sheitan (kim chapiron, frankreich 2006)

Veröffentlicht: März 16, 2010 in Film
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Eine Clique bestehend aus französischen Prekariatsjugendlichen begibt sich auf einen Wochenendausflug aufs Land. Am Ziel angekommen begegnen sie ihrem Hausmeister Joseph (Vincent Cassel), einem ebenso aufdringlichen wie aggressiven Hinterwäldler, der bald schon höchst merkwürdige Privatgeschichten erzählt. Und dass er seine Frau vor den Besuchern versteckt, sorgt für zusätzliches Misstrauen …

Ich habe mir SHEITAN nach einem doch recht wohlwollenden Review in der Splatting Image zugelegt und bin jetzt einigermaßen verwirrt: Klar, schlecht ist Chapirons Backwood-Horrorfilm nicht, aber was genau da jetzt das Lob hervorgerufen hat, ist mir dennoch einigermaßen verschlossen geblieben. Positiv erwähnen muss man sicherlich Vincent Cassel, der aus einer für ihn zwar nicht gänzlich untypischen, aber in dieser Form doch zumindest ungewöhnlichen Rolle das Optimum herausholt. Sein Joseph ist bis zum Schluss ein Charakter, den man nicht richtig einordnen kann, dessen Bedrohlichkeit man immer wieder als eigene Fehleinschätzung abzuheften geneigt ist, auch weil SHEITAN ähnlich wie THE HOUSE OF THE DEVIL eine Strategie des Verzögerns und Zuspitzens fährt und seinen makabren Höhepunkt erst kurz vorm Finale findet. Er ist also das Überraschungselement, das SHEITAN von dem ganz ähnlich gelagerten FRONTIERE(S) abhebt. Das führt mich direkt zur zweiten „Stärke“ von SHEITAN: Im Jahr 2006 entstanden darf man ihn als Mitinitiator sowohl des neuen Backwood-Horrors als auch des französischen Splatterfilms bezeichnen; eine Tatsache, die die späte Veröffentlichung in Deutschland etwas zu überdecken droht und dem Film gegenüber etwa dem genannten FRONTIERE(S) einen klaren Nachteil verschafft. Andererseits: Richtig packend oder interessant ist die Geschichte von den asozialen Vorstadtkids, denen in Redneck-County Mores gelehrt wird, auch im Jahr 2006 nicht gewesen. Und wer an FRONTIERE(S) den vollkommen überzogenen Splatter mochte, wird SHEITAN vermutlich eher langweilig finden. Ich stehe irgendwo dazwischen: Diese prolligen 16-Jährigen mit ihrer Kifferei, dem Proleten-Hip-Hop und ihrer ostentativen Geilheit interessieren mich nicht die Bohne und ihr Schicksal ist mir vollkommen schnurz, SHEITAN somit ein etwas langatmiges Unterfangen. Aber dann ist da Vncent Cassel mit diesem Schnurrbart, dem Strickpulli, den gelben Zähnen und den Gummistiefeln …

Kommentare
  1. tschill sagt:

    Sheitan als Chance.

    (Entschuldigung, der mußte jetzt von mir als altem Schlingensiefianer kommen.)

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