i drink your blood (david e. durston, usa 1970)

Veröffentlicht: Juni 2, 2010 in Film
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Eine Gruppe satanistischer Hippies um den mansonesken Anführer Horace (Bhaskar) vergeht sich an einem Kleinstadt-Mädchen. Der Opa des Mädchens ist nur wenig erbaut darüber und stellt sich den Halunken, wird aber von ihnen gedemütigt und verletzt. Der Enkel schmiedet daraufhin einen Racheplan: Er erschießt einen tollwütigen Hund und injiziert dessen infiziertes Blut in ein paar Fleischpasteten, die er den Satanisten verkauft. Die haben nach kurz dem Verzehr Schaum vorm Mund und laufen Amok in dem nun nicht mehr so beschaulichen Städtchen…

Wie sehr hatte ich mich auf diesen frühen Vertreter des sleazigen Grindhouse-Splatterkinos gefreut! Leider ist die Sichtung etwas ernüchternd verlaufen: I DRINK YOUR BLOOD verbrät gut zwei Drittel seiner Spielzeit bevor es zum Amoklauf kommt und nimmt auch dann nicht so richtig Fahrt auf, weil Durston das Tempo durch das Umschneiden auf die eher nicht so interessanten Bemühungen der Dorfbewohner, sich aus ihrer misslichen Lage zu befreien, immer wieder verschleppt. Die Gewaltszenen sind auch eher kurz geraten, der Spannungsbogen bricht meist ab, bevor er überhaupt einen Höhepunkt erreichen könnte. Nun habe ich ja auch bei einigen der letzten Filme die „andere“ Ästhetik des Trashkinos als seine ihm eigene Stärke gelobt und die Langsamkeit als eines seiner Stilmittel beschrieben, insofern ist es vielleicht ein bisschen inkonsequent, das hier zu bekritteln – oder aber einer falschen Erwartungshaltung meinerseits zuzuschreiben. Ein Problem von I DRINK YOUR BLOOD ist möglicherweise, dass er heute betrachtet in einer Linie mit solchen modernen Amok- und Seuchenfilmen wie 28 DAYS LATER, Snyders DAWN OF THE DEAD oder auch Balagueros REC steht, die allesamt den Frontalangriff auf den Zuschauer starten, und im direkten Vergleich mit diesen (natürlich ungleich aufwändiger produzierten) Filmen, treten Durstons Versäumnisse umso stärker hervor. Als „Terrorfilm“ funktioniert I DRINK YOUR BLOOD trotz einigen Bemühens überhaupt nicht – unter anderem, weil seine Raumkonstruktion vollkommen mies ist, die Bedrohung weder einen klar im Raum verortbaren Ausgangspunkt noch ein solches Ziel hat – und für eine Trashschote ist er zumindest im Originalton genossen einfach nicht überdreht und – so komisch sich das bei seinem Sujet vielleicht anhört – nicht beknackt genug. Ich weiß einfach nicht so recht, wo ich den Film hintun soll.
Aber wie ich schon sagte: Vielleicht lag das Problem eher bei mir als beim Film. Das wird die nächste Sichtung zeigen und diese Chance bekommt er auf jeden Fall. Denn wie bei doofen Amibratzen gilt auch bei mir: I never fuck on the first date.
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