from a whisper to a scream (jeff burr, usa 1987)

Veröffentlicht: Juli 26, 2010 in Film
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Als die vielfache Mörderin Katherine White (Martine Beswick) hingerichtet wird, begibt sich eine Reporterin nach Oldfield, den Heimatort der Verbrecherin, um dort weitere Recherchen anzustellen. In der Bibliothek trifft sie auf Julian White (Vincent Price), den Onkel der Verblichenen, der fest davon überzeugt ist, dass es der Ort Oldfield selbst sei, der seine Einwohner zu Bösem verleite. Einige Geschichten aus der Chronik der Stadt sollen seine These belegen: 1. Der biedere Angestellte Stanley Burnside (Clu Gulager) macht seiner Kollegin Avancen, bringt sie um, als er abgewiesen wird, und vergeht sich schließlich an ihrem Leichnam. Neun Monate später erhält er unerwarteten Besuch. 2. Der Ganove Jesse Hardwick (Terry Kiser) schleppt sich mit einer Schussverletzung in die Sümpfe, wo er von Felder Evans (Harry Caesar) gesund gepflegt wird. Der Alte kennt darüber hinaus das Geheimnis des ewigen Lebens und Hardwick will um jeden Preis daran teilhaben. Das geht für ihn nicht gut aus. 3. In einer Kirmes-Freakshow tritt der Glas- und Metallfresser Arden (Ron Brooks) auf. Wie das gesamte Personal steht er unter dem Bann einer Zauberin (Rosalind Cash), der ihn mit dem Leben an sie bindet. Als er mit einer Geliebten durchbrennt, trifft ihn die Rache der Geprellten hart und blutig. 4. Vier Soldaten der Südstaaten (unter ihnen Cameron Mitchell) wandern orientierungslos durchs Land, ohne zu wissen, dass der Krieg längst vorbei ist. Im zerstörten Oldfield werden sie von einer Bande Waisenkinder gefangen genommen, die sich für die Verbrechen der Erwachsenen bitter rächen …

FROM A WHISPER TO A SCREAM ist auch unter dem Titel THE OFFSPRING (zu deutsch: DIE NACHT DER SCHREIE) bekannt und dürfte wohl nicht nur Jeff Burrs bester Film bis zu seinem fulminanten STRAIGHT INTO DARKNESS sein, sondern auch einer der schönsten Horror-Episodenfilme überhaupt. Die Mischung aus deftigem Achtzigerjahre-Splatter und altmodischem Grusel gelingt dank der guten Darsteller, der stimmungsvollen Gestaltung, der abseitig-abgründigen Geschichten und der Effektarbeit von Rob Burman (u. a. verantwortlich für die FX von THE THING) hervorragend und bietet 100 Minuten gruselige Unterhaltung bis zum leider etwas unbeeindruckenden Schlussgag. In der Rahmenhandlung bleibt also etwas Luft nach oben, was aber durch die bloße Präsenz von Vincent Price, dem ich auch dann noch stundenlang zuhören würde, wenn er den Wetterbericht verläse, mehr als wettgemacht wird. Die Episoden selbst laufen nicht immer auf einen großen, den Rest überschattenden Clou hinaus, sind insgesamt sehr rund und funktionieren tatsächlich wie kleine Kurzfilme, was bei solchen Anthologien durchaus nicht immer der Fall ist: Die erste Episode bietet Einblick in ein dem Wahnsinn entgegendriftendes Seelenleben, der nur durch den schwarzhumorigen Einschlag und den gegen Ende vollzogenen Sprung ins Fantastische etwas abgemildert wird, ansonsten für einen solchen Film aber doch recht unangenehm daherkommt und durchaus Vergleiche mit ernsteren Vertretern des Serienmörderfilms zulässt. Episode 2 erinnert noch am ehesten an die moralischen Gruselgeschichten aus den EC-Comics, liefert aber ein heftiges Schlussbild, das seine Wirkung bei mir gestern nicht verfehlt hat. Brrr! Episode 3 ist die schwächste und auch kürzeste Episode, der man deutlich anmerkt, dass sie eigentlich nur auf den Splattereinfall am Schluss hin konstruiert wurde, der die Sache aber dann auch wirklich wert ist. Da fliegen sprichwörtlich die Fetzen! Abgeschlossen wird der Film mit der anspruchsvollsten und emotional involvierendsten Folge, die Assoziationen zu etwa Stephen Kings CHILDREN OF THE CORN zulässt und auch schon Ideen aus STRAIGHT INTO DARKNESS vorwegnimmt. Weiß man zudem, dass Burrs erster Spielfilm, DIVIDED WE FALL, sich ebenfalls mit dem amerikanischen Bürgerkrieg auseinandersetzte, so scheint man es hier beinahe mit so etwas wie einem kleinen Schlüsselwerk zu tun zu haben. Das Ende dieser vierten Episode bildet mit seiner unmissverständlichen Aussage eigentlich den perfekten Schluss für FROM A WHISPER TO A SCREAM, der aber qua Konvention natürlich noch einmal zu seiner Rahmenhandlung kommen muss, deren Schlussgag dem Film wie erwähnt leider nichts Nennenswertes hinzufügen kann. Das macht aber nix, FROM A WHISPER TO A SCREAM ist ein Episodenfilm, der dem Genrefreund das Herz aufgehen lassen wird und daher eine dringende Sichtungsempfehlung von mir erhält.

Kommentare
  1. […] -sequels verantwortlich, die allesamt und keineswegs selbstverständlich sehr ordentlich gerieten (THE OFFSPRING, STEPFATHER 2, PUMPKINHEAD 2, PUPPET MASTER 4 & 5, NIGHT OF THE SCARECROW), aber natürlich […]

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