem Computervirus „befallen“ wird. Wenn dies seine spätere Psychose erklären sollte, würde das allerdings bedeuten, dass sich die Reihe vom in der Zukunft angesiedelten Prequel zurück in die Gegenwart bewegt. Und wenn Teil 3 ein „echtes“ Sequel wäre: Warum fungiert der einstige Cyborgterrorist dann plötzlich als Sicherheitsroboter? Fragen über Fragen, über die nachzudenken sich angesichts der formvollendeten Bankrotterklärung, die PROJECT SHADOWCHASER III darstellt, aber eigentlich nicht lohnt. Hier gab es keinen Plan. Es wurde einfach ein Film zusammengekloppt und ein Titel draufgeklebt. Nichtswürdiger Scheißdreck, den ich einzig aus einem pathologischen Pflichtbewusstsein heraus bis zu Ende geschaut habe. Hätte lieber aus dem Fenster oder gegen eine Wand geguckt.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s