in 3 tagen bist du tot 2 (andreas prochaska, österreich 2008)

Veröffentlicht: September 9, 2009 in Film
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2398_xxl[1]Die hirnverdrehende Zahlenmystik des Titels verweist zwar noch auf fragwürdige Meisterleistungen der Sequeltitel-Schmiedekunst wie SOMETIMES THEY COME BACK … AGAIN! oder auch I STILL KNOW WHAT YOU DID LAST SUMMER, ohne jedoch deren sprachlichen Dadaismus zu bemühen, täuscht mit der geradezu offensiven Schmucklosigkeit, mit der er seine „Sequelität“ in einer einfachen „2“ bekundet, Einfalt vor, wo in Wahrheit reichlich Cleverness am Werk ist. IN 3 TAGEN BIST DU TOT 2 ist kein Retrohorror, vielmehr geht es in der Fortsetzung des Ösi-Slashers wie etwa in THE DESCENT 2 um Traumabewältigung. Die Rückkehr einer Protagonistin an den Schauplatz des ersten Teils bietet nicht Gelegenheit, dieselbe Geschichte nochmal abzuspulen, sondern vielmehr deren verheerende Folgen auf die Psyche seiner Hauptfigur zu zeigen. 

Nina (Sabrina Reiter) begibt sich auf der Suche nach ihrer Freundin Mona auf den Berghof der Familie Kogler, ohne sich daran zu erinnern, dass sie dort bereits schon einmal war – zusammen mit eben jener Mona. Natürlich tappt sie erneut den Backwood-Bewohnern in die Falle und muss sich in der Folge ihres Lebens erwehren, praktischerweise auf Kosten des Lebens ihrer Peiniger, bis sie am Schluss schließlich am Ziel ihrer Suche ankommt, das sie sich allerdings ganz anders vorgestellt hat. 

Prochaskas Film zeichnet sich durch eine stilsichere Inszenierung und einen gleichmäßigen Spannungsaufbau, durch die glaubwürdig wirkenden Darsteller und sein Setting aus, das trotz des dräuenden Bergpanoramas nur wenig mit den schwarzromantisch verzeichneten Backwoodfilmen gemein hat und IN 3 TAGEN BIST DU TOT 2 dicht an der Realität platziert. In seiner nüchternen Bildsprache, die ohne große Stilisierungen auskommt, erinnert Prochaskas Film vielmehr an einen Kriminalfilm, was die Gewaltausbrüche noch um ein Vielfaches grausamer erscheinen lässt. Die finale Auflösung kommt ebenfalls nicht als plumper Gag daher, sondern verleiht ihm einen tragischen Unterton, der dem Backwood-Slasher sonst vollkommen abgeht. Ein wirklich gelungener Film, dessen ersten Teil ich mir sicherlich demnächst mal zu Gemüte führen werde.

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