wrong turn (rob schmidt, deutschland/usa 2003)

Veröffentlicht: Mai 28, 2010 in Film
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Auf einer abgelegenen Straße durch die Wälder West Virginias geraten fünf Wochenendurlauber (u. a. Eliza Dushku, Jeremy Sisto und Emmanuelle Chriqui) und ein unter Termindruck stehender Arzt ins Jagdrevier einer Bande degenerierter Kannibalen …

WRONG TURN ist durchaus einer der besseren Vertreter des zeitgenössischen Teen-Splatterfilms: Als seine beste Eigenschaft muss man vor allem seine knackige Kürze von knapp 75 Minuten bezeichnen, die nach hinten losgehende erzählerische Extravaganzen ebenso verhindert wie ausufernde Belanglosigkeiten oder die sonst so „beliebten“ komödiantischen Exkurse und die Handlung – sind die Figuren und die Situation erst einmal etabliert – auf eine effektvolle Hatz durch den Wald reduziert. Die hervorragenden Settings – das ekelhaft versiffte Haus der Unholde, der Autofriedhof auf einer Waldlichtung – und die hübschen Maskeneffekte von Stan Winston sorgen für den Horror, der WRONG TURN in seiner Fokussierung auf Action sonst fast gänzlich abginge. Ich mag den Film eigentlich ganz gern, weil er weder über die ostenativ vor sich hergetragene und darin oft absolut nervtötende Abgebrühtheit des ein Jahr später aus der Taufe gehobenen „Torture Porns“ verfügt, noch sich in den Niederungen des belanglosen Popcornhorrors mit seinen kreischigen Teenie-Protagonisten verliert. So unmittelbar nach den zuletzt gesehenen „erwachseneren“ Backwood-Filmen treten aber auch die Schwächen von Schmidts Film überdeutlich zu Tage: In seiner Fokussierung auf Thrill und Entertainment ohne Reue und sonst nicht viel mehr wirkt er reichlich stromlinienförmig und aller ausgestellter Splatter- und Ekeleffekte zum Trotz ganz schön ecken- und kantenlos. Es bleibt einfach nix hängen, wenn er einmal vorbei ist. Und das ist für einen Horrorfilm, der doch erschrecken und verstören soll, eigentlich ein Armutszeugnis. Weil es aber wie gesagt keinen echten Anlass zum Ärger gibt und WRONG TURN außerdem so schön schnell wieder vorbei ist, sehe ich ihm das nach und konstatiere: OK. (Leider aber hat die Duschkuh keine Duschszene, was ja fast Etikettenschwindel ist.)

Kommentare
  1. Ich muss doch sehr bitten, werter Oliver! Der Film gefiel – was einiges sagen will – meiner Mutter und ich wüsste wirklich nur die kurze Laufzeit von 75 Minuten als tröstlich (nicht knackig!) hervorzuheben. Mit anderen Worten: Für eine edle Greisin von 76 Jahren hat Mutti einen versch… schlechten Geschmack!!!

  2. Oliver sagt:

    Ich verstehe dich richtig, dass du den Film nicht magst? Wie gesagt: Nix zum Nach-Hause-Schreiben, aber doch besser als so manches andere, was in den letzten Jahren unter dem Begriff „Horror“ firmierte. Das muss man doch sagen dürfen, ohne sich zu outen, oder? 🙂

  3. Ich muss natürlich hinzufügen, dass die „Horror“-Filme der letzten Jahre, die mir gefielen, sich an zwei Pfoten abzählen lassen (mangelnde Originalität). Komm mir nun bloss nicht auch noch mit „The Ruins“! Den will mir meine Splatter-gierige Mutter („Hach, sie zerhacken sich selber so schön!“) nämlich schon seit einiger Zeit unterschieben…

    • Oliver sagt:

      THE RUINS mochte ich auch. 🙂

      (Möchte aber dennoch darauf hinweisen, dass mein WRONG TIZZLE-Text doch fast ein Verriss ist.

  4. […] nichts, was das Ansehen lohnen würde. Ein auch schon nicht besonders origineller Film wie WRONG TURN legt wenigstens ein ordentliches Tempo vor, vermeidet es, seine belanglose Geschichte unnötig […]

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