sole survivor (thom eberhardt, usa 1982)

Veröffentlicht: August 4, 2010 in Film
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Die Werberegisseurin Denise Watson (Anita Skinner) überlebt als Einzige einen Flugzeugabsturz. Der behandelnde Arzt Dr. Richardson (Kurt Johnson) warnt sie noch vor ihrer Entlassung vor dem „Survivor Syndrome“: der Depression, die sich bei Überlebenden infolge eines schlechten Gewissens einstellt und nicht selten zum Freitod führt. Denise winkt noch ab, doch ihre Haltung ändert sich wenig später, als sie Geistererscheinungen hat, die ganz materielle Folgen nach sich ziehen …

Die DVD von Code Red bewirbt den Film nicht unclever mit der Tagline: „Before FINAL DESTINATION There Was …“ Tatsächlich nimmt SOLE SURVIVOR die Grundidee der mittlerweile vier Teile umfassenden Serie vorweg: Der Tod tritt als zwar immaterielle, aber doch handelnde Entität auf, um sich die zu holen, die ihm zuvor durch Zufall von der Schippe gesprungen sind. In Eberhardts Film wird diese Idee jedoch ohne Creative Killings, elaborierte Kausalkettenreaktionen, Splattereffekte und CGI-Tamtam visualisiert, sondern eher subtil und schleichend im Stile eines Geisterfilms. SOLE SURVIVOR entwickelt seine Geschichte langsam, lässt die Erkenntnis nur allmählich herabsinken und begnügt sich mit Andeutungen, die immer auch die Interpretation zulassen, dass es sich bei alldem tatsächlich nur um das Survivor Syndrome handeln könne. Und so drängt sich m. E. eine andere Parallele stärker auf: die zu Herk Harveys Geisterfilm-Meisterwerk CARNIVAL OF SOULS nämlich, der seine Heldin so lange mit gespenstischen Gestalten konfrontiert, bis ihr schließlich dämmert, dass sie längst schon tot ist.

Was ich über C.H.U.D. schrieb, kann ich hier wiederholen: Innerhalb seines Jahrzehnts steht SOLE SURVIVOR als Ausnahmenerscheinung dar, scheint stilistisch wie atmosphärisch eher in den Siebziger- als in den Achtzigerjahren beheimatet. Das steht ihm überaus gut zu Gesicht: Er schlachtet seine Idee nicht für Geisterbahngrusel aus, sondern schwingt sich tatsächlich zu dem auf, wofür der Begriff „Horrorfilm“ eigentlich steht. Dafür nämlich, das Entsetzen und die Angst, die den Menschen ereilt, wenn er sich seiner eigenen Sterblichkeit bewusst wird, in passende, furchteinflößende Bilder zu kleiden. Und auch da hat die Code-Red-DVD Recht, wenn sie einen Fangoria-Artikel zitiert: „A shadowy, shuddery meditation on death that seeps under the skin and stays there.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

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