waxwork (anthony hickox, usa 1988)

Veröffentlicht: November 23, 2009 in Film
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Die College-Freunde Mark (Zach Galligan), Sarah (Deborah Foreman), China (Michelle Stevens) und Tony (Dana Ashbrook) besuchen ein merkwürdiges Wachsfigurenkabinett, das inmitten der Wohnsiedlungen von Beverly Hills seine Pforten geöffnet hat. Doch während des Aufenthalts verschwinden China und Tony. Mark und Sarah stellen Nachforschungen an und kommen einem diabolischen Plan auf die Spur …

Man kann der Inhaltsangabe schon entnehmen, dass der Reiz von Hickox‘ Film definitiv nicht in seiner einfältigen Storyline zu suchen ist, sondern vielmehr in deren Ausschmückung. So wurde der ganze Film um die Szenen im Wachsmuseum herumgestrickt, in denen die ahnungslosen Besucher buchstäblich in die dort aufgebauten Horrorszenarios gesogen und zu ihrer Verwunderung plötzlich zu deren Protagonisten werden. Tony fällt einem Werwolf zum Opfer, China muss sich mit einer ganzen Schar blutdurstiger Vampire herumschlagen, einen Polizisten verschlägt es in die Grabkammer eines rachsüchtigen Pharaos, Sarah erliegt dem fragwürdigen Charme des Marquis de Sade und Mark sieht sich schließlich in die Nacht der lebenden Toten versetzt. Hickox lässt diese liebevoll ausgearbeiteten klassischen Horrorszenarios auf die Gegenwart prallen und erzählt unter der Oberfläche auch etwas über den Horror, sein Medium und seine Rezipienten. Das Wachsfigurenkabinett verweist ja per se schon in die Vergangenheit, trotzdem wird das Dargebotene  für seine Besucher auf eine Art und Weise „real“ wie das eben idealerweise vor allem Filme leisten können. Letztlich ist aber alles nur eine Frage des Glaubens und der Fantasie. Leider hätte sich aus dieser Grundidee ein sehr viel besserer Film hätte machen lassen als WAXWORK dann tatsächlich geworden ist. Im Gegensatz zu den zuletzt hier von mir besprochenen Achtzigerjahre-Horrorfilmen ist er nämlich alles andere als gut gealtert. Richtig Stimmung kommt nur in den eben beschriebenen Sequenzen auf, der Detektiv-Plot drumrum ist eher fad und die letztliche Auflösung einfach uninteressant, auch wenn sie zum Finale Gelegenheit für eine doch recht hübsche slapstickartige Massenkeilerei mit Monstereinsatz gibt. Der Kultstatus, den dieser Film – wohl auch dank der geschnittenen und mit REISE ZURÜCK IN DER ZEIT ungelenk betitelten deutschen Fassung – mal genoss, lässt sich kaum noch aufrechterhalten. Das git im Grunde für fast alle Filme, die Anthony Hickox von Ende der Achtziger bis Mitte der Neunziger drehte (z. B. SUNDOWN, HELLRAISER III: HELL ON EARTH, WARLOCK: THE ARMAGEDDON, FULL ECLIPSE oder das WAXWORK-Sequel SPACESHIFT: WAXWORK II): Alles sind sie durch die Bank als Kinder ihrer Zeit zu erkennen, ohne dies in irgendeiner Form transzendieren zu können. Schlecht ist WAXWORK aber auch wieder nicht: Neben den genannten Meriten sprechen für den Film die gute Besetzung, die neben der entzückenden Deborah Foreman solche Veteranen wie David Warner, John Rhys-Davies ud Patrick Macnee aufbietet, sowie natürlich die vor allem im Vampirsegment happigen Splattereffekte.

Kommentare
  1. […] Splatter Für den Mord an ihrem Stiefvater, den in Wahrheit eine dem finalen Gemetzel aus WAXWORK entkommene Zombiehand begangen hat, muss sich Sarah (Monika Schnarre) vor Gericht verantworten. Da […]

  2. […] hatte hier anlässlich von WAXWORK und WAXWORK II schonmal über Hickox schwadroniert. SUNDOWN war mir zwar bekannt, aus mir […]

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