edge of honor (michael spence, usa 1991)

Veröffentlicht: Juni 6, 2010 in Film
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In den endlosen Wäldern des amerikanischen Nordwestens stoßen drei Pfadfinder unter der Leitung des schlitzohrigen Butler (Corey Feldman) auf das Versteck von Waffenschmugglern. Deren Schmuggelware – eine Kiste mit Raketenwerfern sowie passender Munition – verstecken die drei kurz entschlossen und planen, die Polizei zu rufen. Doch dummerweise lassen sie etwas am Fundort zurück, was die Bösewichte auf ihre Spur bringt. Es entbrennt eine gnadenlose Jagd …

Ich hatte den Film, der in Deutschland ziemlich willkürlich betitelt als SLAYER auf Video erschien, vor einer halben Ewigkeit zum letzten Mal gesehen und als überaus feinen Actioner mit hohem Booby-Trap-Einsatz in Erinnerung behalten. Anlässlich meiner kleinen Backwood-Reihe ist mir der Film wieder eingefallen und ich habe ihn in Großbritannien als DVD aufgetrieben. Das Wiedersehen war schön, aber durchaus mit einigen kleineren Ernüchterungen verbunden, denn EDGE OF HONOR hängt – nach allerdings furiosem Auftakt – im Mittelteil ziemlich durch und findet erst zum dann aber wirklich geilen Finale wieder zu seiner Form zurück.

Als Backwood-Film ist EDGE OF HONOR eher am Rande interessant, erweitert das Inventar aber durchaus durch ein interessantes Detail: Die Waffenschmuggler sind nämlich ehemalige Holzfäller, die durch den Konkurs ihrer Arbeitgeber gezwungen waren, in andere „Branchen“ umzusatteln. Das Vergessen-Sein der Hinterwäldler, das im Backwood-Film ja immer der Status quo ist, wird hier somit thematisiert und problematisiert. Das sollte man aber nicht überbewerten, weil es von Spence nicht weiter ausgearbeitet wird. Ihm geht es vor allem um die Action und das ist auch eines der Hauptprobleme des Films: Denn angesichts der annähernd ausweglosen Situation der Protagonisten geht alles dann doch irgendwie ziemlich glimpflich aus. Da hatte man auf Seiten der Macher wohl doch Bedenken, die minderjährigen Hauptfiguren einfach so wegzupusten. Das fällt vor allem deshalb so (negativ) auf, weil EDGE OF HONOR in den Auftaktminuten, in denen die Schurken vorgestellt werden, alles andere als zimperlich ist und die Brustkörbe gleich in Reihe explodieren. Realismus sollte man also beim besten Willen nicht erwarten und Suspension of Disbelief ist auch Voraussetzung, um das erwähnte Finale, in dem ausgesprochen wirkungsvolle und elaborierte Booby Traps zum Einsatz kommen, die die schwachbrüstigen Kids in der Kürze der Zeit und mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln niemals hätten bauen können, genießen zu können. Das fällt aber recht leicht, weil die Inszenierung dieses Finales ziemlich gut gelungen ist und es einfach schön anzusehen ist, wenn ein Bösewicht von zwei herabschnellenden Baumstämmen zermatscht wird.

Fazit: Ein auf der guten Seite von mittelmäßig stehender Film, der durch seine feinen Naturaufnahmen, einen obereklen Don Swayze, einen brutalen Auftakt und ein einfallsreich-absurdes Finale die Punkte reinholt, die er im lahmen Mittelteil und mit seiner partiellen Eierlosigkeit verspielt. Gucken schadet nicht, Nichtsehen tut aber auch nicht weh.

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