the killing room (jonathan liebesman, usa 2009)

Veröffentlicht: September 9, 2009 in Film
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the-killing-room-poster[1]Vier Personen, eine Frau (Clea DuVall) und drei Männer (Timothy Hutton, Nick Cannon, Shea Whigham), haben sich für ein Experiment gemeldet, über dessen Hintergründe sie jedoch noch nichts wissen. Sie sitzen in einem kargen, weiß gekachelten Raum mit einigen Stühlen und Tischen und warten auf die Instruktionen des Leiters Dr. Phillips (Peter Stormare), als die erste Person mit einem Kopfschuss zu Boden fällt. Ab diesem Zeitpunkt beginnt ein Kampf ums Überleben zwischen den verbleibenden Personen: Denn nur einer von ihnen wird den „Killing Room“ lebend verlassen. Aber wozu?

Wenn der Regisseur von DARKNESS FALLS und TEXAS CHAINSAW MASSACRE: THE BEGINNING einen politisch motivierten Film dreht, sollte man sich auf eine Lektion in Sachen billiger Polemik und Einfalt einstellen: Der „Killing Room“ dient dazu, amerikanische Staatsbürger zu finden, die sich aufgrund ihrer Bereitschaft, sich einem größeren Ganzen zu opfern, zu Selbstmordattentätern eignen. Die Annahme, dass unter Aufsicht der Regierung solche Experimente mit einem solchen Zweck verfolgt werden, halte ich schonmal für reichlich paranoid: THE KILLING ROOM ist genau die Art „kritischen“ Kinos, das wir der Bush-Administration zu verdanken haben, in deren Gefolge jeder Dämlack, der „Bush ist doof“ buchstabieren konnte und BOWLING FOR COLUMBINE gesehen hatte, sein politisches Coming-out erleben durfte. Verantwortungsbewusstsein wird ersetzt durch grenzenloses Misstrauen, Argumente durch Zynismus und eben Polemik, der Humanismus, in dessen Geiste jede politische Kritik eigentlich stehen sollte, durch den stumpfen, undifferenzierten, aber dafür grenzenlosen Hass auf die Mächtigen und Reichen. Natürlich sind die demokratisch gewählten Regierungen keinen Deut besser als terroristische Vereinigungen und Fundamentalisten, das zumindest scheint uns Liebesman mit seinem Film weismachen zu wollen, den als Hetzwerk zu bezeichnen mich nur dessen Mangel an agitatorischer Potenz abhält. Das größte Verbrechen dieses Films, der gern ein CUBE wäre, aber der noch nichtmal ein SAW ist, ist nämlich,  dass er sich mit seiner auf hintergründig-authentisch getrimmten Kameraführung und Bildkomposition und seinen endlosen geflüsterten Dialogen unerträglich wichtig macht, dabei aber nicht mehr als aufgeblasene Langeweile produziert, die sich dann wie zur Entschuldigung mit einem kleinen Twist anbiedert, der ebenso zynisch ist wie jene gewissnelosen Wissenschaftler, die er aufs Korn nimmt. Zum Vergessen.

Kommentare
  1. tschill sagt:

    Hä? Habe ich jetzt was nicht mitbekommen? Warum sollten Leute, die anderen problemlos die Kehle durchschneiden, als Selbstmordattentäter geeignet sein? Bin ich zu blöd zu, das zu verstehen.

  2. Oliver sagt:

    Wie kommst du auf Kehle durchschneiden? Es geht – der Logik des Films zufolge – darum, jemanden zu ermitteln, der bereit ist, sich für eine größere Sache selbst zu opfern. Der vorletzte Kandidat entscheidet sich zum Freitod, um den anderen zu retten, und besiegelt genau damit ironischerweise das Schicksal seines Kompagnons, der ermordet wird, während der potenzielle Selbstmörder „ins nächste Level“ kommt.

  3. tschill sagt:

    Haha! Der Plot ist ja noch dämlicher. In so einer Gruppe, in der wahrscheinlich bis zum last man standing alle getötet werden, würde man doch wohl eher daran denken, den Vorletzten umzunieten, um selbst am Leben zu bleiben. „Chef, auch Gruppe 32 hat versagt. Unser potentieller Kandidat wurde mal wieder vom aggressiven Alphatierchen totgebissen. Sollen wir mit Gruppe 33 weitermachen?“

  4. funkhundd sagt:

    Ich muss dazu sagen, dass die Versuchskaninchen nicht angehalten sind, sich gegenseitig plattzumachen. Sie erfahren aber, dass einer nach dem anderen „entfernt“ werden wird und zwar immer dann, wenn eine der gestellten Aufgaben gelöst wurde. Die Auswahlkriterien sind den Insassen des Killing Rooms aber unbekannt. An der Blödheit des Films ändert das aber trotzdem nix.

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