return of the living dead 3 (brian yuzna, usa 1993)

Veröffentlicht: Januar 5, 2010 in Film
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Curt (J. Trevor Edmond) und Abigail (Melinda Clarke) sind ein jugendliches Liebespaar und als solches stets auf den nächsten Thrill aus. Deshalb schleichen sich beide in den Armeestützpunkt, wo Curts Vater arbeitet, um ein bisschen herumzuspionieren. Dort werden sie Zeugen eines grausigen Experiments: Mittels eines Gases werden Tote zu neuem blutgierigen Leben ereckt – und bringen gleich mal zwei Wissenschaftler um. Curt und Abigail fliehen entsetzt und bauen nur wenig später einen Unfall, der für das Mädchen tödlich endet. Aber Curt weiß ja, wie er sie zurückholen kann …

Gern nehme ich Funxtons „Herausforderung“ an und muss dann auch gleich einräumen, dass der Film für mich sehr wohl einiges an Reiz eingebüßt hat, seit ich ihn vor ca. 15 Jahren zum ersten Mal sah. Zwar gefällt er mir immer noch, doch ein bisschen ernüchternd war das Wiedersehen schon: Hatte ich ihn als ausschweifendes, großes Splatterspektakel in Erinnerung behalten, entpuppte er sich vielmehr als unterfinanziertes Kammerspiel. Eine Handvoll Darsteller verliert sich an menschenleeren Drehorten, die nicht an eine Großstadt, sondern eher an ein Gewerbegebiet bei Mitternacht erinnern, und irgendwie den Eindruck vermitteln, dass die Apokalypse, die doch erst noch bevorstehen soll, sich schon längst ereignet hat. Aber das fällt nicht so ins Gewicht, weil Yuzna einen eher ungewöhnlichen Ansatz für seinen Zombiefilm wählt: Hier geht es eben nicht um das Ende der Menschheit, sondern um eine tragisch verlaufende Liebesgeschichte, quasi „Romeo & Julia meets Frankenstein“, eine intime Privatapokalypse also. Behält man das im Blick, funktioniert Yuznas Film durchaus, bietet Splatterfreunden einige hübsche handgemachte Sauereien und schließt in seiner wohl spektakulärsten und berühmtesten Sequenz Zombiemythos mit Körperkunst kurz: Um den Schmerz zu stillen, den der Hunger nach Menschenfleisch verursacht, beginnt Abigail sich mit allerlei Metallschrott und Glasscherben zu piercen, bis sie als zombifizierte Do-it-yourself-Terminatress dasteht. Hier ist Yuzna ein sehr nachhaltiges Bild gelungen, das dem ansonsten stark in den Neunzigern verorteten und somit nicht gerade zeitlosen Film doch noch seinen Platz in der (Horror-)Filmgeschichte beschert. Wenn nur der identitätslose Billigscore und die sterilen Settings nicht wären …

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