lonely are the brave (david miller, usa 1962)

Veröffentlicht: Februar 10, 2010 in Film
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Obwohl Düsenjäger über die Prärie fliegen und stark befahrene Schnellstraßen das Land zerteilen, lebt John W. „Jack“ Burns (Kirk Douglas) immer noch das Leben eines Cowboys. Grenzen, Gesetze und Beschränkungen sind ihm zuwider, einen Pass braucht er genauso wenig wie einen Wohnsitz. Als er erfährt, dass sein Jugendfreund im Gefängnis sitzt, lässt er sich verhaften, um mit diesem gemeinsam auszubrechen. Doch der Freund hat sich verändert, geht längst einem geregelten Beruf nach, hat Frau und Kinder, die er nicht durch eine weitere Dummheit gefährden will. Jack bricht allein aus und flieht mit seinem Pferd in die Berge, den brummigen Sheriff Morey (Walter Matthau) auf den Fersen. Und bald muss er feststellen, dass die Zeiten des Wilden Westens endgültig vorbei sind …

Der Hollywoodveteran David Miller drehte diesen wehmütigen Abenteuerfilm und Spätwestern nach einem Drehbuch Dalton Trumbos, der kurz zuvor solche prestigeträchtigen Filme wie SPARTACUS und EXODUS gescriptet hatte und mit seiner Geschichte des von der Zeit überholten loners Jack ziemlich eindeutig die Inspirationsquelle für Ted Kotcheffs 20 Jahre später entstandenen FIRST BLOOD darstellen dürfte. Die Flucht des Naturburschen in sein Territorium, die Berge, wo er sich seiner zwar mit moderner Technik ausgestatteten, aber dennoch etwas unbedarften Verfolger entledigt, schlägt zwar am Ende genauso fehl wie der Einmannfeldzug John Rambos, ein konkreter gesellschaftskritischer Bezug ist in LONELY ARE THE BRAVE jedoch abwesend. Vielmehr wird hier ein nostalgischer Blick in die Vergangenheit geworfen und einer Zeit nachgetrauert, als Männer noch Männer sein durften und das Land frei und ungezähmt war, nur darauf wartete, erkundet zu werden.

Der ganz große Wurf ist Millers Film vielleicht nicht, dafür ist seine Inszenierung immer etwas zu zweckdienlich, doch die hervorragende Kameraarbeit von Philip Lathrop (er fotografierte u. a. HARD TIMES und THE DRIVER für Walter Hill), der die raue Landschaft New Mexicos in atemberaubenden Bildern einfängt, und der – ebenfalls an FIRST BLOOD gemahnende – sinfonische Score von Jerry Goldsmith sowie die Leistungen der Darsteller (neben den genannten wirken eine blutjunge Gena Rowlands und George Kennedy mit) werten LONELY ARE THE BRAVE gehörig auf. Und als früher Vertreter einer Welle, die sich doch erst einige Jahre später brechen sollte, ist er zudem filmhistorisch nicht uninteressant. Einfach schön.

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