the adventures of buckaroo banzai across the eighth dimension (w. d. richter, usa 1984)

Veröffentlicht: Januar 11, 2010 in Film
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Der von vornherein zum Scheitern verurteilte (und deshalb nur halbgare) Versuch einer Inhaltsangabe liest sich so: Buckaroo Banzai (Peter Weller), Sohn eines japanischen Quantenphysikers und einer schottischen Mathematikerin, ist ein brillanter Neurochirurg, Teilchenphysiker, Rennfahrer, Rockstar und Held einer eigenen Comicserie. Gemeinsam mit seiner Band und Crew, den „Hong Kong Cavaliers“ (u. a. Clancy Brown und Jeff Goldblum), arbeitet er gerade daran, die „achte Dimension“ für den Menschen zugänglich zu machen. Bei dieser Dimension handelt es sich um den Raum innerhalb fester Stoffe. Bei einem gelungenen Eintrittsversuch bringt Buckaroo Banzai aus dieser achten Dimension außerirdisches Gewebe mit zurück und weckt außerdem das Interesse des in einer Irrenanstalt gefangenen Wissenschaftlers und Superschurken Dr. Emilio Lizardo (John Lithgow), der auch schon in diese Dimension reisen wollte, dabei jedoch gescheitert ist.  Bei diesem handelt es sich zu allem Überfluss gleichzeitig um den Anführer besagter außerirdischer Rasse, die nun dank Buckaroos Erfindung die Möglichkeit sieht, die Menschheit auszulöschen (?). Um dies zu verhindern, müssen Buckaroo und seine Leute den Kampf gegen die nach und nach auf der Erde eintreffenden Invasoren (u. a. Christopher Lloyd, Dan Hedaya & Vincent Schiavelli) aufnehmen …

BUCKAROO BANZAI war seinerseits ein großer Flop, der die Karriere des damaligen Regiedebütanten W. D. Richter im Keim erstickte, und ist erst im Zuge des in den Neunzigern einsetzenden und bis heute in Wellen wiederkehrenden Eighties-Revivals als Kultfilm wiederentdeckt worden. Tatsächlich erleichtert der Bezug zum Jahrzehnt der Achtzigerjahre den Zugang zum Film ganz entschieden: Wenn man mit dem Design, den Klamotten, der Musik, den Effekten und Gesichtern dieser Zeit etwas anzufangen weiß, dann ist es sehr zweitrangig, dass BUCKAROO BANZAI eine recht unnachvollziehbare und alberne, wenn nicht gar vollkommen hinrnrissige Geschichte erzählt, in der er sich im Laufe der Spielzeit zudem immer mehr verheddert. Das große Spektakel bleibt aus, der Aufbau, den Richter leistet, verpufft, ohne dass er seine Versprechungen wirklich einlösen würde. Die zum Abschluss eingeblendete Ankündigung eines Sequels blieb zwar folgenlos, macht aber strukturell und ästhetisch durchaus Sinn: BUCKAROO BANZAI erinnert nicht wenig an die Einstiege in die in den vergangenen Jahren begonnenen Comicfranchises, die auch meist damit zu kämpfen hatten, erst die lästige Vorarbeit leisten zu müssen, für die die dazugehörigen Comics jahrelang Zeit hatten, bevor sie ihre Figuren und die mit diesen zusammenhängenden Konflikte dann zu ihrem vollen Potenzial nutzen können. BUCKAROO BANZAI bleibt letztlich uneausgeschöpftes Potenzial: Sein Titelheld und die „Hong Kong Cavaliers“ sind (im wahrsten Sinne des Wortes) schillernde Figuren, die man sich als Zentrum zahlreicher vollkommen unterschiedlicher Abenteuer vorstellen könnte, und die Welt, in der Richters Film spielt und in der Popkultur, Wissenschaft und Politik eine skurrile Allianz bilden, böte nicht weniger interessanten Raum für filmische Erkundungsreisen. Das dachten sich wohl auch die Macher, die vor zwei Jahren eine Reihe von „Buckaroo Banzai“-Comics herausgaben. Irgendwie macht es aber auch den Charme des Filmes aus, dessen ohnehin schon nicht geringer Kuriositätenwert durch seine Unvollendetheit noch gesteigert wird. Talking about Form und Inhalt: BUCKAROO BANZAI ist überambitioniert, grell, beknackt, unvollkommen, trivial, größenwahnsinnig, oberflächlich und fragmentarisch. Genau wie sein Jahrzehnt.

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