tremors (ron underwood, usa 1990)

Veröffentlicht: Dezember 31, 2009 in Film
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Der deutsche Titel IM LAND DER RAKETENWÜRMER ist kaum weniger kurios als es dieser Film sowieso schon ist: Von Gale Ann Hurd aufwändig produziert, kam dieser Monsterfilm zu einer Zeit heraus, als er zumindest auf dem Papier seltsam dated erscheinen musste. 1990 wurde der Horrorfilm noch von den letzten nicht in die ewigen Jagdgründen geschickten Slashern beherrscht, mit TERMINATOR: JUDGMENT DAY stand ein großes, den Hollwood-Film in (fast) jeder Hinsicht veränderndes Ereignis kurz bevor, und wen das nicht vollkommen in seinen Bann schlug, der schmachtete vielleicht Richard Gere an, wie er Julia Roberts in PRETTY WOMAN umgarnte. Für einen Film um gefräßige Riesenwürmer schien da eigentlich nur wenig Platz. Doch weit gefehlt. TREMORS entwickelte sich zu einem achtbaren Erfolg, der auch 20 Jahre später nichts von seinem Charme und Witz verloren hat und – man glaubt es kaum – durchaus als kleiner Klassiker des Fantastischen Films gelten darf. (Die Promo-Kampagne, die seinerzeit in der „Fangoria“ scharf kritisiert wurde – die Produktionsfirma weigerte sich, Fotos der Titelmonster vorab zu veröffentlichen – erwies sich im Nachinein und entgegen der Prophezeiungen der schimpfenden Fanscharen also als goldrichtig.)

Ron Underwood gelingt es in TREMORS ganz ausgezeichnet, die schwierige Balance zwischen Humor und Spannung zu halten, wobei ihn nicht zuletzt die hervorragend aufgelegten und gut harmonierenden Schauspieler tatkräftig unterstützen. Fred Ward und Kevin Bacon sind spitze als kleine Loser, die in ihrem Wüstenkaff vom großen Wurf träumen, aber über schlecht bezahlte Aushilfsarbeiten nicht hinauskommen: Schon die nächste Kleinstadt erweist sich für sie als unerreichbar. Michael Gross ist als Waffennarr und Kalter-Kriegs-Paranoiker Burt ebenfalls Gold wert und dazu gesellen sich Nebendarsteller wie Victor Wong, die dem Film eine Klasse verleihen, die für sein Sujet eher untypisch ist. Den letzten Kick erhält der Film von der großartigen Fotografie, der die unsichtbare unteriridische Bedrohung gut einfängt und dem zudem das Kunststück gelingt, die klaustrophobische Potenz der Wüstenlandschaft ins Bild zu setzen.

Ich will gar nicht viele Worte verlieren, weil man TREMORS einfach sehen muss: Seine Leistung lässt sich nur schwer in Worte übersetzen. Ich schaue mir diesen feinen Film alle paar Jahre in der Erwartung an, dass er jetzt eigentlich entzaubert sein müsste und werde jedesmal vom Gegenteil überrascht: Der wird tatsächlich immer besser. Toller Film!

Kommentare
  1. […] der Abwesenheit von Kevin Bacon – der war nach TREMORS in die oberen Hollywood-Etagen vorgedrungen und sich für einen zweiten Würmerfilm wohl zu schade […]

  2. […] TREMORS-Macher bleiben ihrem Erfolgsrezept treu: Bevor eine Idee Patina ansetzen kann, denken sie sich […]

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