watchmen (director’s cut) (zack snyder, usa 2008)

Veröffentlicht: September 11, 2009 in Film
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Watchmen_Directors_cut_DVD[1]Und gleich die nächste handfeste Enttäuschung, die mich glauben lässt, derzeit vielleicht besser vom Filmegucken abzusehen, zumal meine Kritikpunkte sich hier kaum von jenen unterscheiden, die ich schon gegen Tarantinos Nazijägerfilm vorzubringen hatte: Der Director’s Cut von WATCHMEN ist a) zu lang und b) zu verlabert. Weil das für meine Ansprüche aber noch keinen gelungenen Text ergibt, sei noch gesagt, dass mir das erste Drittel des dreistündigen Films ausgezeichnet gefallen hat. In der Exposition gelingt Snyder nämlich all das, was im Hauptteil in die Hosen geht. Eine mit den Mitteln moderner Effekttechnik aufgebrezelte, spektakuläre Szene jagt die nächste, die von Dylans „The Times they are a-changing“ untermalte Creditsequenz, die berühmte historische Momente „verwatchmenisiert“, gehört zum besten, was ich in letzter Zeit gesehen habe, und der Film legt ein Tempo und eine Akribie vor, die mich die Zeit vollkommen vergessen ließ. Doch irgendwann kam dann der Bruch. Keine Ahnung, ob das tatsächlich am Film oder doch eher an mir lag (unmittelbar nach dem FFF war es vielleicht etwas zu viel des Guten, INGLOURIOUS BASTERDS und WATCHMEN an einem Abend schauen zu wollen), aber ich kann mich an keinen Film erinnern, der mich so abrupt verloren hat wie WATCHMEN. Irgendwann hat es mir, vollkommen unvermittelt, einfach gereicht: Mir ging das alles viel zu langsam, die Vorlagentreue empfand ich plötzlich nur noch als Belastung denn als Vorteil, an den Bildern hatte ich mich ebenfalls sattgesehen und die auf Dialoge setzende Inszenierung wirkte auf mich steif, unflexibel und irgendwie einfallslos und unbeholfen. Ich werde dem Film – wie auch Tarantinos INGLOURIOUS BASTERDS – auf jeden Fall noch eine zweite Chance einräumen, mich zu überzeugen. Bis dahin muss ich den Kritikern, die die Idee einer Verfilmung wegen der angeblichen Unverfilmbarkeit der Vorlage von Anfang an für eine schlechte hielten, leider Recht geben. Man hätte WATCHMEN radikal kürzen müssen, um dem Film einen Mehrwert gegenüber der Graphic Novel zu verleihen. Das wäre zwar kaum wünschenswert gewesen, aber so, in dieser Länge, in dieser Form, mit diesem Ende finde ich WATCHMEN – ich kann es nicht anders sagen – ganz schön langweilig.

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