monsters vs. aliens (rob letterman/conrad vernon, usa 2009)

Veröffentlicht: November 30, 2009 in Film
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Es ist nicht wirklich nachvollziehbar, warum sich nicht schon vorher eines der großen Animationsstudios des klassischen Monster- oder Science-Fiction-Films angenommen hat. vor allem ersterer ist doch geradezu prädestiniert für eine Umsetzung im vergleichsweise jungen Genre des Animationsfilms, mit seiner Fokussierung auf unheimliche, riesenhafte Gestalten und sonstige Special Effects. Stattdessen bekommt man wieder und wieder dieselben anthropomorphisierten Säugetiere vorgesetzt, die sich in kaum weniger genormten Konflikten wiederfinden und sicherlich mit dazu beitragen, dass der Animationsfilm für viele schlicht „Kinderkram“ ist und bleibt. MONSTERS VS. ALIENS macht schon im Titel keinen Hehl daraus, dass er sich sehr bewusst darüber ist, welche klaffende Lücke er zu schließen gedenkt – und seine Sache nicht schlecht, auch wenn er wiederum kaum mehr bietet als das bekannte narrative Gerüst von den verlachten Außenseitern, die sich bewähren müssen.

Susan Murphy (Reese Witherspoon) wird an ihrem Hochzeitstag von einem Meteoriten getroffen und wächst daraufhin auf die Größe eines Wolkenkratzers an. An ein normales Leben ist für sie nicht mehr zu denken, schon gar nicht als sie überwältigt und in einen geheimen Bunker gesteckt wird, den sie mit einigen weiteren „Monstern“ teilen muss, die die Regierung vor den Menschen geheim halten will: Dr. Cockroach (Hugh Laurie) ist ein Wissenschaftler, der bei einem missglückten Experiment nicht nur die Fähigkeiten einer Kakerlake, sondern auch deren Kopf erhalten hat, The Missing Link (Will Arnett) ist eine Mischung aus Menschenaffe und Fisch, die man in einem Eisberg gefunden hat, B.O.B. (Seth Rogen), das fehlerhafte „Erzeugnis“ eines Lebensmittelkonzerns, ist ein unzerstörbarer gallertartiger Schleimklumpen und Insectosaurus schließlich ein durch radioaktive Strahlung massiv angewachsenes Insektenwesen. Als der Außerirdische Gallaxhar (Rainn Wilson) eine Invasion der Erde startet, müssen die Monster beweisen, dass sie zu etwas gut sind …

Viel zu sagen gibt es eigentlich nicht: MONSTERS VS. ALIENS bietet familienfreundliche Unterhaltung, die zwar kaum für große Überraschungen sorgt, jedoch über 90 Minuten angenehm unterhält, in seinen Animationen überzeugt und darüber hinaus einige nette Gags serviert. Wer ein Faible für das Science-Fiction-Kino der Fünfzigerjahre und speziell den Monsterfilm hat, dürfte MONSTERS VS. ALIENS zudem als recht liebevolle Hommage verstehen. Nicht nur die Figuren sind natürlich Leihgaben aus Klassikern von THE FLY über THE BLOB und ATTACK OF THE 50 FOOT WOMAN bis hin zu CREATURE FROM THE BLACK LAGOON, auch erzählerisch greift der Film zahlreiche Standards des Genres auf, seien es der eisenharte Armeegeneral, der die Gegenoffensive startet, der Präsident, der nur wenig entscheidungsfreudig ist, oder der Konflikt, der sich für Susan aus ihrer Verwandlung ergibt. Ähnlich lassen sich auch die „Effektszenen“ verschiedenen Vorbildern zuweisen: Die Katastrophe an der Golden Gate Bridge ist deutlich den Auseinandersetzungen der GODZILLA-Filme nacheimpfunden, für die Invasion der Erde ließen sich etliche Vorbilder herbeizitieren und die Infiltration des Raumschiffes durch die monströsen Helden erinnert deutlich an Emmerichs INDEPENDENCE DAY. Das alles erhebt demnach keinerlei Anspruch auf große Originalität: Als Startschuss für weitere – dann vielleicht auch etwas weniger stromlinienförmige – Animations-Monsterfilme darf man sich MONSTERS VS. ALIENS aber definitiv gefallen lassen.

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