waxwork ll: lost in time (anthony hickox, usa 1992)

Veröffentlicht: November 24, 2009 in Film
Schlagwörter:, , ,

Für den Mord an ihrem Stiefvater, den in Wahrheit eine dem finalen Gemetzel aus WAXWORK entkommene Zombiehand begangen hat, muss sich Sarah (Monika Schnarre) vor Gericht verantworten. Da niemand ihre wilde Geschichte glaubt, stehen ihre Chancen auf Freispruch schlecht. Gemeinsam mit ihrem Freund Mark (Zach Galligan) macht sie sich mithilfe eines Kompasses, der es ihnen ermöglicht, in der Zeit zu reisen, auf die Suche nach entlastendem Beweismaterial.

Was ich über den Vorgänger geschrieben habe, ließe sich hier nahezu wortwörtlich wiederholen. Die Story ist haarsträubend und lediglich Aufhänger für die Horrorszenarios, die diesmal jedoch wesentlich elaborierter sind und sich noch stärker an existierenden Filmen orientieren. In einer noch an WAXWORK erinnernden Episode wird zunächst Baron Frankenstein (Spandau Ballet-Bassist Martin Kemp) und seinem Monster ein Besuch abgestattet, bevor es die Protagonisten dann für eine ALIEN-Hommage ins Weltall bzw. ins Spukhaus aus THE HAUNTING verschlägt. Letztere Sequenz ist der absolute Höhepunkt des Films, nicht nur weil Hickox den visuellen Stil von Robert Wise‘ Gruselklassiker perfekt zu imitieren und dadurch geschickt zu persiflieren, sondern vor allem dank des komödiantischen Talents von Bruce Campbell, dessen Auftritt mit offenem Brustkorb hier einfach alles ist. Ich finde es immer wieder schade, dass Campbell seine Fähigkeiten nie in einem richtig großen, auf ihn zugeschnittenen Film unter Beweis stellen durfte. Ich sehe ihn etwa in einer Realverfilmung eines Tex-Avery- oder Looney-Tunes-Cartoons vor mir: Für mich ist er die menschgewordene Comicfigur (und von Raimi ja auch oft so inszeniert worden). Aber zurück zu WAXWORK II: LOST IN TIME, mit dem es nach diesem Höhepunkt leider drastisch bergab geht. Leider wirft Hickox sein Konzept (das übrigens etwas an den Gottschalk/Krüger-Film DIE EINSTEIGER erinnert) des kurzweiligen Filmhoppings völlig über den Haufen und verfrachtet Mark und Sarah für das letzte Drittel des Films in ein langweiliges Mittelalterszenario, das keinem erkennbaren Vorbild mehr folgt und das Tempo massiv verschleppt. Ich muss eingestehen, dass mich in den letzten 20 Minuten des Films der Schlaf übermannt hat, was allerdings mehr über den Film verrät als alles, was ich sonst darüber sagen könnte. Das größte Manko des Films ist, dass er sich mehr für seine Protagonisten interessiert als der Zuschauer: Wie schon WAXWORK so lebt nämlich auch das Sequel einzig und allein von den Ausflügen in ein liebevoll gestaltetes Horrorfilm-Paralleluniversum und offenbart riesige Schwächen, sobald er sich nicht mehr auf vorgegebene Narration stützen kann, sondern seine eigene Geschichte erzählen muss. Während WAXWORK diese Schwäche mit seinem hingeworfenen Patchwork-Charakter und seiner offenen Naivität noch auffangen konnte, bricht sie dem epischer angelegten WAXWORK II: LOST IN TIME das Genick. Der lässt den Vorläufer in seinen besten Momenten zwar weit hinter sich, hat davon aber einfach zu wenige. Irgendwie ärgerlich.

Kommentare
  1. […] hatte hier anlässlich von WAXWORK und WAXWORK II schonmal über Hickox schwadroniert. SUNDOWN war mir zwar bekannt, aus mir unerfindlichen Gründen […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.