cabin fever 2: spring fever (ti west, usa 2009)

Veröffentlicht: August 27, 2009 in Film
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Das aus Eli Roths CABIN FEVER bekannte verseuchte Trinkwasser landet an einer Kleinstadt-Highschool, die gerade in den letzten Vorbereitungen für die Prom Night steckt …

cabinfever2Nach Eli Roths heftig umstrittenen Vorgänger (den ich gar nicht so schlecht finde)  versucht sich nun Ti West an einem Ultra-Low-Budget-Sequel, das er dankenswerterweise gleich auf seine Essenz herunterbricht: Ekeleffekte und abjekten Humor. Nach dem lustigen Auftakteffekt erklärt eine charmante Cartoon-Creditsequenz nochmal, was es mit dem Wasser auf sich hat und erledigt die lästige Pflicht der Exposition im Vorbeigehen. Die Strategie, möglichst wenig Zeit zu verschwenden, zieht der Film konsequent bis zum Ende durch. Das hat zur Folge, dass etliche Handlungsstränge im Nichts enden, sich einfach auflösen oder schlicht vergessen werden und der Film so einen ähnlich nekrotischen Eindruck macht, wie seine zahlreichen Leichen. Keine ganz dumme Idee, zumal hier wohl niemand wirklich meisterliches Erzählkino erwartet hat. Ähnliches gilt für den Humor: Statt hintergründig-feinsinniger Bonmots gibt es Penisse, aus denen der Eiter quillt, 16-jährige Prostituierte, Dickensex und – in einer ausgesprochen unangenehmen Szene – eine Fehlgeburt. Das alles ist so radikal geschmacklos, dass selbst der Vorwurf des Nerdjerkings hoffnungslos daran abprallt. Kein guter Film, ganz bestimmt nicht, aber einer, der mir 80 kurzweilige und abseitige Minuten beschert hat und das Gros des unerträglichen Funsplatter-Genres hinter sich lässt.

Kommentare
  1. tschill sagt:

    Ti West war wegen des feinen The House of the Devil beim Fright Fest. Ich weiß nicht, ob das bekannt ist, aber er hat sich sehr über die Studiopolitik zu Cabin Fever 2 beklagt. Sie haben den Film ewig liegen lassen, so daß er schon dachte, er würde gar nicht mehr veröffentlicht, dann aber einen Recut ohne ihn gemacht, der ihm gar nicht mehr gefällt, weil all die Anspielungen nun unverständlich geworden sind. Ihm war es fast schon peinlich, weil es so eine klassische Studiogeschichte ist.
    Sehr mitreißender und enthusiasischer Mensch, nebenbei bemerkt. Hat auf jeden Fall als Person und Künstler bei mir ordentlich gepunktet.

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