vampire hookers (cirio h. santiago, philippinen/usa 1978)

Veröffentlicht: August 5, 2010 in Film
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Die beiden Navy-Matrosen Tom Buckley (Bruce Fairbairn) und Terry Wayne (Trey Wilson) sind bei ihrem Landgang auf den Philippinen auf der Suche nach Frischfleisch. Als sie nach zahlreichen erfolglosen Eroberungsversuchen (unter anderem in einer Transvestitenbar) endlich fündig werden, kommt ihnen ausgerechnet ihr Vorgesetzter zuvor. Zum Glück, denn die vermeintliche Edelprostituierte gehört zu den Dienerinnen des Vampirs Richmond Reed (John Carradine), der eine Gruft auf dem örtlichen Friedhof bewohnt. Als der Captain verschollen bleibt, machen sich Buckley und Wayne auf die Suche …

Billigheimer Santiago versucht sich mit VAMPIRE HOOKERS nicht ganz erfolglos an einer Horrorkomödie. Sein Film erinnert mit seinem harmlos-fröhlichen Humor vor allem an die ersten Gehversuche des Genres in den Dreißiger- und Vierzigerjahren: In den Rollen der beiden Matrosen könnte man sich durchaus Jerry Lewis und Dean Martin oder andere komische Filmduos vorstellen, auch wenn diese zu ihrer Zeit keine zehnminütigen Zeitlupen-Sexszenen absolvieren durften. Dennoch bleibt VAMPIRE HOOKERS stets annähernd jugendfrei und konzentriert sich eher auf pointierte Dialoge als auf Pornografisches. Einige Ideen sind dann auch ganz hübsch: John Carradine darf als Richmond Reed Klassiker der englischsprachigen Dichtung proklamieren und anhand ausgesuchter Zeilen aus Shakespeares Gesamtwerk belegen, dass es sich bei diesem ebenfalls um eine Blutsauger handelte. Andere Dialoge sind zwar eher auf dem Niveau von Herrenwitzchen angeeidelt, aber dennoch nicht ganz ohne Charme. So bremst eine Vampirdame den zudringlichen Captain, der sie am liebsten gleich auf einem Grab vernaschen würde, mit den Worten: „This is to get laid to rest, not to get laid!“ Und später, wenn Reed versucht, den Matrosen die Erfahrung des Todes schmackhaft zu machen, entbrennt folgender Dialog: Matrose: „This is not death. It’s murder!“ Vampirfrau: „This is not murder … it’s dinner!“  Zu guter letzt beachte man in diesem Zusammenhang auch die schöne Poster-Tagline: „Warm Blood isn’t all they suck!“ Da darf dann auch der obligatorische grunzende und fette Gehilfe nicht fehlen, der in seiner philippinischen Ausprägung zudem mit einer beeindruckenden Kauleiste ausgestattet ist (gespielt von Vic Diaz) und das Humorportfolio um zünftige Flatulenzwitze bereichert. Angesichts solch charmanten Unfugs könnte man sich – die Fähigkeit zur Freude am niedrigen Niveau vorausgesetzt – den Film durchaus gefallen lassen, wenn der Gesamtentwurf nicht so schrecklich dröge wäre: Die nur in Spurenelementen vorhandene Story ist nach ca. 20 Minuten abgespult und das folgende redundante Gekasper mit den Vampirdamen ist schon nach kurzer Zeit ähnlich prickelnd wie abgestandenes Bier. Es ist längst nicht nur Dienst am Kunden, wenn Santiago eine eh schon überlange Sexszene auch noch perZeitlupe zerdehnen muss, um seinen Film überhaupt auf die nun auch nicht gerade monumentale Länge von 78 Minuten zu bringen. Der Verdacht liegt nahe, dass er den Film nur gedreht hat, um den zugegebenermaßen hübsch klingenden Titel verkaufen zu können. Um John Carradine und die gar nicht mal so üblen Darsteller sowie um die paar liebevollen Details tut es einem geradezu Leid, hätten sie doch allesamt einen besseren Film verdient. So bleibt ihnen die undankbare Aufgabe, einen Film aufzuwerten, der davon nur unwesentlich profitiert.

Kommentare
  1. […] bemerkenswerter ist, als er 2008 verstarb. Da ist wohl jemand hartnäckig! Wie schon bei seinem VAMPIRE HOOKERS von mir konstatiert, versäumt auch DEMON OF PARADISE die immerhin ansprechenden Ansätze zu einem […]

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