taken (pierre morel, frankreich 2008)

Veröffentlicht: November 30, 2009 in Film
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Als seine Tochter Kim (Maggie Grace) von ihren Plänen berichtet, mit einer Freundin nach Paris zu reisen, ist der ehemaliger Geheimagent Bryan Mills (Liam Neeson) alles andere als begeistert. Letztlich beugt er sich dem Willen seiner geschiedenen Frau Lenore (Famke Janssen), doch seine schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten sich, als die beiden Mädchen in die Hände von Menschenhändlern fallen. Bryan macht sich sofort auf die Reise nach Paris, um seine Tochter zurückzuholen, koste es, was es wolle. Dafür bleiben ihm jedoch nur 96 Stunden …

Die Renaissance des Actionkinos geht auch mit TAKEN weiter, einem wahrlich furztrockenen Vertreter des Rachekinos, das einst humorlos von Charles Bronson verwaltet wurde. Anders als jedoch dessen „rechtschaffener“ Bürger Paul Kersey, der durch persönliche Verluste und die daraus resultierende Ohnmacht zum Vigilanten wird, ist Neesons Mills ein Profi, der jederzeit ganz genau weiß, wie weit er gehen kann und muss, um sein Ziel zu erreichen. Mit äußerster Präzision und Effizienz geht er gegen seine Gegner vor und lässt keinen Zweifel daran, wer am Ende der „last man standing“ sein wird. TAKEN ist dann auch nicht im herkömmlichen Sinn spannend: Es ist eher die Bewunderung für eine Figur, die geradezu die Verkörperung des Begriffs „Kompromisslosigkeit“ zu sein scheint, für die geradlinige Zielstrebigkeit, die er an den Tag legt, und natürlich die Befriedigung, wenn Dreckschweine ins Gras beißen, die den Film am Laufen hält. Das macht schon offensichtlich, dass TAKEN ein polarisierender Film ist, der als Gesellschaftskritik missverstanden schwer im Magen liegen dürfte, aber er macht aus dieser Tatsache keinen Hehl: Für den US-Amerikaner Mills hört die Zivilisation an der eigenen Grenze auf, die Albaner vermehren sich und ihr schmutziges Geschäft mit der Geschwindigkeit einer Epidemie, ein junges Mädchen muss hinter jedem fremden Gesicht einen miesen Menschenhändler vermuten – das ist der provokative Dreisatz, den Morel hier vollführt. Dem Regisseur dabei zu folgen, sich seiner Manipulation auszusetzen, ist nicht nur der Schlüssel zum Gefallen, sondern auch der zum Vertsändnis des Hauptcharakters, dessen zivilisierte Fassade rasant bröckelt, als es ihm ans Eingemachte geht. Das Konzept der Menschlichkeit ist leider nicht besonders belastbar …

Kommentare
  1. […] wie THE TRANSPORTER, UNLEASHED oder WAR verantwortlich war, inszenierte er selbst mit BANLIEUE 13, TAKEN und nun eben FROM PARIS WITH LOVE drei der herausragenden Beispiele des neuen französischen […]

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