deadly outbreak (rick avery, usa 1996)

Veröffentlicht: Juli 19, 2010 in Film
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Unter der Leitung des unehrenhaft entlassenen Militärmannes Baron (Ron Silver) verschafft sich eine Gruppe von Terroristen Zugang zu einem Forschungszentrum in Israel, in dem Wissenschaftler gerade an der Herstellung eines neuen chemischen Kampfstoffes arbeiten. Als sie das Gebäude unter ihre Kontrolle gebracht haben, erpressen sie die die Weltmächte, weil sie nicht nur eine Chemiewaffe erbeutet, sondern sicherheitshalber auch mehrere Sprengsätze in Washington deponiert haben. Zum Glück befindet sich Sergeant Hatfield (Jeff Speakman), Sicherheitsbeamter der amerikanischen Botschaft, noch auf dem Gelände. McClane-Style räumt er mit den Halunken auf …

Ich habe es ja oben schon angedeutet: DEADLY OUTBREAK ist einer der unzähligen DIE HARD-Klone, die in den Neunzigerjahren um die Gunst der Zuschauer buhlten und sich bemühten, bloß nicht zu weit von der so erfolgreichen Blaupause abzuweichen. Nicht alle dieser Epigonen sind jedoch schlecht und der Film von Stuntspezialist Rick Avery (der Mann hat eine eindrucksvolle Filmografie aufzuweisen) gehört neben etwa Michael Mazos CRACKERJACK oder Paul Lynchs RUNNING OUT eindeutig zu den Höhepunkten des Trends. DEADLY OUTBREAK erinnerte mich gestern etwas an die Blütezeit der Cannon in den Achtzigerjahren – und das liegt nicht nur daran, dass er in Israel spielt: Auch wenn hier und da gespart wurde, sieht alles doch recht aufwändig aus, und das hölzerne Spiel des hauptdarstellenden Kampfsportprofis Jeff Speakman wird vom würdevollen Agieren eines Ron Silver (den ich passenderweise jahrelang mit DIE HARD-Schurke Alan Rickman verwechselt habe) oder Nebendarstellern wie EIS AM STIEL-Star Jonathan Sagall und Cannon-Regular Yehuda Efroni abgefangen. Und das Vorhaben, mehr zu bieten als dumpfe Videothekenware für Actionprolos, führt nicht etwa zum Scheitern des Films, sondern geht tatsächlich auf, weil echtes Können in dem Film steckt, das man ihm ansieht. Der langsame Aufbau, der zur Übernahme des Labors durch die Terroristen führt, wird, wie es sich für einen solchen Film gehört, mit protokollarischer Genauigkeit abgewickelt, der Druck stetig erhöht und wenn der Tisch erst einmal gedeckt ist, entlädt er sich in einer nicht enden wollenden Abfolge von Tötungen, gut choreografierten Fights, Schießereien und Explosionen. Dass man manchmal ein Auge zudrücken muss, gehört ja einfach dazu: Hatfield wird eine kleine Romanze mit der bockigen, aber hübschen Wissenschaftlerin angehängt, die nicht nur überflüssig, sondern aufgrund des, nun ja, fragwürdigen Charmes von Jeff Speakman auch eher unglaubwürdig bleibt (Liebesgeschichten neigen in B-Filmen ja irgendwie immer zur Schmierigkeit) und der Showdown, eine Verfolgungsjagd mit Kleinbussen bei Tempo 30 durch das Tunnelsystem unter dem Gebäude, ist so herrlich suboptimal, dass es mir erschreckend herzlos vorkäme, hier unabsichtlichen Humor zu unterstellen: Nein, ich bin überzeugt, alle Beteiligten wussten, dass das irgendwie beknackt aussieht. Aber die Sequenz gehört mit zu den Gründen, warum DEADLY OUTBREAK feinstes Entertainment darstellt.  Und mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

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